Waffenhändler von OEZ-Amoklauf zu sieben Jahren Haft verurteilt

Waffenhändler von OEZ-Amoklauf zu sieben Jahren Haft verurteilt
+
Eine Weichwanze (Psallus Varians) im Vergleich zu einer 1-Euro-Münze. Die Wanzenart macht in Deutschland derzeit von sich reden, weil sie Menschen sticht, statt sich an Grünzeug oder Blattläusen zu laben. Foto: Hitradio FFH/dpa

Ungewöhnliches Verhalten: Wanzen stechen Menschen

Dieses Beute-Schema verblüfft die Experten: Eine Weichwanzenart macht sich derzeit nicht wie üblich über Grünzeug und Blattläuse her, sie sticht vielmehr massenhaft Menschen. Eine Erklärung haben Fachleute nicht. Sie vermuten: Die Wetterkapriolen könnten schuld sein.

Frankfurt/Main (dpa) - Eine Wanzenart macht in Deutschland derzeit von sich reden, weil sie Menschen sticht, statt sich an Grünzeug oder Blattläusen zu laben. "Es ist ein verblüffendes Verhalten", sagte der Wanzenexperte Wolfgang Dorow vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt.

Er habe dutzendfach Fälle berichtet bekommen, wonach die Insekten Menschen gestochen haben. Massenhaft Meldungen zu den Blutsaugern habe es in ganz Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein Westfalen gegeben.

Der Übeltäter heißt Psallus varians. Eine wenige Millimeter große Weichwanzenart, die vor allem auf Buchen und Eichen zu finden ist. Dort saugen die Tiere gewöhnlich an Baumpollen oder knöpfen sich Blattläuse vor. "Es kommt eigentlich selten vor, dass sie sich vertun und Menschen stechen", betonte Dorow.

Doch während der Wetterkapriolen der vergangenen Tagen mit Schwüle und Starkregen zeigen die Tierchen offenbar untypisches Verhalten. Augenzeugen berichten in sozialen Netzwerken von schwarmhaftem Auftreten und von entzündeten Stichwunden. "Dabei handelt es sich sicher um allergische Reaktionen. Normalerweise folgt auf den durchaus schmerzhaften Stich solcher Wanzenarten nicht einmal eine Hautrötung, wie sie etwa bei Mücken üblich ist", sagte der Fachmann. Als Krankheitsüberträger sei die Weichwanzenart nicht bekannt.

Dass die Tiere in Massen auf Menschen losgehen, sei ein Phänomen, sagte der Wanzenexperte dem Sender Hit Radio FFH. Eine Erklärung für dieses ungewöhnliche Verhalten der kleinen Blutsauger habe er nicht.

Psallus varians, eine von 26 in Deutschland bekannten Arten der Gattung Psallus, vermehrt sich schwunghaft im Mai und Juni. Im Hoch- und Spätsommer sind nur noch vereinzelt Tiere zu beobachten. Insgesamt sind nach Angaben Dorows 891 Wanzenarten in Deutschland bekannt, von denen nur fünf an Menschen, Vögeln oder Fledermäusen Blut saugen.

Psallus varians

Wikipedia Psallus varians

Dr. Wolfgang Dorow

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sieben Jahre Haft für Waffenhändler vom Münchner Amoklauf
Neun Todesopfer, eine Stadt in Panik: Der Amoklauf eines Schülers hat im Juli 2016 München schwer getroffen. Der Verkäufer der Tatwaffe soll nun jahrelang ins Gefängnis.
Sieben Jahre Haft für Waffenhändler vom Münchner Amoklauf
Sieben Jahre Haft für Waffenhändler vom Münchner Amoklauf
Neun Todesopfer, eine Stadt in Panik: Der Amoklauf eines Schülers hat im Juli 2016 München schwer getroffen. Der Täter erschoss sich selbst und kann nicht zur …
Sieben Jahre Haft für Waffenhändler vom Münchner Amoklauf
Frau zündet statt Zigarette eigene Haare an
Beim Versuch, sich eine Zigarette anzuzünden, hat sich eine Frau in Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern schwere Verbrennungen am Kopf zugezogen.
Frau zündet statt Zigarette eigene Haare an
Toilettengang löst Feuerwehreinsatz aus
Der Toilettengang eines 58-Jährigen hat in Baden-Württemberg einen kompletten Feuerwehrlöschzug auf den Plan gerufen: Weil die Klinke abbrach.
Toilettengang löst Feuerwehreinsatz aus

Kommentare