+
Dürre und Hunger in Kenia: Experten sehen auch im Klimawandel Gründe für die Flüchtlingsströme. Foto: Stephen Morrison/Archiv

UN warnen wegen El Niño vor Hunger in Afrika

Das Klimaphänomen El Niño verursacht Wetterextreme in vielen Regionen der Welt. Angesichts einer Dürreperiode warnen die UN nun vor einer Hungersnot im südlichen Afrika. Millionen Menschen sind gefährdet.

Johannesburg (dpa) - Eine anhaltende Dürrewelle führt im südlichen Afrika zu erheblichen Ernährungsengpässen. Der regionale UN-Nothilfekoordinator (OCHA) warnte in Johannesburg, in der Region seien mindestens 13,5 Millionen Menschen gefährdet.

Schuld an der außergewöhnlichen Dürreperiode ist demnach El Niño. Das globale Klimaphänomen entsteht rund alle sieben Jahre im tropischen Pazifik und verursacht extremes Wetter in vielen Regionen der Welt.

In diesem Jahr hat El Niño besonders starke Auswirkungen in Ländern wie Malawi, Sambia, Mosambik, Botsuana, Simbabwe und Namibia, aber auch in Südafrika und Madagaskar. Ernteausfälle in der Region führten den Angaben zufolge im Verbund mit einem Kursverfall lokaler Währungen zu ungewöhnlich heftigen Preiserhöhungen. Der Höhepunkt des Wetterphänomens wird für Ende des Jahres erwartet - er könnte somit Auswirkungen auf die aktuelle Pflanzzeit haben.

Während das Wetterphänomen im südlichen Afrika gewöhnlich für Trockenheit sorgt, führt es im äquatorialen Ostafrika zu mehr Niederschlägen. Sintflutartige Regenfälle gab es nach Angaben eines OCHA-Vertreters vor allem im Norden von Tansania. Ein folgender Cholera-Ausbruch forderte dort bisher 54 Menschenleben. Insgesamt gebe es bislang 5600 Cholera-Fälle, hieß es weiter. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe bereits Hilfe mobilisiert.

Am Mittwoch hatte Äthiopien um internationale Hilfe zur Versorgung von 8,2 Millionen Menschen gebeten. Die Regierung hat nach eigenen Angaben umgerechnet 170 Millionen Euro für Soforthilfe reserviert. Bis zum Jahresende werden nach Angaben der nationalen Katastrophenbehörde aber weitere 524 Millionen Euro benötigt.

WHO zu Cholera-Ausbruch in Tansania

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der älteste Vormensch könnte aus Europa statt Afrika stammen
In Afrika trennten sich mit der Entwicklung der ersten Vormenschen die Wege von Menschen und Menschenaffen - das nehmen viele Experten an. Es könnte aber auch ganz …
Der älteste Vormensch könnte aus Europa statt Afrika stammen
Wie eine große Firma: Europaweite Einbrecherclans aufgespürt
Mädchen auf Einbruchstour: Die Münchner Polizei hat Mitglieder einer Bande dingfest gemacht - und spricht von internationalen Strukturen mit womöglich 500 Tätern.
Wie eine große Firma: Europaweite Einbrecherclans aufgespürt
Unglaubliches Video: Seelöwe reißt Mädchen ins Wasser
Damit hätte wohl niemand gerechnet: Ein kleines Mädchen möchte mit ihrer Familie die Seelöwen an einem Pier in Vancouver füttern. Plötzlich taucht eines der Tiere auf …
Unglaubliches Video: Seelöwe reißt Mädchen ins Wasser
Verkaterter Brite lässt sich Pizza direkt ans Bett liefern
Wenn die Partys ausschweifender werden als gedacht, hilft am nächsten Tag nur eines: Im Bett bleiben - und dazu am besten noch ein richtig fettiges Essen. Das dachte …
Verkaterter Brite lässt sich Pizza direkt ans Bett liefern

Kommentare