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Die Korallen des Großen Barriere-Riffs werden 20 Jahre benötigen, um sich von der Havarie wieder zu erholen.

Übermüdung des Kapitäns Grund für Havarie

Sydney - Die Haverie eines Kohlefrachters im Großen Barriere-Riff hat das empfindliche Gebiet schwer geschädigt. Die Schuld liegt laut einer UntersuchungsKommission beim Kapitän: Der Mann war extrem übermüdet.

Ein übermüdeter Schiffsoffizier, der innerhalb von fast zwei Tagen kaum drei Stunden geschlafen hatte, ist verantwortlich für einen Unfall im vergangenen Jahr, bei dem das ökologisch empfindliche Große Barriere-Riff vor der australischen Ostküste geschädigt wurde. Zu diesem Schluss kommt eine Kommission, die den Unfall vom 3. April 2010 untersuchte. Sie legte ihren Bericht am Donnerstag vor.

Der unter chinesischer Flagge fahrende Kohlefrachter “Shen Neng 1“ war von der vorgeschriebenen Route abgekommen und hatte sich auf dem Korallenriff festgefahren. Dabei wurde eine Schneise in die Korallen gerissen, die erst in 20 Jahren wieder zugewachsen sein dürfte, wie die Kommission mitteilte. Außerdem verlor der mit 20.000 Tonnen Kohle beladene Frachter drei Tonnen Öl.

Der Unfall weckte Befürchtungen, dass das seit 1981 zum Weltnaturerbe zählende größte Korallenriff der Erde zunehmend gefährdet sein könnte. Denn mitten durch das ökologisch sensible Gebiet führt eine viel befahrene Schifffahrtsroute zwischen Australien und China. Vor allem australische Kohle wird auf diesem Weg in die Volksrepublik transportiert.

Die australische Untersuchungskommission kommt zu dem Schluss, dass der vollkommen übermüdete Offizier an Bord der “Shen Neng 1“ die Position des Schiffes nicht wie vorgeschrieben überwacht und eine notwendige Kurskorrektur nicht vorgenommen hatte. Der Betroffene hatte in den 38 zurückliegenden Stunden nur zweieinhalb Stunden geschlafen, hieß es in dem Bericht der Kommission. Ihm und anderen Offizieren des Frachters drohen nun Strafen in Höhe von mehreren zehntausend Euro. Auch die Reederei muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen.

dapd

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