Unfälle mit Reisebussen

- Bad Klosterlausnitz - Bei einem schweren Busunglück auf der Autobahn A 9 in Thüringen sind in der Nacht zum Samstag drei Frauen ums Leben gekommen, darunter die 47 Jahre alte Fahrerin. 40 Menschen wurden mit teils schweren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Nach ersten Erkenntnissen war der dänische Reisebus bei Bad Klosterlausnitz mit überhöhter Geschwindigkeit auf einen haltenden Lastwagen aufgefahren. Die Staatsanwaltschaft Gera hat die Ermittlungen aufgenommen.

In Ungarn sind am Samstagmorgen auf der Autobahn südöstlich von Budapest zwei Menschen ums Leben gekommen, als ihr Bus von der Fahrbahn abkam und umkippte. Der Fahrer sei vermutlich am Steuer eingeschlafen, hieß es.

Für die überwiegend dänischen Fahrgäste sollte es ein fröhlicher Skiurlaub in Österreich werden, doch an der Anschlussstelle Bad Klosterlausnitz in Fahrtrichtung Nürnberg endete die Fahrt im Schrecken. Gegen 1.10 Uhr raste der Doppelstockbus in einen Lastwagen, der wegen eines vorangegangenen Autounfalls gestoppt hatte, und schob ihn auf einen weiteren Laster. Die Busfahrerin, eine Norwegerin, war sofort tot. Ihre 39-jährige Beifahrerin und eine 58- jährige Urlauberin erlagen kurz darauf ebenfalls ihren schweren Verletzungen. Verletzt wurden auch ein Lastwagenfahrer und sein Beifahrer.

Den innerhalb von Minuten herbeigeeilten Rettungskräften bot sich ein grauenvolles Bild. Die gesamte Frontseite des Busses war völlig zerstört. Die Wucht des Aufpralls hatte Sitze aus ihrer Verankerung gerissen, im Wrack lagen verletzte Passagiere, Gepäckstücke und Skiausrüstungen. Kein einziger der überlebenden 41 Businsassen war unverletzt geblieben. Selbst erfahrene Polizisten zeigten sich von diesem Ausmaß entsetzt. «Einen solch schrecklichen Unfall habe ich in meinen vielen Jahren bei der Polizei nicht erlebt», sagte Peter Oertel von der Autobahnpolizei Hermsdorf.

Der Unfall ereignete sich kurz nach einer Stelle, an der die dreispurige Autobahn zweispurig wurde. Laut Polizei war die Autobahn zum Zeitpunkt des Unglücks weder verschneit noch glatt. Dies und die Tatsache, dass der Bus ungebremst in den Laster raste, weckte Vermutungen, die Fahrerin könne am Steuer für Sekunden eingeschlafen sein. «Ich beteilige mich nicht an diesen Spekulationen«, sagte dazu der Leiter der ermittelnden Staatsanwaltschaft Gera, Raimund Sauter, bei einer Pressekonferenz. Die Ermittler gehen derzeit von erheblich erhöhter Geschwindigkeit des Reisebusses aus.

Ein Großaufgebot von über 150 Polizeibeamten, Feuerwehr- und Rettungskräften war bei eisigen Temperaturen stundenlang vor Ort, um die Opfer zu bergen. Von den Verletzten befindet sich den Angaben zufolge keiner in Lebensgefahr. Die Autobahn war wegen der komplizierten Rettungs- und Bergungsarbeiten bis 6.00 Uhr teils voll gesperrt. Der verunglückte Bus war von einem Reisebüro in der Stadt Ringköbing in Westjütland gechartert worden und am Freitagmittag in Kopenhagen gestartet. Vertreter der dänischen Botschaft in Deutschland informierten sich vor Ort über das Ausmaß des Unglücks. Erst am 5. Januar war ein mit Schülern aus Dänemark besetzter Reisebus an einer Tankstelle an der A 9 in Bayern in Brand geraten. Die insgesamt 66 Insassen blieben unverletzt.

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