Unfall-Helikopter: Mutprobe schuld an Absturz

- Uelzen - Der Pilot des verunglückten ADAC-Rettungshubschraubers ist trotz eines Verbotes mit seiner Maschine unter einer Brücke des Elbe-Seitenkanals durchgeflogen, erklärten in Uelzen (Niedersachsen) die Polizei und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

<P>Die Staatsanwaltschaft Lüneburg leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den Piloten wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, Körperverletzung und eines Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz ein. Bei dem Unfall war bei Hohnstorf im Nordosten Niedersachsens ein 35 Jahre alter Notarzt gestorben (wir berichteten).</P><P>Erste Untersuchungen am ADAC-Helikopter und Aussagen eines Augenzeugen hätten das gefährliche Flugmanöver bestätigt, sagte Polizeisprecher Michael Schröder. Es sei nicht notwendig gewesen, von dem Verbot abzuweichen, unter Brücken oder Hochspannungsleitungen durchzufliegen.</P><P>Der Pilot (36) und der Rettungssanitäter (40) waren bislang wegen schwerer Schockzustände nicht vernehmungsfähig. Sie hatten sich aus der abgestürzten Maschine befreien und an Land schwimmen können. Der Notarzt, der erst nach Stunden aus dem Wrack geborgen werden konnte, sei ertrunken. Das habe die Obduktion ergeben.</P><P>Einen technischen Defekt der zwölf Jahre alten Maschine vom Typ BO 105 haben die Ermittler inzwischen ausgeschlossen. Der Hubschrauber sei vom Piloten langsam unter der Kanalbrücke hindurchgesteuert worden. "Erst danach kam es 15 Meter hinter der Brücke zum Unglück, als der Pilot offenbar Gas gab", so Schröder. Dabei habe die Maschine sich mit der Vorderseite nach unten geneigt, Kontakt mit den Eisschollen bekommen, "sich fast auf den Rücken gelegt" und sei "abgeschmiert". Der Hubschrauber habe mit seiner Höhe von rund drei Metern unter die 5,60 Meter hohe Brücke gepasst.</P><P>Der ADAC wollte vor der Vorlage des technischen Gutachtens und des Ermittlungsberichtes der Staatsanwaltschaft keine weiteren Erklärungen abgeben. Neben seinem Job beim ADAC war der Pilot ohne Genehmigung seines Arbeitgebers auch für die Firma "Euroheli" im Einsatz. Er habe vor allem in Österreich Hubschrauber der Typen "Bell" und "Eurocopter" geflogen, so ein Flugdienstleiter von "Euroheli". Bei seinem Einstellungsgespräch im vergangenen Sommer habe der Pilot keinerlei andere Tätigkeiten angegeben.<BR></P>

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