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Die Startseite der Internetseite secondwife.com.

Frauenrechtler entsetzt

Umstrittene Partnervermittlung für Muslime: Zweitfrau per Mausklick

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Auf der Suche nach einer zweiten Ehefrau? Eine Internetseite aus Großbritannien will muslimischen Männern bei der Suche nach weiteren Ehefrauen behilflich sein. Aktivisten protestieren vehement gegen den neuen Online-Dienst.

London - Eine Frau per Mausklick im Internet aussuchen, das klingt für viele befremdlich. In Großbritannien geht der Betreiber einer Online-Partnervermittlung jetzt noch einen Schritt weiter. Auf seiner Internetseite secondwife.com können muslimische Männer eine zweite Ehefrau suchen, wer will auch gerne eine dritte oder vierte.

Azad Chaiwala heißt der Betreiber der Plattform. Der 33 Jahre alte Unternehmer, dessen Eltern aus Pakistan stammen, wurde in Manchester geboren. Mit secondwife.com möchte er das Image von Polygamie ändern. Für ihn, selbst Polygamist, stellt es eines der letzten verbliebenen sozialen Tabus dar, eines, ohne das die Gesellschaft auseinander brechen würde.

Die Seite richtet sich nach eigenen Ausführungen ausschließlich an praktizierende Muslime. Als Leitidee findet sich an mehreren Stellen ein Auszug aus dem Koran (4.3): “then marry women of your choice, two or three, or four but if you fear that you shall not be able to deal justly, then only one” - Quran 4:3 (übersetzt: "So heiratet Frauen, die euch gut erscheinen, zwei drei oder vier, wenn ihr fürchtet, nicht billig (Anm. der Redaktion: im Sinne von gleich) handeln zu können, heiratet nur eine.")

Wie die englische Dailymail online berichtet, habe die Webseite aus Großbritannien bereits 100.000 Mitglieder - und das, obwohl Polygamie in Europa verboten ist. Wie die Zeitung weiter berichtet, hätten sich nach einem Selbsttest eines Reporters, der sich als 18-jährige Frau ausgab, in kürzester Zeit Männer im Alter zwischen 30 und 60 Jahren gemeldet. Es habe keinerlei Überprüfung seines Alters stattgefunden.

Kritiker werfen Chaiwala vor, die Seite fördere missbräuchliche Beziehungen und Ausbeutung oft jüngerer Frauen und er mache damit Profit. Die Feministin Yasmin Rehman, die sich seit Jahren gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen einsetzt, nannte den Dienst laut Dailymail  "zutiefst gefährlich" und forderte die Politiker auf, Maßnahmen zu ergreifen.

Chaiwala betont dagegen, der Dienst würde verantwortungsbewusst mit altmodischen und konservativen Werten umgehen und verweist auf die Rechtmäßigkeit von Polygamie im Islam. In Deutschland oder Großbritannien drohen für Polygamie mehrjährige Haftstrafen.

va

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