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Ute Winkler-Stumpf und Sohn Mathis trafen Massaoudou und seine Familie in Niger.

Unicef-Schule in Niger

Zwei Bayern helfen Opfern dieser schlimmen Krankheit

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Mit Ihrer Spende - sei sie noch so klein - unterstützen Sie die tz-Weihnachtsaktion „Wir  helfen in Niger“. Gemeinsam mit Unicef und Ihnen möchten wir den Buben und Mädchen im zweitärmsten Land der Welt eine Zukunft schenken.

Massaoudou ist einfach glücklich. „Ich konnte mir nie vorstellen, dass ich einmal ein solch wunderbares Leben führe“, sagt der 37-Jährige. Er steht in Nigers Hauptstadt Niamey im Garten der Noma-Hilfsaktion, gegründet von der Regensburger Lehrerin Ute Winkler-Stumpf. Er lächelt und ist stolz. Auf seine wunderbare Frau Rachida, auf seine beiden gesunden Kinder. 

Massaoudou ist ein Opfer von Noma, einer bakteriellen Infektion, die das Gesicht auffrisst. Nur stark unterernährte Kinder sind von der Mischinfektion betroffen, die mit Antibiotika einfach zu behandeln wäre. Doch dafür müssen die Anzeichen der Krankheit erkannt werden und die Medikamente sofort verfügbar sein. Unicef versucht in seinen Gesundheitscentern alle Kinder auf Symptome zu untersuchen und zu behandeln, engagiert sich besonders für mangelernährte Kinder. Nichtdestotrotz erkranken immer noch viel zu viele Kinder an Noma, 80.000 bis 90.000 Patienten sterben, noch mehr sind ein Leben lang entstellt. Um diese Kinder kümmert sich Ute Winkler-Stumpf seit 1994 mit ihrem Verein Hilfsaktion Noma. Die pensionierte Lehrerin und ihr Verein haben allein durch Prävention schon 130.000 Kindern geholfen, daneben unzählige Operationen und Behandlungen ermöglicht.

Bilder: Das beschwerliche Leben der Kinder in Niger

Massaoudou als 14-Jähriger vor seiner OP: Nasenbein und der Oberkiefer waren durch Noma zerstört.

Einer von Ute Winkler-Stumpfs ganz besonderen Schützlingen ist Massaoudou. Dreieinhalb Jahre lang hat er bei ihrer Familie in Regensburg gewohnt, wurde in Deutschland operiert und versorgt. Es war ein langer Weg für den Buben aus dem Dorf Guidan Kago bis zu diesem Wiedersehen der Familien jetzt in Niamey. Als Kleinkind erkrankte er an Noma, führte aber als Sohn eines angesehenen Imans innerhalb seines Dorfes ein besseres Leben als viele seiner Leidensgenossen. „Normalerweise werden die Kinder versteckt, keiner will solche Gesichter sehen, auch nicht in Afrika, die Familien schämen sich für ihre Kinder“, sagt die Regensburgerin. 

Im Alter von 14 Jahren wurde Massaoudou ins OP-Programm der Hilfsaktion aufgenommen, kam nach Deutschland, lernte die Sprache, kämpfte mit Schmerzen, mit Notoperationen, Heimweh und vielem mehr. 56 Operationen und mehr als 20 Jahre später kann er jetzt seine eigene Geschichte lesen – wie er sein durch den Deutschlandaufenthalt geprägtes Leben in Niger auf die Reihe bekommen musste, wie er ein Kamel verkaufte, um seine Familie zu ernähren, und dass er jetzt als Sicherheitsmann in einem Kinderhaus arbeitet. Das alles erzählt Ute Winkler-Stumpf in ihrem gerade veröffentlichten Buch Das geschenkte Lächeln. Darin geht es um ihre Arbeit in Afrika allgemein, aber eben auch um ihren Ziehsohn. „Es ist so schön, Massaoudou so zufrieden, so glücklich zu sehen. Er hat es wirklich verdient“, sagt die 74-Jährige. Das macht sie stolz. Stolz, dass es ihr Bub geschafft hat, ein Leben wie jeder andere zu führen. „Und seine Frau liebt ihn einfach so, wie er ist, trotz unperfekter Nase, trotz seiner Probleme. Und er liebt seine Kinder.“ Obwohl sich die beiden ein paar Jahre nicht gesehen haben, ist ihr Wiedersehen, auch mit Ute Winkler-Stumpfs Sohn Mathis, so, als ob das letzte Treffen vor einer Woche gewesen wäre. „Gefühlt haben wir uns immer gesehen, wir telefonieren regelmäßig und haben uns früher auch schon einige Mal getroffen.“ Stolz blättert Massaoudou sein Kapitel des neuen Buches durch. Und lächelt. Dankbar für sein geschenktes Lächeln. Für sein geschenktes Glück.

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Dr. Schmidt gibt Kindern ein Gesicht

Wenn sich Dr. Andreas Schmidt nach Niger aufmacht, hat er weniger Material dabei als auf anderen Einsätzen. Von morgens bis abends steht er im OP. Danach bereitet er den nächsten Tag vor und macht sich Gedanken über alle Patienten, die er während seines Aufenthalts in der Hauptstadt Niamey operiert und behandelt. Es sind die komplizierten Fälle, um die sich der plastische Chirurg aus Schliersee kümmert. Vor allem Kinder, die alle an derselben Krankheit leiden: Noma. 

