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UNICEF-Botschafter Harry Belafonte und UNICEF-Patin Katja Riemann.

UNICEF: Situation der Jugendlichen katastrophal

Köln/New York - Ein Großteil der 1,2 Milliarden Jugendlichen weltweit lebt in desolaten Verhältnissen: Armut, Arbeitslosigkeit, Mangel an Bildung, Gewalt sind auf der Tagesordnung.

Vor allem in der Dritten Welt leiden die 10- bis 19-Jährigen unter Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit, wie das Kinderhilfswerk UNICEF in seinem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht feststellt. Die Lage könne sich angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise, des Klimawandel und der zunehmenden Zahl von Konflikten und Krisen noch verschärfen, warnt die UN-Organisation.

Sie fordert gezielte Investitionen zum Beispiel in Bildungs- oder Gesundheitsprogramme für die junge Generation. Weltweit seien 81 Millionen junge Menschen arbeitslos, schreibt das Kinderhilfswerk. Die ersten Jobs seien oft Gelegenheitsjobs zu schlechten bedingungen, “viele Jugendliche verschwenden ihr Talent, sind desillusioniert und frustriert“, erklärte UNICEF.

Überdurchschnittlich hoch ist die Arbeitslosigkeit in Nordafrika: In Ländern wie Ägypten oder Tunesien hat jeder vierte (24 Prozent) Jugendliche keinen Job. In den Industriestaaten sind es durchschnittlich 18 Prozent. Für junge Menschen ist es dreimal wahrscheinlicher als für Erwachsene, keine Arbeit zu finden. Rund eine Milliarde der Jugendlichen (88 Prozent) lebt in Entwicklungsländern. “Sie brauchen Schutz und Chancen“, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. Regierungen und Entwicklungsprogramme müssten die Unzufriedenheit der Jugend, wie aktuell in Nordafrika, ernst nehmen. 

Jeder fünfte Jugendliche hat psychische Probleme

UNICEF wies insbesondere auch auf die Benachteiligung von Mädchen hin. Sie seien schlechter ernährt und besuchten viel seltener eine weiterführende Schule als Jungen. Jedes dritte Mädchen in den Entwicklungsländern (ohne China) heirate vor seinem 18. Geburtstag, viele bereits sehr jung. Millionen Mädchen seien von Genitalbeschneidung beziehungsweise -verstümmelung bedroht. Außerdem hätten junge Frauen ein deutlich höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Insgesamt seien die Jugendlichen heute gesünder als die vorherige Generation, erklärte die UNO-Behörde weiter. Doch die Gesundheitsrisiken seien weiterhin hoch.

Allein durch Unfälle würden jährlich 400.000 Zehn- bis 19-Jährige streben, weitverbreitet seien Drogenmissbrauch oder Essstörungen. Schätzungsweise einer von fünf Jugendlichen habe psychische oder Verhaltensprobleme. Außerdem ist die junge Generation dem Bericht zufolge besonders von Menschenhandel bedroht. In Kriegsgebieten laufen sie Gefahr, als Soldaten oder als Sex- oder Arbeitssklaven missbraucht zu werden. Gewalt und Ausbeutung treffe vor allem Heranwachsende aus armen Familien, erklärt die Organisation.

UNICEF kritisierte, dass die meisten Regierungen Jugendliche kaum im Blick hätten. Während es weltweit Fortschritte für jüngere Kinder gebe, stünden Jugendliche im Übergang ins Erwachsenenalter vor enormen Problemen. Als Beispiel verweist das Kinderhilfswerk auf Brasilien: Hier sei die Sterblichkeitsrate bei Säuglingen deutlich gesunken - zwischen 1998 und 2008 habe man so 26.000 Babys retten können. Im gleichen Zeitraum seien 81.000 brasilianische Jugendliche bei Gewalttaten ums Leben gekommen.

dapd

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