Überraschung im Prozess um Asylbewerber-Tod

Dessau-Roßlau - Im Prozess um den qualvollen Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Polizeizelle hat das Landgericht Dessau-Roßlau am Mittwoch nach der Befragung eines Sachverständigen ein neues Brandgutachten angeordnet.

Durch das Gutachten soll geklärt werden, ob zwischen dem Ausbruch des Feuers und dem Tod des Mannes mehr Zeit verging als nach bisherigem Gutachten angenommen, teilte ein Sprecher des Gerichts mit.

Für die neue Expertise werde die Situation noch einmal im Institut der Feuerwehr Sachsen-Anhalts nachgestellt. "Für das Gutachten werden vermutlich einige Wochen vergehen, damit dürfte auch der 12. März als mögliches Prozessende hinfällig sein", sagte der Gerichtssprecher.

Zwei Polizisten sollen Jalloh bei dem Feuer am 7. Januar 2005 nicht rechtzeitig geholfen haben. Die Beamten müssen sich seit März 2007 wegen Körperverletzung mit Todesfolge beziehungsweise wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassung verantworten. Der Afrikaner soll das Feuer in einer Gewahrsamszelle im Keller des Gebäudes selbst ausgelöst haben. Der an Händen und Füßen gefesselte 23-Jährige starb laut der Obduktion an einem Hitzeschock.

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