Überfall in Syrien

UN-Soldaten als Geiseln

New York/Beirut - Der UN-Sicherheitsrat hat die sofortige Freilassung der von bewaffneten syrischen Rebellen als Geiseln genommenen UN-Blauhelmsoldaten gefordert.

Der Rat verurteile die Geiselnahme scharf, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin am Mittwoch in New York nach einer Sondersitzung des mächtigsten UN-Gremiums. Bei der kurzfristig einberufenen Sitzung hatte UN-Untergeneralsekretär Hervé Ladsous den Rat über die Vorgänge unterrichtet.

Anders als zunächst berichtet, handele es sich nicht nur um 20 Blauhelmsoldaten, sondern um mehr, sagte Russlands UN-Botschafter Tschurkin, der dem Sicherheitsrat derzeit vorsitzt. Eine genaue Zahl nannte er nicht. Auch woher die Soldaten stammen, blieb zunächst unklar. Die Geiselnahme, die ohne Kämpfe abgelaufen sei, habe in der syrischen Provinz Daraa nahe den Golan-Höhen an der Grenze zu Israel stattgefunden. „Das ist eine Gegend, die weder von Syrien noch von Israel wirklich kontrolliert wird, quasi Niemandsland.“ Die Rebellen hätten auch die Fahrzeuge der Blauhelmsoldaten in ihre Gewalt gebracht.

Die Soldaten gehören der UNDOF-Mission an, die seit den 1970er Jahren eine syrisch-israelische Waffenruhe auf den Golan-Höhen überwacht. „Sie sind unbewaffnet und haben mit dem derzeitigen Konflikt in Syrien nichts zu tun“, sagte Tschurkin. „Das ist eine schwerwiegende Missachtung der UN. Anscheinend wollen einige Gruppen derzeit unbedingt die geografischen Grenzen des Syrien-Konflikts ausweiten.“

dpa

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