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Auf den Tellern deutscher Schüler landet zu wenig Gemüse.

Studie: Zu viel Fleisch, zu wenig Gemüse

So (un-)gesund ist das Essen in unseren Schulen

Berlin - Bei der Schulverpflegung in Deutschland gibt es laut einer Studie des Bundesernährungsministeriums große Defizite.

Die Forderung nach einem "Veggie Day" war den Grünen im Wahlkampf als Bevormundung angekreidet worden, doch bestätigt nun eine Studie eine zu fleischlastige Schulverpflegung. Rund die Hälfte der untersuchten Speisepläne enthält zu wenig Gemüse, wie die Zeitung "Die Welt" in ihrer Dienstagsausgabe aus der Studie der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zitierte. "Nach wie vor kommt Fleisch noch zu häufig in den Gerichten vor", lautet demnach das Fazit.

Die Erhebung soll am Dienstag auf dem "Bundeskongress Schulverpflegung" in Berlin vorgestellt werden, der "Welt" lag sie bereits in Auszügen vor. Demnach sind in den meisten Schulen die Pausen zu kurz, um das Mittagessen einzunehmen. Nur in 39 von 100 Schulen dauere die Mittagspause 46 Minuten und mehr, wie es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt. Auch die Vielfalt der Speisen sei nicht ausreichend. Nur in 16 Prozent der Grundschulen und 27 Prozent der weiterführenden Schulen gibt es demnach mehr als zwei Menüs.

Die befragten Schüler sehen ihre Schulverpflegung dagegen weniger kritisch. 53,5 Prozent der Grundschüler finden das Schulessen sehr gut (16,1 Prozent) und gut (37,4 Prozent), auf den weiterführenden Schulen sinkt dagegen die Zufriedenheit auf 8,7 Prozent (sehr gut) und gut (37,2 Prozent), schreibt die Zeitung.

Foodwatch: Kontrollergebnisse für Schulessen veröffentlichen

In diesem Zusammenhang fordert die Verbraucherorganisation Foodwatch, bei Schulkantinen und Anbietern von Schulverpflegung alle Ergebnisse amtlicher Lebensmittelkontrollen öffentlich zu machen. Es sei ein Unding, dass Lehrer und Eltern nicht darauf zugreifen könnten, um den vertrauenswürdigsten Lieferanten für das Schulessen der Kinder zu ermitteln, sagte der stellvertretende Foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. Die Behörden wüssten, wie es um die Hygiene in Schulküchen und bei Zulieferern bestellt sei. Der Bund solle die Länder daher zu einer Veröffentlichung der Ergebnisse verpflichten.

Derzeit verbringen 32 Prozent der Schüler (ohne Gymnasium und berufliche Schulen) den ganzen Tag in der Schule. Im Osten ist der Anteil deutlich höher als im Westen. Der Anteil der Ganztagsschulen liegt in Sachsen bei 78 Prozent, in Baden-Württemberg dagegen nur bei 18 Prozent. Da die Tendenz bundesweit steigend sei, komme der Schulverpflegung eine immer größere Bedeutung zu, heißt es der "Welt" zufolge in der Studie.

Die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften befragte bundesweit mehr als 1500 Schulleitungen, 212 Schulträger und mehr als 12.000 Schüler im Primar- und Sekundarbereich.

AFP/dpa

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