Security findet 21-Jährige im Gebüsch​​ an der Wiesn - Polizei geht vom Schlimmsten aus

Security findet 21-Jährige im Gebüsch​​ an der Wiesn - Polizei geht vom Schlimmsten aus
+
Eine Frau aus Niger hält ihre kleine Tochter im Arm.

Das zweitärmste Land der Welt

Niger: Dürre, Flutkatastrophen und tödliche Hungersnöte

  • schließen

Diese Kinderaugen sollen wieder strahlen können. Öffnen Sie Ihr Herz für die große Spendenaktion von tz und Unicef und schenken Sie den Kindern in Niger eine Zukunft.

Die Menschen in Niger haben viele Probleme. Die letzten Ernten waren verheerend. Erst jahrelange Trockenheit, dann in diesem Jahr viel zu viel Regen. Das hat im Süden des Landes zu einer Flutkatastrophe mit 150 Toten und 20.000 Obdachlosen geführt, im Osten zu zerstörten Feldern und Hungersnöten. Im Norden, an der Grenze zu Libyen, sterben regelmäßig Menschen in der Sahara, die den Niger als Transitland nutzen, um dann von Libyen aus nach Europa zu gelangen. Bis zu 150 000 Migranten durchqueren das Land Richtung Norden. Sie verdursten elendiglich in der Wüste, bevor sie überhaupt in die Nähe des Nachbarstaates gelangen. Der nächste Brennpunkt liegt im Süden des Landes. An der Grenze zu Nigeria droht permanent Gefahr durch die Terrormilizen der Boko Haram, die regelmäßig Anschläge verüben. 

Für all das interessiert sich der Rest der Welt wenig. Der Fokus liegt auf anderen Ländern in Afrika, auf Somalia, dem Südsudan oder auf Mali, wo deutsche Bundeswehrsoldaten stationiert sind. Auf Länder, aus denen sich massenhaft Flüchtlinge auf den Weg nach Europa machen. Deshalb möchten wir mit unserer Spendenaktion genau hier helfen, in einem Land, das unsere Unterstützung  genauso braucht wie Länder, über die regelmäßig berichtet wird. Wie groß die Not in Niger ist, das haben wir vor Ort  gesehen. Wir haben Familien in abgelegenen Winkeln besucht, mit Experten gesprochen und Projekte von Unicef besucht, mit denen die Kinder in Niger die Chance auf eine Kindheit und bessere Zukunft bekommen sollen. 

Sueba musste schon drei Babys beerdigen 

Nirgends ist die Bevölkerung so jung wie in Afrika. Das Durchschnittsalter der 1,2 Milliarden Einwohner auf dem Kontinent liegt bei 19,5 Jahren, in Niger sogar noch weit drunter, bei 14,9 Jahren. Die Geburtenraten sind enorm hoch: Acht Kinder bekommt eine Frau durchschnittlich. In manchen Gebieten ist der Schnitt sogar 50 Prozent höher. Die Frauen in der Region Maradi gebären zwölf Babys. Viele Kinder zu haben, gehört zum Prestige. Zudem sind sie Altersvorsorge. Die hohe Kindersterblichkeit (alleine 127 Todesfälle pro 1000 Geburten) trägt dazu bei, dass sich an der Familienplanung so schnell nicht viel ändert.

Bilder: Das beschwerliche Leben der Kinder in Niger

Sueba hat bereits drei Babys verloren. Die Schwangerschaften waren schwer, trotzdem hat sie die Arbeit auf dem Feld erledigt, um ihren Teil zum Auskommen der Familie beizutragen. Schonen kam nicht in Frage. Die 24-Jährige und ihr Mann leben wie so viele mit der Großfamilie zusammen. Er arbeitet als Wachmann, die Eltern sind Bauern wie der Rest der Sippe. Gemeinsam versuchen sie durchzukommen. Vor 13 Tagen hat Sueba das vierte Kind geboren, wieder ein Frühchen. Die anderen Kinder waren alle in den ersten Tagen schwach. Zu schwach, um zu überleben. Jetzt hält sie ein Mädchen im Arm. Die Kleine hat noch keinen Namen. Sueba will sicher sein, dass ihre Tochter überlebt. Verliebt lächelt sie ihr Baby immer wieder an, streicht ihm mit dem Zeigerfinder zärtlich übers Köpfchen. Die Waage zeigt schon 1300 Gramm an. 

