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Auf die Wichtigkeit der Spendenbereitschaft aller Bürger soll der Tag der Organspende aufmerksam machen. Foto: Arne Dedert/Illustration

Tag der Organspende: Brisanz in der Bevölkerung angekommen

Wenn ein Mensch stirbt, ist das für die Verwandten eine große Belastung. Sollen sie dann noch über eine Organspende entscheiden, sind viele heillos überfordert. Das kann man leicht verhindern.

Hannover (dpa) - Die eigene Haltung zum Thema Organspende sollte man möglichst schriftlich festhalten. Dazu haben Politiker, Verbände und Prominente in Hannover aufgerufen. Dort fand die zentrale Veranstaltung zum Tag der Organspende statt.

"Man sollte auch immer bedenken, dass man auch Angehörige entlastet", sagte Axel Rahmel, der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organspende (DSO).

Ohne schriftliche Erklärung - beispielsweise auf einem Organspendeausweis - seien trauernde Verwandte nach dem Tod eines Menschen auch noch damit konfrontiert, ob Organe gespendet werden sollen. Rahmel wies darauf hin, dass sich unsichere Angehörige meist gegen eine Organspende entscheiden. Aber auch ein klares "Nein" zur Organspende sollte festgehalten werden.

Es sei wichtig, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen, sagte die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Jeder Mensch könne ohne jede Vorwarnung schwer erkranken und auf ein überlebenswichtiges Spenderorgan angewiesen sein. Sie forderte die Menschen auf, sich einen Ausweis zu holen.

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hatten 35 Prozent der Befragten zuletzt einen Organspendeausweis. 2013 waren es noch 28 Prozent. 80 Prozent der Befragten stehen einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber.

Nach Manipulationen an Wartelisten wie etwa 2012 in Göttingen war die Spendenbereitschaft deutlich zurückgegangen. In den ersten fünf Monaten 2015 war die Zahl der Organspender erstmals seit Jahren wieder gestiegen - bundesweit um fünf Prozent auf 375 (ohne Lebendspender). Dennoch warten mehr als 10 000 schwer kranke Menschen in Deutschland auf eine Transplantation, die meisten von ihnen auf eine neue Niere.

"Niemand kann zufrieden sein", sagte Rahmel. Überall auf der Welt gebe es zu wenig Spenderorgane. "In Deutschland ist es natürlich eklatant." Mit einer Spende könne man bis zu sieben Menschen das Leben retten. "Was für eine unglaubliche Möglichkeit."

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 3000 Menschen in Deutschland durch Organspenden gerettet. Unter dem Motto "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." soll der bundesweite Tag der Organspende daran erinnern, dass es aber immer noch zu wenige Spender gibt. Einige Empfänger bedankten sich in einer gemeinsamen Aktion für ihre neuen Organe. Ihnen wurden insgesamt 643 Lebensjahre geschenkt. Auch Stars wie der Liedermacher Heinz Rudolf Kunze hatten sich angekündigt.

Tag der Organspende

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