Unbürokratische Hilfe bei der Rückholung deutscher Touristen

- Colombo - Johannes Domagala ist sichtlich geschafft. Vier Nächte lang hat der Beauftragte der Deutschen Botschaft hunderten deutschen Touristen auf dem Flughafen der Hauptstadt Sri Lankas zu einem Rückflug in die Heimat verholfen.

«Mit viel Unterstützung durch die Fluglinien haben wir es jetzt geschafft», sagt er am Donnerstag erleichtert in Colombo. «Nun kommen nur noch Einzelne.»

So wie die 23-jährige Juliane Hoyer aus Leipzig mit ihrem Freund Roberto Stoll, die der Flutwelle unverletzt entkommen sind. «Unsere Unterkunft lag etwas abseits an einem Hügel», erzählt sie. «Als wir am Sonntagmorgen aufgewacht sind, war schon alles passiert.» Doch da die Lage an ihrem Ferienort Hikkaduwa an der Südküste für die Bevölkerung immer prekärer wird, wollen die beiden nicht länger bleiben. «Für die Menschen dort werden Wasser und Nahrungsmittel knapp, während wir als Touristen alles haben», sagt die 23-Jährige. «Das wurde uns alles zu viel.» Daher sind die beiden am Donnerstag zum Flughafen Colombo gereist, obwohl ihr gebuchter Flug erst in zehn Tagen geht.

Ihnen kann Domagala ebenso helfen wie den vielen Touristen zuvor, die in der Flut oft nicht nur ihr Gepäck, sondern auch Pässe und Flugtickets verloren hatten. «Die Airlines haben den Touristen sehr schnell neue Tickets ausgestellt», sagt der Botschaftsangestellte. Auch andere halfen unbürokratisch. «Die belgische Luftwaffe hat 32 und Austrian Airlines 152 deutsche Touristen unentgeltlich an Bord genommen.» Zu Aufregungen sei es lediglich am Mittwochmorgen gekommen, als etwa 400 deutsche Touristen am Flughafen warteten. «Wir konnten sie jedoch schnell überzeugen, dass wir ihnen noch rechtzeitig vor den Abflügen helfen können», sagt Domagala.

Am Donnerstagmorgen konnten auch einige Verletzte von Colombo aus die Heimreise antreten. So zwei junge Frauen aus Israel, die mit schweren Prellungen an den Beinen im Rollstuhl zum Abfertigungsschalter fahren mussten. «Wir waren mit dem Surfbrett am Strand», erzählen sie. «Dann kam plötzlich die Riesenwelle und hat uns mindestens 500 Meter weit mitgerissen. Dann konnten wir uns an Bäumen festhalten.»

Ein Baum war auch die Rettung für den 61-jährigen Niederländer Joos Aarts, der mit seiner einheimischen Ehefrau eigentlich bis Mai in Sri Lanka bleiben wollte. Er wurde von der Welle auf den Baum getragen und konnte dort abwarten, bis das Wasser wieder sank. «Das hat ungefähr eine halbe Stunde gedauert», sagt er. Aarts zog sich dabei eine tiefe Schnittwunde am Knie zu, die er nun zu Hause behandeln lassen muss.

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