„Das ist gut“, sagt Dr. Georges Thomas, Chef der Pädiatrie im Bezirkskrankenhaus von Maradi. „Das Mädchen wird es schaffen, wenn es weiter 20 bis 30 Gramm am Tag zunimmt“, erklärt er.   Sueba ist zum ersten Mal voller Hoffnung, ein gesundes Kind mit nach Hause nehmen zu können. „Gott sei Dank gibt es die Klinik“, sagt sie, „ohne die Betreuung wäre mein Mädchen sicher nicht mehr am Leben.“ Das Krankenhaus von Maradi wird von Unicef in vielen Bereichen unterstützt. Angefangen bei den Betten, über Medikamente und bis zur Fortbildung des Personals. Ohne die Finanzierung des Kinderhilfswerkes müsste es schließen. 

Wasser schleppen ist Aufgabe der Kinder 

„Wir haben viele Probleme“, sagt Zakari Oumarou, seit zwei Jahren Gouverneur der Region Maradi. Vier Millionen Einwohner zählt das Departement, 400.000 Menschen leben im Großraum der Stadt. Die meisten aber auf dem Land. Strom gibt es fast immer nur durch Generatoren für ein paar ausgewählte Gebäude. Wasser müssen die Familien aus Brunnen holen. Wenn sie Glück haben, wurde ihr Dorf mit einem Großtank ausgestattet. Dann gibt es sauberes Wasser aus einer Leitung, die für ein paar hundert oder manchmal auch für über 1000 Menschen reichen muss. Wasser holen, gehört zu den Aufgaben der Kinder. Die Kleinen schleppen die leeren Kanister zur Wasserstelle, die Großen bringen die 25 Kilo schweren Behälter zurück. Manchmal helfen die Mütter, wenn die Kinder zu klein oder schwach sind. 

Zakari Oumarou: „Keiner von uns hier kann es alleine schaffen, wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir von den Hilfsorganisationen bekommen.“ Fast täglich steht er in Kontakt mit Unicef, spricht Programme ab und informiert die Bezirkschefs, Bürgermeister und Ortsvorsteher. Denn ohne die Offiziellen geht nichts in Niger. Und zwar gar nichts. Die Leute hören auf das, was sie oder die Ältesten ihnen raten. 

So ist für die Einwohner von Gangara, einem Dorf im Bezirk Maradi, klar, dass alle mitmachen beim neuen Hygiene-Projekt. Denn alle Entscheidungsträger sind dafür, dass jede Familie mindestens eine Latrine pro Haus bauen soll. Toiletten gibt es in den ländlichen Gebieten so gut wie gar nicht. Die Dorfbewohner lernen erst den Zusammenhang zwischen Krankheiten und Hygiene. Dass die Felder fäkalienfrei bleiben müssen, damit Keime nicht durch Fliegen auf Essen, Getränke und Menschen übertragen werden. Bezirksoberhaupt Oumarou wohnt der Eröffnungszeremonie des Programms bei, applaudiert einem Theaterstück, das Bewohner einstudiert haben, um zu zeigen, wie wichtig Hygiene ist. Das ganze Dorf ist auf den Beinen.  Alle wollen den offiziellen Stempel, dass sie es geschafft haben, das Unicef-Hygiene-Programm umzusetzen. Sie wissen, dass in ihren Dörfern viel zu viele Kinder krank wurden, aber viel zu lange wussten sie nicht, warum. Das ändert sich jetzt. Ein Aufbruch in eine neue Zeit.

