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Marcelo Lusardi skatet durch die Gegend, obwohl er sein Augenlicht verloren hat. 

Durch die Krankheit zu neuem Mut

Dieser blinde Skateboarder lässt sich nicht unterkriegen

Santiago de Compostela - Was uns nicht umbringt, macht uns stärker - so eine Weisheit von Nietzsche. Diese hat sich anscheinend auch Marcelo Lusardi zu Herzen genommen und aus seiner schwierigen Situation schier Unglaubliches gemacht. 

1997 wurde Lusardi in Buenos Aires, Argentinien, geboren. 2003 zog er mit seiner Familie nach Santiago de Compostela in Spanien. Mit elf Jahren fing er das Skaten an. Neben dem Skateboarden spielte er auch leidenschaftlich Gitarre. Er lebte ein gewöhnliches Teenager-Dasein. Bis zum Jahre 2015.

Im Krankenhaus erfuhr von der Leberschen Optikusatrophie, einer seltenen Erbkrankheit. Diese führt bei jungen Männern früher oder später zur kompletten Erblindung. Auch bei Lusardi, der damit anfangs überhaupt nicht klar kam. Als er das in seiner Dokumentation erzählt, fängt seine Stimme an zu zittern und er versucht, die Tränen zu unterdrücken. Da er sich seine Blindheit nicht eingestehen wollte, hatte er Unfälle mit Ampeln, weil er ohne Blindenstock unterwegs war. 

Wenn seine Freunde skateten, weinte Lusardi

Er ging trotz seiner Erkrankung zu dem Platz, an dem seine Freunde skateten. Anfangs weinte er, wenn die Rollen eines Skateboards hörte. Doch seine Freunde sprachen im Mut zu und sorgten dafür, dass sich Lusardi auch blind auf sein Skateboard stellte.

Anfangs war es für ihn „ziemlich beängstigend“, blind auf dem Skateboard zu stehen, denn es war „sehr schwer ohne Sehkraft das Gleichgewicht zu halten.“ Auch wenn es komisch klingt, Lusardi behauptet, dass er nun besser skate als jemals zuvor. Und einen deutlichen Unterschied kann er ausmachen: Er achtet nun mehr auf seine Fußstellung als mit den Augen das Drehen des Boardes zu verfolgen. 

An bekannten Orten skatet er ohne Blindenstock

Nun skatet er wieder regelmäßig auf dem Platz, auf dem er angefangen hatte. „Hier brauche ich keinen Blindenstock, denn hier weiß ich genau, wo welches Hindernis steht“, sagt Lusardi. An neuen Orten geht er die verschiedene Hindernisse mit seinem Stock ab und merkt sich, wo welche Dinge stehen. 

Seine Mutter Carmen ist sehr stolz auf ihren Sohn und sieht ihn als Vorbild für viele andere Menschen. „Er ist mein Idol und er ist das Idol seines Vaters, einfach ein wahrer Champion. Menschen, die solche Situationen erleben, sollen weitermachen und kämpfen“, so Carmen.

Lusardi hat einen Berufswunsch und ein großes Ziel

Als er erblindete, war er auf der High-School. Nun benutzt er Audio-Mitschnitte, um seine Schule fertig zu machen. Später will er einmal als Physiotherapeut arbeiten. Außerdem will er die ganze Welt bereisen und überall skaten. „Skateboarding ist the best thing in the whole world“, sagt er und wischt sich eine weitere Träne aus dem Gesicht.

Die bewegende Dokumentation über „Blind Rider“ Marcelo Lusardi sehen Sie hier:

AnK

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