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Ein Bergsteiger aus Duisburg ist nach einem Sturz in eine Felsspalte am Dachstein in Österreich nach fünf Tagen verletzt geborgen worden.

„Er hat wohl nicht mehr daran geglaubt“

Henning K. (45) überlebt fünf Tage in diesem Loch - und hat dann bei der Rettung Tränen in den Augen

Ein deutscher Bergsteiger hat nach einem Sturz am Dachstein in Österreich fünf Tage in einer Felsspalte überlebt. Er wurde bei einer dramatischen Rettungsaktion geborgen.

Gosau - Dass er mit dem Leben davongekommen ist, grenzt an ein Wunder: Ein Bergsteiger aus Duisburg ist nach einem Sturz in eine Felsspalte im österreichischen Dachsteingebiet nach fünf Tagen verletzt geborgen worden. Die Bergretter entdeckten den 45-jährigen Henning K. am Donnerstagmorgen in der 30 Meter tiefen Kluft.

Zuletzt hatte sich der Diplomingenieur – er arbeitet für die Duisburger Stadtverwaltung – am 3. November aus dem Urlaub bei seinem Vater gemeldet. Per SMS teilte er mit, dass er am nächsten Tag zu einer Wandertour im Dachsteingebiet aufbrechen werde. Danach herrschte zwei Tage lang Funkstille – K.s Vater schlug Alarm und gab eine Vermisstenanzeige auf. Während die Duisburger Polizei ermittelte und die Kollegen in Österreich kontaktierte, saß Henning K. bereits in seinem eisigen Gefängnis fest.

Ein Bergretter mit einer Stirnlampe sieht am 09.11.2017 am Dachstein in der Nähe von Gosau (Österreich) in eine Felsspalte.

Seit seinem Sturz in die Spalte hatte er immer wieder vergeblich versucht, per Handy einen Notruf abzusetzen. „Es wurde finster und wieder hell, er sah oben sogar einen blauen Himmel, aber es kam keine Antwort“, so ein Bergretter am Donnerstag. Zwischendurch schaltete der Verunglückte sein Handy aus, um den Akku zu schonen. Am Mittwochabend konnte sich Henning K. dann endlich bemerkbar machen. „Ein erster Notruf mit nur null Sekunden ging um 21 Uhr ein“, schilderte Alpinpolizist Bernhard Magritzer. Um 23 Uhr hätte die Leitstelle weitere Notrufe mit jeweils ein bis zwei Sekunden erreicht. „Der Kollege hat jemanden schwer atmen gehört und richtig reagiert“, so Magritzer. Schließlich gelang es dem Bergsteiger, seine GPS-Daten zu übermitteln. Ein 20-köpfiges Team aus Bergrettern sowie ein Sonderteam der Alpinen Einsatzgruppe schwärmte aus – zunächst zu Fuß, später auf Skiern. Die Unglücksstelle liegt in rund 2050 Metern Höhe nahe der Adamekhütte am Dachsteingletscher. Das Gelände ist unwegsam – der Neuschnee erschwerte die Arbeit der Retter zusätzlich, es herrschte extreme Lawinengefahr. Um vier Uhr morgens konnten die Männer Henning K. endlich aus der Felsspalte befreien. Die Körpertemperatur des 45-Jährigen betrug nur noch 35 Grad, außerdem hatte er beim Sturz Verletzungen an Schulter und Sprunggelenk erlitten. Er sei aber ansprechbar gewesen. Offenbar hatte sich K. mit Proteinriegeln, Resten aus seiner Trinkflasche und Schmelzwasser notdürftig ernähren können. Derzeit wird er in einer Klinik intensivmedizinisch betreut.

Nach der Bergung habe Henning K. Tränen in den Augen gehabt, so Retter Christian Egger. „Er hat wohl nicht mehr daran geglaubt, da noch lebend rauszukommen.“

tz

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