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Die Knochen waren im August 2012 unter einem Parkplatz in Leicester entdeckt worden, nachdem sie Hunderte Jahre als verschollen galten.

Sensationsfund in England

Überreste von König Richard III. entdeckt

London - Jahrhunderte lang galten die Gebeine von König Richard III. als verschollen. Jetzt haben Wissenschaftler die Knochen identifiziert - sie lagen unter einem Parkplatz.

Ein unter einem Parkplatz entdecktes Skelett gehört Forschern zufolge dem englischen König Richard III.. Die über 500 Jahre alten Gebeine des berüchtigten Herrschers wurden von Wissenschaftlern der Universität Leicester identifiziert. „Wir können ohne Zweifel feststellen, dass es sich bei dem Skelett um Richard III. handelt“, sagte der Chef-Archäologe der Universität, Richard Buckley, am Montag. Die Knochen waren im vergangenen August in der Stadt gefunden worden, nachdem unter anderem Hobby-Archäologen jahrelang gegen Widerstände gekämpft hatten, dort danach zu graben.

Richard III. regierte nur rund zwei Jahre, wurde aber unter anderem durch das gleichnamige Bühnenstück von William Shakespeare weltberühmt. Seine Gebeine galten Jahrhunderte lang als verschollen. „Heute wird Geschichte geschrieben, und wir sind Zeugen“, sagte der Chef-Archivar der Uni, Richard Taylor. Philippa Langley von der Richard-III-Society, eine der treibenden Kräfte hinter der Ausgrabung, meinte: „Dies ist ein historischer Moment, nach dem die Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen.“

Mehr als 140 Journalisten aus aller Welt waren zur Präsentation der Ergebnisse gekommen. Die Universität hatte unter anderem mit einem Fernsehsender zusammengearbeitet und großes Medieninteresse an der Geschichte geweckt. „Es zeigt, in welchem Ausmaß die Archäologie das öffentliche Interesse wecken kann und Geschichten über unser Erbe erzählt“, sagte Buckley.

Die Beweise, die das Team aus Archäologen, Historikern, Biologen, DNA-Experten und anderen Forschern zusammengetragen haben, ließen keinen Zweifel daran, dass es sich um Richard handle, erklärte Taylor. Zu den wichtigsten Erkennungsmerkmalen gehörten Hinweise auf eine Wirbelsäulenverkrümmung. Außerdem wurden Nachkommen ausfindig gemacht und DNA-Vergleiche angestellt. „Ich werde nie vergessen, wie es sich anfühlte, als ich die ersten Ergebnisse der DNA-Analyse angeschaut habe und gesehen haben, dass es passt.“

Der König war 1485 in der Schlacht von Bosworth im Alter von 32 Jahren gestorben. Sein Tod beendete die Rosenkriege um den Thron Englands und wird häufig als Zeitpunkt für das Ende des Mittelalters auf der Insel gewertet. Er war der letzte König der Plantagenet-Dynastie. Nach ihm übernahm mit Heinrich VII. der erste Vertreter der Tudor-Dynastie die Herrschaft. Richard III. war in einer Kirche in Leicester beerdigt worden, die im 16. Jahrhundert abgerissen wurde. Eine Legende besagte, dass seine Knochen in einen Fluss geworfen worden seien. Bei den Ausgrabungen wurden auch Überreste der Kirche gefunden.

Richard III. wurde häufig als brutaler und entstellter Despot dargestellt, der selbst vor Mord an Familienmitgliedern nicht zurückschreckte. Heute gehen Wissenschaftler davon aus, dass sein schlechter Ruf Teil einer Schmutzkampagne der Tudor-Herrscher gegen ihn war. Der Fund könnte helfen, das wahre Leben des Herrschers zu rekonstruieren, wie Langley erklärte.

Die Experten untersuchen das Skelett weiter. Vermutlich Anfang 2014 sollen die Gebeine in die Kathedrale von Leicester gebracht werden. In der Nähe des Fundortes soll ein Besucherzentrum entstehen.

# dpa

Ein unter einem Parkplatz entdecktes Skelett gehört Forschern zufolge dem englischen König Richard III.. Die über 500 Jahre alten Gebeine des berüchtigten Herrschers wurden von Wissenschaftlern der Universität Leicester identifiziert. „Wir können ohne Zweifel feststellen, dass es sich bei dem Skelett um Richard III. handelt“, sagte der Chef-Archäologe der Universität, Richard Buckley, am Montag. Die Knochen waren im vergangenen August in der Stadt gefunden worden, nachdem unter anderem Hobby-Archäologen jahrelang gegen Widerstände gekämpft hatten, dort danach zu graben.

Richard III. regierte nur rund zwei Jahre, wurde aber unter anderem durch das gleichnamige Bühnenstück von William Shakespeare weltberühmt. Seine Gebeine galten Jahrhunderte lang als verschollen. „Heute wird Geschichte geschrieben, und wir sind Zeugen“, sagte der Chef-Archivar der Uni, Richard Taylor. Philippa Langley von der Richard-III-Society, eine der treibenden Kräfte hinter der Ausgrabung, meinte: „Dies ist ein historischer Moment, nach dem die Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen.“

Mehr als 140 Journalisten aus aller Welt waren zur Präsentation der Ergebnisse gekommen. Die Universität hatte unter anderem mit einem Fernsehsender zusammengearbeitet und großes Medieninteresse an der Geschichte geweckt. „Es zeigt, in welchem Ausmaß die Archäologie das öffentliche Interesse wecken kann und Geschichten über unser Erbe erzählt“, sagte Buckley.

Die Beweise, die das Team aus Archäologen, Historikern, Biologen, DNA-Experten und anderen Forschern zusammengetragen haben, ließen keinen Zweifel daran, dass es sich um Richard handle, erklärte Taylor. Zu den wichtigsten Erkennungsmerkmalen gehörten Hinweise auf eine Wirbelsäulenverkrümmung. Außerdem wurden Nachkommen ausfindig gemacht und DNA-Vergleiche angestellt. „Ich werde nie vergessen, wie es sich anfühlte, als ich die ersten Ergebnisse der DNA-Analyse angeschaut habe und gesehen haben, dass es passt.“

Der König war 1485 in der Schlacht von Bosworth im Alter von 32 Jahren gestorben. Sein Tod beendete die Rosenkriege um den Thron Englands und wird häufig als Zeitpunkt für das Ende des Mittelalters auf der Insel gewertet. Er war der letzte König der Plantagenet-Dynastie. Nach ihm übernahm mit Heinrich VII. der erste Vertreter der Tudor-Dynastie die Herrschaft. Richard III. war in einer Kirche in Leicester beerdigt worden, die im 16. Jahrhundert abgerissen wurde. Eine Legende besagte, dass seine Knochen in einen Fluss geworfen worden seien. Bei den Ausgrabungen wurden auch Überreste der Kirche gefunden.

Richard III. wurde häufig als brutaler und entstellter Despot dargestellt, der selbst vor Mord an Familienmitgliedern nicht zurückschreckte. Heute gehen Wissenschaftler davon aus, dass sein schlechter Ruf Teil einer Schmutzkampagne der Tudor-Herrscher gegen ihn war. Der Fund könnte helfen, das wahre Leben des Herrschers zu rekonstruieren, wie Langley erklärte.

Die Experten untersuchen das Skelett weiter. Vermutlich Anfang 2014 sollen die Gebeine in die Kathedrale von Leicester gebracht werden. In der Nähe des Fundortes soll ein Besucherzentrum entstehen.

dpa

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