Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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Arbeiter untersuchen die Textilfabrik in Karachi, in der am 11.09.2012 mehr als 250 Menschen verbrannten.

Unglücksfabrik in Pakistan belieferte Kik

Islamabad - Vor einer Woche verbrannten über 250 Arbeiter in einer pakistanischen Textilfabrik. Ein Grund: schlechter Arbeitsschutz. Jetzt räumt Kik ein, dass die Firma den Textildiscounter belieferte.

Die Fabrik in Pakistan, in der vor einer Woche mehr als 250 Menschen verbrannten, hat auch für den deutschen Textildiscounter Kik produziert. Unter anderem lieferte das Unternehmen Jeanswaren nach Deutschland. Die Tengelmann-Tochter aus dem westfälischen Bönen räumte am Dienstag ein, seit Jahren Waren aus der Unglücksfabrik zu beziehen. Bei dem Brand vor einer Woche in Karachi kamen auch deshalb so viele Menschen um, weil der Arbeitsschutz nicht eingehalten wurde. Ob auch andere deutsche Unternehmen betroffen sind, war unklar.

Kik teilte mit, dass ein unabhängiges Unternehmen im Auftrag von Kik die Arbeitsbedingungen und den Brandschutz kontrolliert habe. Nach Hinweisen auf Mängel im Jahr 2007 habe es Nachbesserungen gegeben. Ein Prüfbericht vom 30. Dezember 2011 habe die Einhaltung bestätigt. Die pakistanische Regierung will nach Kik-Angaben dazu einen Untersuchungsbericht vorlegen. In der Fabrik gab es keine Notausgänge, und die Fenster waren vergittert.

Der Vorsitzende des pakistanischen Unternehmerverbandes PRGMEA, Shehzad Saleem, sagte der Nachrichtenagentur dpa, Ali Enterprises habe mit mindestens einem deutschen Partner zusammengearbeitet. Er nannte Kik. Ein Polizeisprecher in Karachi bestätigte Geschäftskontakte der Fabrik nach Deutschland.

Kik äußerte sich wegen der vielen Opfer betroffen und will zusammen mit weiteren Unternehmen, die von Ali Enterprises Ware erhielten, einen Hilfsfonds aufbauen. Kik gab den Hinweis, dass es sich um internationale Unternehmen handle. Der Discounter selbst hatte sich erst nach Hinweisen aus Pakistan zu erkennen gegeben.

Warum die Kontrollen, die Kik nach eigener Darstellung in Auftrag gegeben hatte, ins Leere liefen, will der Discounter prüfen. In einem ersten Nachhaltigkeitsbericht im Jahr 2010 hatte Kik noch auf 90 Seiten auf die hohe Verantwortung der Auftraggeber gegenüber den Lieferanten hingewiesen. Neben vernünftigen Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutz, Sozialstandards und Löhnen werden darin auch Produktstandards bis hin zu Umweltmaßnahmen festgelegt. Kik lässt auch in Bangladesch und China produzieren.

Die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) hatte sich in diesem Jahr in einer Studie Aldi, Lidl und Kik gewidmet und kommt zu dem Schluss, dass die Unternehmen zu großen Druck auf ihre Lieferanten ausüben. „Sie verlangen gute Qualität, schnelle Lieferung und zahlen schlecht“, sagte Lars Stubbe von CCC der dpa. Hilfe leisteten die Staaten, die mit niedrigen Mindestlöhnen Werbung für ihren Standort machten. Die Folge seien oftmals katastrophale Arbeitsbedingungen. Für Überprüfungen würden Fabriken herausgeputzt und Arbeiter instruiert. CCC fordert vor allem die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, die aber oftmals vor Ort verhindert würden. Sie könnten kontrollieren, ob die Arbeitsbedingungen eingehalten würden, sagte Stubbe.

Kik war in der Vergangenheit selbst wegen Billiglöhnen und einem Datenschutzskandal ins Gerede gekommen. Daraufhin hatte die Tengelmann-Tochter Mindestlöhne eingeführt und einen Nachhaltigkeitsbericht aufgelegt. Das Unternehmen hatte zuletzt mit 20 000 Beschäftigten in mehr als 3000 europäischen Filialen 1,66 Milliarden Euro umgesetzt.

dpa

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