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Überschwemmungen in Russland

Überschwemmung: 150 Tote in Südrussland

Moskau - Die Zahl der Todesopfer nach den verheerenden Überschwemmungen im Süden Russlands ist auf über 150 gestiegen. Staatschef Putin leitet eine Untersuchung ein. 

Der Tod kam in der Nacht: Die schwerste Flutkatastrophe in der jüngeren Geschichte Russlands hat mehr als 150 Menschen das Leben gekostet. Meterhohe Wellen und Schlammlawinen überraschten nach zweitägigem Dauerregen die Menschen am Schwarzen Meer im Schlaf. Kremlchef Wladimir Putin forderte bei einem Blitzbesuch am Ort der Tragödie rund 1200 Kilometer südlich von Moskau eine Untersuchung. Es soll geklärt werden, ob die Bevölkerung in der Ferienregion Krasnodar früh genug gewarnt worden sei. Zudem prüfen Ermittler, ob abgelassenes Wasser aus einem nahen Stausee zu den verheerenden Überschwemmungen beigetragen hat.

Überschwemmung: Über 150 Tote in Russland

Überschwemmung: Über 150 Tote in Russland

„An eine solche Katastrophe kann sich hier niemand erinnern“, sagte Gebietsgouverneur Alexander Tkatschow sichtlich erschüttert im Staatsfernsehen. Er gab die Zahl der Toten am späten Sonntagmittag (Ortszeit) mit mindestens 152 an. Putin verhängte für diesen Montag landesweite Staatstrauer und versprach den Betroffenen neue Häuser sowie Finanzhilfen von umgerechnet 50 000 Euro.

Allein im Bezirk Krimsk rund 300 Kilometer nördlich von Sotschi, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden, seien etwa 140 Menschen ertrunken, hieß es. Mindestens zwei Menschen starben in Russlands größtem Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk, der wegen des massiven Sturms den Betrieb einschränken musste. Neun Touristen kamen im Küstenort Gelendschik ums Leben, davon fünf an Stromschlägen. Rund 1500 Rettungskräfte waren im Dauereinsatz. Die Polizei nahm erste Plünderer fest. Augenzeugen berichteten von rund sieben Meter hohen Wellen, die in die Orte hineingeschossen seien.

Binnen weniger Stunden verloren Tausende Bewohner ihr gesamtes Hab und Gut. Das Staatsfernsehen berichtete über verzweifelte Menschen, die jetzt vor allem auf Hilfe von Verwandten hoffen. „Vom Staat erwarte ich nichts“, sagte ein weinender Mann. Das schlammige Hochwasser überflutete etwa 5000 Häuser, rund 22 000 Menschen waren ohne Strom. In mehreren Städten wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Bahngleise und Straßen seien unterspült oder von Schlamm überdeckt, hieß es. Die Armee stellte Speziallastwagen und Hebekräne bereit. Experten schätzten den Schaden auf umgerechnet 250 Millionen Euro.

Das russische Fernsehen zeigte in dramatischen Bildern, wie Bewohner sich in höhere Stockwerke flüchteten oder mit Schlauchbooten aus überschwemmten Häusern gerettet wurden. Zahlreiche Anwohner harrten auf Dächern oder Bäumen aus. Die Behörden flogen hunderte Kinder aus einem Ferienlager aus.

Putin verschaffte sich im Helikopter zunächst einen Überblick und forderte dann bei einem Treffen mit Behördenvertretern in strengem Ton eine lückenlose Aufklärung. Der Chef der Ermittlungsbehörde, Alexander Bastrykin, leitete ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung ein. Rund 3000 Menschen seien aus dem Gebiet in Notunterkünfte gebracht worden, teilten die Rettungskräfte mit.

Bewohner der Region warfen den Behörden vor, die Schleusen eines nahen Stausees geöffnet und damit das Hochwasser mitverursacht zu haben. Ermittler räumten zwar ein, dass Wasser abgelassen wurde. Dies sei aber nicht der Grund für die Überschwemmungen gewesen, hieß es.

Den Angaben zufolge fiel innerhalb weniger Stunden so viel Regen wie sonst im Monatsdurchschnitt. Zudem hätten Sturzbäche aus dem angrenzenden Kaukasusgebirge das Gebiet überschwemmt.

dpa

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