Umstrittenes Todesurteil gegen Nigerianer bestätigt

Singapur: - Singapur - Ein wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilter Nigerianer wird in dieser Woche in Singapur hingerichtet. Ein Gnadengesuch des nigerianischen Präsidenten wurde abgelehnt, sagte ein Sprecher des Hochkommissariats von Nigeria am Mittwoch in Singapur.

Die Hinrichtung sei an diesem Freitag geplant. In Singapur wird die Todesstrafe durch den Strang vollzogen.

Der Fall von Iwuchukwu Amara Tochi (21) hatte wegen der ungewöhnlichen Odyssee des jungen Mannes internationale Aufmerksamkeit erregt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte sich für den jungen Mann eingesetzt. Der Richter hatte bei der Verurteilung eingeräumt, es gebe keinen direkten Beweis dafür, dass Tochi von der verbotenen Substanz in seinem Gepäck wusste. Menschenrechtsanwalt Martin Ravi kündigte zusammen mit einer Aktivistin gegen die Todesstrafe einen 24-stündigen Hungerstreik an. Tochi sei unschuldig, und die Hinrichtung ein «barbarischer, kaltblütiger Mord», teilten die beiden mit.

Tochi stammt nach Angaben nigerianischer Diplomaten aus einer armen Familie in Ostnigeria. Er träumte von einer Fußball-Karriere und wollte sein Glück in Dubai suchen. Wenig erfahren und kaum mit Geld ausgestattet strandete er 2004 in Pakistan. Nach seinen Angaben stellte ihm ein dubioser Kontakt dort einen Job in Asien in Aussicht. Der Mann habe ihm Geld für das Ticket nach Singapur geliehen und gebeten, einem Freund ein Paket mit Heilkräutern mitzunehmen, sagte Tochi dem Anwalt Ravi.

Tochi wurde am 24. November 2004 mit 727 Gramm Heroin im Gepäck am Changi-Flughafen in Singapur festgenommen. Auf den Handel mit mehr als 15 Gramm Heroin ist in Singapur die Todesstrafe zwingend vorgeschrieben. Tochi beteuerte vergeblich seine Unschuld. Die Todesstrafe werde nur bei den schwersten Verbrechen verhängt, teilte die Gefängnisbehörde am Mittwoch mit. Hinrichtungen seien «ein deutliches Signal für etwaige Straftäter».

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