Noma ist das Gesicht der Armut. Jährlich erkranken rund 100.000 Kinder in Afrika an der bakteriellen Infektion, die auch als Wangen- oder Wasserkrebs bekannt ist. Die meisten kleinen Patienten sterben innerhalb von vier Stunden bis zu vier Tagen. „Nur etwa zehn Prozent der Erkrankten überleben diese Mischinfektion“, erklärt der ehemalige Abteilungsleiter der Plastischen, Hand- und Mikrochirurgie an der Unfallklinik Murnau. „Und diese Gesichter sehen wir.“ 

Obwohl sie niemand sehen will. Denn die Bakterien fressen Teile des Gesichts auf. Zurück bleiben Narben, Löcher, verknöcherte Kiefer. „Noma ist die brutalste Visualisierung von Mangelernährung“, so der 66-Jährige. Seit 1994 arbeitet er für Interplast-Germany ehrenamtlich in Entwicklungsländern. Er leitet die Interplast-Sektion Südbayern. Die Ärzte der Organisation sind allesamt Spezialisten, die ihren Urlaub, ihre Freizeit oder ihren Ruhestand nutzen, um Menschen in Not zu helfen. Ein Knochenjob, der vor Ort kaum Zeit für etwas anderes lässt. „Ich brauche nicht viel, ein paar Bücher, meine Lupenbrille und meine mikrochirurgischen Instrumente.“ In der kleinen Box befinden sich zwei Spezialscheren, vier Pinzetten, ein Nadelhalter, Gefäßklemmen und eine bipolare Pinzette. 

Ob die Kinder, die Dr. Schmidt behandelt, nach der OP glücklich sind? „Ich füge meinen Patienten erst mal Schmerzen zu, das ist oft hart mitzuerleben.“ Aber ohne die Behandlung haben sie keine Chance auf ein normales Leben. Der Chirurg trennt die Fusion von Ober- und Unterkiefer, verpflanzt Hautlappen, schafft Mundöffnungen, wo vorher Narbengewebe jegliche normale Nahrungsaufnahme verhindert hat, schließt Venen und Arterien mikrochirurgisch an und sorgt sich, dass keine Komplikationen die Hautlappen absterben lassen. 

Um die Patienten optimal zu behandeln, hat der Oberbayer einen Fixateur erfunden, der die Kiefer während des Heilungsprozesses stabilisiert. Möglichst drei Monate fixierte Mundöffnung heißt das normalerweise. Diese Zeit verbringen die Patienten im Kinderhaus. „Sie brauchen Betreuung und einen geschützten Raum. Auch die Versorgung muss gewährleistet sein“, so der Interplast-Arzt. Der Kopf der Kinder darf beispielsweise, während sie schlafen, nicht nach unten absinken, damit keine Gefäße abknicken. Die entsprechende Lagerung und deren ständige Kontrolle ist ebenso wichtig wie die regelmäßige Kontrolle der Durchblutung der Hautlappen. Gerade kommt er aus Niamey zurück, war in der Klinik von Ute Winkler-Stumpfs Hilfsaktion im Einsatz. „Die Behandlungen und Operationen sind nur dank des tollen Teams vor Ort möglich.“ 

Dr. Schmidt ist in ständigem E-Mail-Kontakt mit den Ärzten in Niger, lässt sich CT-Aufnahmen und Fotos schicken, begleitet seine Patienten auch, wenn er am Schliersee ist oder als Konsiliararzt im Tölzer Krankenhaus arbeitet. Bis zu neun Einsätze absolviert der Mediziner pro Jahr. Seine beiden Kinder sind erwachsen, seine Frau unterstützt das Engagement. „Jeder einzelne Patient, der wieder annähernd ein lebenswertes Leben führen kann, gibt mir so viel mehr zurück, als ich jemals für diese Kinder geben kann. Ohne uns haben sie einfach keine Chance.“

Es gibt verschiedene Wege zu spenden

Per Überweisung: Stichwort Niger

Bei Spenden bis 100 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Quittung fürs Finanzamt. Bei größeren Beträgen bekommen Sie von Unicef automatisch eine Spendenbescheinigung zugeschickt. Bitte geben Sie im Feld Verwendungszweck unbedingt Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an. Empfänger ist Unicef

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Die Spendenkonten

Commerzbank IBAN: DE78 7008 00000326 900000 BIC: DRESDEFF700

Stadtsparkasse München IBAN: DE70 7015 00000000 263525 BIC: SSKMDEMM

Zum Schluss noch ein Versprechen, das die tz und Unicef seit 25 Jahren halten: Jeder Cent, den Sie spenden, kommt bei den Kindern an. Alle Verwaltungskosten werden aus anderen Töpfen gedeckt.

Für 10 Euro Nissan Qashqai gewinnen

Unter allen Spendern, die mindestens zehn Euro auf eines unserer Spendenkonten überweisen, verlosen wir einen Nissan Qashqai im Wert von 22.780 Euro - zur Verfügung gestellt von den Münchner Nissan-Händlern. Bitte notieren Sie Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse auf der Überweisung, damit wir Sie im Gewinnfall benachrichtigen können. Der Gewinner wird nach Abschluss der Spendenaktion gezogen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Nissan Qashqai zu gewinnen

Alle Informationen rund um die Spendenaktion finden Sie auf unserer Themenseite.

Ihre Ansprechpartnerin:

Haben Sie noch Fragen? So erreichen Sie Unicef-Reporterin Dorit Caspary: Telefon 089/5306 512 und E-Mail dorit.caspary@tz.de.

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