Bei Taha geht es ums nackte Überleben 

Immer wieder erinnert das Leben im nigrischen Outback allerdings an ein Land in einer anderen Zeit. Wenn es in Maradi - in der Region leben vier Millionen Menschen, alleine 400.000 in der Stadt - einen Stau gibt, dann wegen einer Ziegen- oder Schafherde, die die Sandpisten kreuzt. Ein Entwicklungssprung ist es, was die Menschen brauchen und wollen. Zwar kennen viele Buben und Mädchen keine TV-Sendungen (in den Dörfern gibt es allein mangels Strom und Geld kaum TV-Geräte), aber auch in Niger setzen sich Solarenergie, Mobilfunknetze und Internet durch. Der Zugang zu neuen Welten ist so nah wie nie. Immer mehr Menschen bekommen eine Ahnung, was möglich ist - in anderen Ländern wie Deutschland.

 

Noch aber geht es um Existenzielles. Ums Überleben. Jedes achte Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag. Mangelernährung ist für ein Drittel aller Todesfälle mitverantwortlich. Taha ist 25 Monate alt und wiegt 6,4 Kilo - viel zu wenig. Mutter Hassana (23) ist mit ihrem Buben in das Gesundheitszentrum der Kleinstadt Kornaka gekommen. Ihr Kind fiebert, ist zu schwach, um alleine zu essen. Völlig apathisch lässt Taha die Untersuchungen über sich ergehen, wird mit nahrhafter Erdnusspaste von Unicef erstversorgt. Der kleine Kerl schafft es kaum, das Tütchen zu halten. Und dann entdecken die Ärzte auch noch eine Infektion. Taha wird mit der Ambulanz ins nächste Krankenhaus gebracht Gesundheitshelferin Rabin Raya sagt: „Wir können nur hoffen.“ Die Infektion von Taha kommt von dreckigem Wasser. 42 Prozent der Bevölkerung in Niger hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. 

Auch Farida (8 Monate), das Mädchen das unserer Aktion sein Gesicht gibt, ist schwer krank. Sie spuckt, hat hohes Fieber Fieber und nimmt täglich ab statt zu. „Wir haben immer zu wenig zu essen“, so Mutter Djamila. 

Die Buben und Mädchen, die überleben und einigermaßen gesund sind, erwartet die nächste Etappe ihres Lebens, die den Namen Kindheit nicht verdient. Ein Drittel der Kinder im Schulalter arbeitet, anstatt zu lernen. Ein Viertel der Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren wird bereits vor dem 15. Lebensjahr verheiratet, mehr als die Hälfte kann gar nicht mehr zu Schule. Weil zum einen die Wege zu weit sind und weil Mädchen ab einem gewissen Alter nicht mehr unbegleitet unterwegs sein dürfen. Väter haben Angst vor Übergriffen auf ihre Töchter. Vor Entführungen durch Boko Haram. Oder sie brauchen ihre Kinder für die Arbeit. Bassirous Hände sind voll von Schwielen. Der Zehnjährige formt hunderte Lehmbriketts am Tag. „Ich war ein Jahr in der Schule“, erzählt er Zehnjährige während er mit der Schaufel den schweren, roten Schlamm schleppt. Dem Vater waren die Schulgebühren zu teuer - 1,20 Euro im Jahr! „Mein Vater sagt, hier nutze ich der Familie mehr, außerdem war ich nicht so schnell mit dem Schreiben. Meine Mutter meinte, das bringt dann nichts mit der Schule.“ Jetzt nach der Regenzeit produziert Bassirou Baumaterial, danach geht’s auf die Hirse-Felder. Die liegen selbst in dieser Jahreszeit viel zu oft brach. Sogar in der Kornkammer des Landes, in der Region Maradi, wissen die Menschen noch nicht, wie sie das kommende Jahr überstehen werden - ohne Hunger, ohne, dass ihr Kinder an den Folgen von Mangelernährung leiden oder gar sterben. 

