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In Baltimore wurden sechs Polizisten wegen der Tötung des Schwarzen Freddie Gray angeklagt.

Rassenunruhen in den USA

Sechs Cops in Baltimore angeklagt

Baltimore - Sechs Polizisten sollen wegen Tötung des Schwarzen Freddie Gray vor Gericht - das löst in Baltimore verbreitet Freude und Genugtuung aus.

Nach Tagen höchster Anspannung hat die Anklage von sechs Polizisten wegen Tötung des Schwarzen Freddie Gray in der US-Stadt Baltimore große Erleichterung ausgelöst. Menschen auf den Straßen reagierten am Freitag mit spontanen Jubelfeiern auf die Entscheidung der zuständigen Staatsanwältin, den Beamten den Prozess zu machen. Zugleich waren am Wochenende in der Ostküstenmetropole und anderen Städten weitere Protestaktionen gegen Polizeigewalt geplant.

Die Polizisten - drei Weiße und drei Afroamerikaner - wurden am Freitag festgenommen und mussten bereits erstmals vor Gericht erscheinen. Sie kamen dann laut Medienberichten nach einer kurzen Prozedur jeweils gegen eine Kaution von 250 000 bis 350 000 Dollar frei. Die nächste gerichtliche Anhörung ist für den 27. Mai geplant.

Staatsanwältin Marilyn Mosby klagte einen 45-jährigen Beamten unter anderem wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz (Mord zweiten Grades) an. Das ist nach US-Recht ein Verbrechen, das anders als „Mord ersten Grades“ nicht im Voraus geplant war, bei dem aber ein Tod billigend in Kauf genommen wird. Das allein kann mit 30 Jahren Haft geahndet werden. Die weiteren Anklagen beinhalten hauptsächlich fahrlässige Tötung, Körperverletzung und Amtsvergehen.

Auf den Straßen der Ostküstenmetropole besserte sich die Stimmung nach der Entscheidung spürbar. Menschen umarmten sich, sprangen vor Freude in die Luft, riefen „Freddie, Freddie, Freddie“ und fuhren hupend durch die Stadt.

Andere schüttelten die Hände der schwer bewaffneten Nationalgardisten, die seit den teils schweren Ausschreitungen vom Montag für Ordnung sorgen sollen. Sogar Mitglieder sonst verfeindeter Straßenbanden standen der „New York Times“ zufolge zusammen und schwenkten Kopftücher mit ihren charakteristischen Gangfarben.

Grays Mutter, Gloria Darden, sagte laut BuzzFeed News: „Wir haben alle sechs am Wickel. Du kannst ruhen, Freddie. Du kannst ruhen. Du kannst jetzt deinen Frieden finden.“

Allerdings warnten viele, die Polizisten seien noch nicht verurteilt. So waren auch am Freitagabend erneut Hunderte Menschen zu einer Protestaktion auf der Straße, und eine Reihe der Demonstranten trug Schilder mit Aufschriften wie: „Sprecht sie schuldig.“

Kritik kam von der Polizeigewerkschaft. „In meinen 20 Jahren als Strafverfolger habe ich noch nie eine solche Hetze bei der Erstattung einer Strafanzeige gesehen“, sagte deren Anwalt Michael Davey. „Kein Beamter hat Herrn Gray verletzt oder ihm Schaden zugefügt.“

Gray war am 12. April festgenommen worden und erlitt in Polizeigewahrsam schwere Rückenverletzungen. Er fiel ins Koma und starb am 19. April.

Staatsanwältin Mosby warf den Polizisten vor, Gray beim Transport in einem Polizeibus misshandelt und ihm medizinische Versorgung verweigert zu haben. Die Beamten hätten Gray auf den Bauch in das Auto gelegt - mit auf dem Rücken gefesselten Händen und ohne ihn anzuschnallen. Der Tod löste schwere Unruhen aus.

dpa

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