Die Illustration zeigt den Nasa-Rover "Perseverance" bei der Landung auf dem Mars.
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Werden wir hier irgendwann wohnen? - Der Mensch träumt schon lange vom Leben auf dem Mars.

Ein schleichender Tod

Weltraum-Strahlung zerstört Organe: Forscher entdecken großes Problem für Leben im All

  • Veronika Silberg
    vonVeronika Silberg
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Corona hat sich auf der ganzen Erde ausgebreitet: Grund genug sich ins Weltall zu wünschen - Forscher aus den Niederlanden haben dazu schlechte Nachrichten.

München - Wie sieht unsere Zukunft aus? Werden wir uns schon bald auf fernen Planeten ansiedeln? Werden wir Häuser auf dem Mars bauen und in Star Wars Manier irgendwann im Weltall umherfliegen? Vielleicht schon - Das erste große Hindernis stellt allerdings schon der Weg zum Mars dar. Denn sollten Astronauten tatsächlich irgendwann schnell genug sein, um auf dem Mars zu landen, könnte die kosmische Strahlung drastische Nachwirkungen haben.

Arzt untersucht Auswirkung von kosmischer Strahlung auf Körper

„Ich glaube, Menschen sind neugierig und werden es immer sein. Es wird an Plänen gearbeitet, auf den Mond oder den Mars zu fliegen. Deshalb dachten wir, wir müssen der Frage nachgehen, ob es das Risiko wirklich wert ist.“ Manon Meerman ist Medizinerin in der Herz-Lungen Chirurgie des Uniklinikums in Utrecht und hat die Auswirkungen von kosmischer Strahlung auf den menschlichen Körper untersucht.

Im Interview mit dem mdr erklärt sie: „Strahlung verändert zum Beispiel Moleküle im Körper, die Zellen an anderer Stelle im Körper zerstören.“ Auch wenn die Auswirkung der Strahlung noch nicht vollends untersucht ist, steht fest: Das kann schwere Folgen haben. Die veränderten Moleküle können beispielsweise Herz-Zellen aber auch andere Stellen im Körper angreifen und beschädigen.

Was ist kosmische Strahlung?

Die hochenergetische Teilchenstrahlung kommt von der Sonne, der Milchstraße und anderen weiter entfernten Galaxien. Sie besteht vor allem aus Protonen aber auch aus Elektronen und Kernen von beispielsweise Eisen, Kohlenstoff, Stickstoff oder Sauerstoff. Die kosmische Strahlung wird auf der Erde von der Atmosphäre abgeschirmt. Je weiter wir uns von der Erde entfernen, desto stärker wird sie. Beim Eintreten in die Erdatmosphäre erzeugt die kosmische Strahlung einen sogenannten „Teilchenschauer“: Durch komplexe Prozesse entstehen Sekundärteilchen. Die abgeschwächte Strahlung erreicht dann die Erde.

Quelle: Spektrum

Eine alte Grafik der NASA zeigt die vermutete Ausprägung der kosmischen Strahlung auf dem Mars.

Ein langsamer Tod: Mögliche Spätfolgen kosmischer Strahlung - Leben wir irgendwann auf dem Mars?

Der Körper reagiert darauf, als wäre es eine Entzündung und versucht zu reparieren, was eigentlich nicht repariert werden muss: Es kann zu Ablagerungen beispielsweise in Blutgefäßen kommen. Ist ein Astronaut also bei seiner Reise zum Mars starker kosmischer Strahlung ausgesetzt, könnte er an den folgen langsam und schleichend sterben.

Wir glauben, dass der Effekt nicht sofort zu sehen sein wird. Es ist nicht wie bei einem Herzinfarkt, der sich über Symptome ankündigt. Es kommt langsam. Zellen werden zerstört, und du entwickelst über Jahre Symptome, sodass es irgendwann zu Herzversagen kommt.

Manon Meerman, Uniklinikum Utrecht im mdr

Dass Strahlung schädlich sein kann, ist in der Medizin bereits bekannt. Wie genau sich aber speziell kosmische Strahlung auf den menschlichen Körper auswirkt, wurde bisher vor allem an Tieren und im Labor gezüchteten Zellen untersucht. Ausschlaggebend ist dabei unter anderem die hohe Teilchenenergie der kosmischen Strahlung. Gegen sie gibt es keinen Schirm oder Filter. Forscher arbeiten deswegen eher daran, durch Mittel oder Medikamente die Symptome abzuschwächen.

Fest steht: Bis zum Leben auf dem Mars ist es noch ein langer Weg. Die Auswirkungen kosmischer Strahlung sind nur eine von vielen Hindernissen, die es zu überwinden gilt. Hier müssen verschiedene Disziplinen zusammenarbeiten.

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