Unicef versucht mit den unterschiedlichsten Projekten das Leid der Menschen zu lindern und Leben zu retten. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen kümmert sich um Bildung, Gesundheit, Zugang zu sauberem Wasser und dass Mädchen nicht als Kinder verheiratet werden. In den kommenden Wochen erzählen wir Ihnen die Geschichten aus Niger, die Geschichten der Kinder und stellen Ihnen die Projekte vor, die wir unterstützen möchten. 

Nur mit unserer Hilfe haben die Mädchen und Buben die Chance auf eine Kindheit. Bitte helfen Sie mit liebe tz-Leser und unterstützen Sie unsere Spendenaktion zugunsten von Unicef. 

Dorit Caspary

Es gibt verschiedene Wege zu spenden

Per Überweisung: Stichwort Niger

Bei Spenden bis 100 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Quittung fürs Finanzamt. Bei größeren Beträgen bekommen Sie von Unicef automatisch eine Spendenbescheinigung zugeschickt. Bitte geben Sie im Feld Verwendungszweck unbedingt Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an. Empfänger ist Unicef

Per Online-Formular: Klicken Sie hier!

Die Spendenkonten

Commerzbank IBAN: DE78 7008 00000326 900000 BIC: DRESDEFF700

Stadtsparkasse München IBAN: DE70 7015 00000000 263525 BIC: SSKMDEMM

Zum Schluss noch ein Versprechen, das die tz und Unicef seit 25 Jahren halten: Jeder Cent, den Sie spenden, kommt bei den Kindern an. Alle Verwaltungskosten werden aus anderen Töpfen gedeckt.

Für 10 Euro Nissan Qashqai gewinnen

Unter allen Spendern, die mindestens zehn Euro auf eines unserer Spendenkonten überweisen, verlosen wir einen Nissan Qashqai im Wert von 22 780 Euro – zur Verfügung gestellt von den Münchner Nissan-Händlern. Bitte notieren Sie Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse auf der Überweisung, damit wir Sie im Gewinnfall benachrichtigen können. Der Gewinner wird nach Abschluss der Spendenaktion gezogen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Nissan Qashqai zu gewinnen

Alle Informationen rund um die Spendenaktion finden Sie auf unserer Themenseite.

Ihre Ansprechpartnerin

Haben Sie noch Fragen? So erreichen Sie Unicef-Reporterin Dorit Caspary: Telefon 089/5306 512 und E-Mail dorit.caspary@tz.de.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Horror: Männer verbrennen in BMW M3 - Polizei steht vor Rätsel
Zwei Männer verbrennen bei einem Unfall in einem BMW M3, die Polizei steht vor einem Rätsel.
Horror: Männer verbrennen in BMW M3 - Polizei steht vor Rätsel
Polizisten stoppen BMW-3-Fahrer - und bereuen es sofort
In Frankfurt kontrollierten Beamten der Autobahnpolizei einen BMW 3-Fahrer. Doch das bereuen sie sofort.
Polizisten stoppen BMW-3-Fahrer - und bereuen es sofort
Erster Schnee da! Wetter-Experte erklärt, wie es weitergeht - und ob das schon der Winter ist
Der Herbst hat Deutschland offiziell fest im Griff. Doch nun können sich manche Gebiete bereits über Schnee freuen.  Hier finden Sie den Wetter-Überblick.
Erster Schnee da! Wetter-Experte erklärt, wie es weitergeht - und ob das schon der Winter ist
Frau wird tot in Wohnung gefunden - weitere Leiche bestätigt dunklen Verdacht
Eine Frau aus Frankfurt machte sich am Donnerstag große Sorgen um ihre Freundin - als die Polizei alarmiert wird, ist es bereits zu spät. Jetzt bestätigt eine weitere …
Frau wird tot in Wohnung gefunden - weitere Leiche bestätigt dunklen Verdacht

Kommentare