Evakuierte in Port Arthur auf dem Weg zur Notunterkunft im Max Bowl. Foto: Kim Brent/The Beaumont Enterprise
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Evakuierte in Port Arthur auf dem Weg zur Notunterkunft im Max Bowl. Foto: Kim Brent/The Beaumont Enterprise
Das Hurrikan-Zentrum warnt noch immer vor lebensbedrohlichen Bedingungen. Foto: Kevin M. Cox
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Das Hurrikan-Zentrum warnt noch immer vor lebensbedrohlichen Bedingungen. Foto: Kevin M. Cox
Mit Schwimmweste und Zigarre watet ein Mann eine überschwemmte Straße in Houston entlang. Foto: Gregory Bull
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Mit Schwimmweste und Zigarre watet ein Mann eine überschwemmte Straße in Houston entlang. Foto: Gregory Bull
Notunterkunft in Port Arthur. Foto: Kim Brent/The Beaumont Enterprise
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Notunterkunft in Port Arthur. Foto: Kim Brent/The Beaumont Enterprise
An einer Chemiefabrik nahe Houston kam es zu Explosionen. Foto: Godofredo A. Vasquez
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An einer Chemiefabrik nahe Houston kam es zu Explosionen. Foto: Godofredo A. Vasquez
Im texanischen Pasadena steht eine petrochemische Anlage unter Wasser. Foto: Brett Coomer/Houston Chronicle
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Im texanischen Pasadena steht eine petrochemische Anlage unter Wasser. Foto: Brett Coomer/Houston Chronicle

Texas kommt nicht zur Ruhe

Die beängstigenden Folgen von Tropensturm "Harvey"

Das volle Ausmaß der Zerstörung, die der Sturm "Harvey" in Texas angerichtet hat, wird erst nach und nach zu sehen sein. Noch immer spielen sich um Houston dramatische Szenen ab. Die Solidarität mit den Flutopfern ist immens.

Houston - "Harvey" zieht weiter, aber Texas kommt nicht zur Ruhe: In den überschwemmten Gebieten kämpfen die Menschen mit den beängstigenden Folgen des Sturms. In einer Chemiefabrik nahe der Metropole Houston kam es am frühen Morgen zu zwei Explosionen.

Es brannte, über dem Gelände stieg schwarzer Rauch auf. In der Stadt Beaumont fiel die Wasserversorgung aus. In Houston gehen die Bergungsarbeiten weiter. Wie viele Menschen bislang in den Fluten ums Leben gekommen sind, ist unklar. Inoffizielle Schätzungen gehen von mehr als 30 Todesopfern aus.

"Harvey" war am Freitag erstmals in Texas auf Land getroffen. Binnen weniger Tage fielen in dem Staat mancherorts bis zu 1250 Liter Regen pro Quadratmeter - ein Rekord für das Festland der USA. Zahlreiche Flüsse, darunter der Colorado, traten über die Ufer, Stauseen ergossen ihre Fluten über die Dämme. Einige Dämme wurden zur Entlastung bewusst geöffnet, das führte zu weiteren Überschwemmungen.

Das US-Hurrikan-Zentrum stufte "Harvey" inzwischen zu einem tropischen Tiefdruckgebiet herunter. Am Donnerstag zog es östlich durch Louisiana. Auch Mississippi, Tennessee und Kentucky rüsteten sich für mögliche Überschwemmungen.

Meinungen über "giftige" Rauchwolke gehen auseinander

Nach den Explosionen in der Chemiefabrik in Crosby* war die Lage unübersichtlich. Die Behörden machten widersprüchliche Aussagen dazu, wie gefährlich die Situation für die Menschen war. Die Anlage, die etwa 40 Kilometer von Houston entfernt liegt, war bereits am Sonntag wegen Überschwemmungen evakuiert worden. In der Nacht zum Donnerstag kam es dann nach Darstellung des Betreibers zu zwei kleineren Explosionen und Feuern.

Der Leiter der Katastrophenschutzbehörde FEMA sagte in Washington, die Rauchwolke sei "unglaublich gefährlich". Der Sheriff von Harris County erklärte dagegen, der Rauch sei nicht giftig. Es gebe keine Gefahr für die Bewohner. Die Umweltbehörde des Bundesstaates warnte wiederum davor, den Qualm einzuatmen.

Richard Rennard von der Betreiberfirma Arkema sagte, der Rauch sei schädlich. Die Giftigkeit sei aber "etwas Relatives". Wenn man den Rauch einatme, führe das zu Reizungen der Lunge. 15 Polizisten, die das Gelände gesichert hatten, kamen ins Krankenhaus. Nach Darstellung des Sheriffs wurden sie wegen brennender Augen und gereizter Lungen behandelt.

Die Behörden richteten eine Sperrzone mit einem Radius von 2,4 Kilometern ein. Anwohner waren bereits am Mittwoch in Sicherheit gebracht worden. Die Betreiber rechneten damit, dass es in der Fabrik zu weiteren Bränden und Explosionen kommen könnte.

Auch in anderen Orten in Texas blieb die Lage angespannt: Die Städte Beaumont und Port Arthur kämpften mit Überschwemmungen - hier waren innerhalb von 24 Stunden 660 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Nach Angaben der Behörden brach in Beaumont die Wasserversorgung zusammen, nachdem die zentrale Pumpanlage dem Druck eines angeschwollenen Flusses nachgegeben hatte. Die Versorgung könne erst wieder hergestellt werden, wenn der Wasserpegel sinke.

Stars wollen für Flutopfer spenden

In Houston war eine Entspannung ebenfalls nicht in Sicht, obwohl die Großstadt von weiterem Regen verschont blieb.

Zahlreiche US-Stars werben für Spenden zugunsten der Opfer des Tropensturms - unter anderem bekundeten Schauspieler wie Sandra Bullock, Leonardo DiCaprio, Kevin Hart und Amy Schumer sowie Sängerin Beyoncé ihre Hilfsbereitschaft. Popstar Miley Cyrus kündigte in der Sendung von Ellen DeGeneres an, 500 000 US-Dollar für die Katastrophenhilfe in Houston zu geben. US-Präsident Donald Trump wird eine Million Dollar aus seinem Privatvermögen für die Flutopfer spenden. Das gab seine Sprecherin Sarah Sanders in Washington bekannt. Trump hatte sich am Dienstag ein Bild von der Lage in Texas gemacht und plant am Wochenende einen zweiten Besuch im Katastrophengebiet. Nach Angaben des Weißen Hauses sind durch das Hochwasser im Zuge des Tropensturmes "Harvey" 100 000 Häuser beschädigt worden. Die Sachschäden werden auf viele Milliarden Dollar geschätzt.

Trotz des schwelenden Konflikts zwischen Caracas und Washington erklärte die venezolanische Regierung, den Hurrikan-Opfern in den USA helfen zu wollen. Venezuela werde bis zu fünf Millionen US-Dollar (etwa 4,2 Millionen Euro) für betroffene Familien in Houston und Corpus Christi bereitstellen, kündigte Außenminister Jorge Arreaza am Mittwoch an.

Auch Mexiko hatte dem Nachbarland trotz des Streits um die von US-Präsident Donald Trump geplante Grenzmauer und die konfliktreiche Nachverhandlung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta Unterstützung angeboten. Mexiko hatte den USA schon nach dem schweren Hurrikan "Katrina" geholfen. Damals waren Hunderte Soldaten und Ärzte in die Vereinigten Staaten gekommen.

dpa

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