UNO: Auswirkungen geringer als bei Tschernobyl

Wien - Die Auswirkungen des Unfalls im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind nach Einschätzung von Wissenschaftlern der UNO geringer als die nach der Katastrophe von Tschernobyl.

Eine umfassende Einschätzung sei jedoch noch nicht möglich, da die verfügbaren Daten dazu nicht ausreichten, sagte der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Ausschusses der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung (UNSCEAR), Wolfgang Weiss, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Spuren von radioaktivem Jod seien mittlerweile weltweit festgestellt worden, sagte Weiss, der auch Leiter der Abteilung Strahlenschutz und Gesundheit des Bundesamtes für Strahlenschutz in München ist. Die Ausmaße der Gefahr, die von Tschernobyl ausging, würden jedoch nicht erreicht.

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Verglichen mit dem Unfall im amerikanischen Atomkraftwerk Three Mile Island 1979 nahe Harrisburg im Bundesstaat Pennsylvania sei die Gefährlichkeit jedoch höher einzuschätzen. Der Ausschuss will innerhalb der kommenden zwei Jahre die gesundheitlichen Auswirkungen des Unfalls untersuchen. Weiss äußerte sich positiv über ein von den japanischen Behörden jetzt gestartetes Schilddrüsen-Untersuchungsprogramm bei Kindern.

UNSCEAR will vor allem die Ergebnisse dieses Programms beurteilen. Nach dem Reaktorunglück im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl 1986 war die Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs bei Kindern enorm angestiegen. Auch die in dem betroffenen Kraftwerk angestellten Arbeiter will die Behörde beobachten. Zahlreiche Beschäftigte seien einer Strahlung in einem Ausmaß ausgesetzt gewesen, das in epidemiologischen Studien ein Risiko zeige.

dpa

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