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Studentin Marit Meinhold unterhält sich in der Seniorenresidenz "Tertianum" in Konstanz mit einem Bewohner. Foto: Felix Kästle

Konstanz

Unterkunft gegen Zeit - Studentin wohnt in Altersresidenz

Ihre Mitbewohner sind zum Teil mehr als 80 Jahre alt - und die Miete bezahlt sie mit ihrer Zeit: Eine Studentin wohnt für ein Jahr in einer Seniorenresidenz. Kommt es wirklich zum Generationsaustausch?

Konstanz (dpa) - Eine Studentin in Konstanz zahlt die Miete für ihre Wohnung auf ungewöhnliche Weise: Seit dem Herbst wohnt Marit Meinhold kostenlos in einem Appartement der Seniorenresidenz "Tertianum" - und verbringt im Gegenzug rund 20 Stunden pro Monat mit den Bewohnern.

Die 25-Jährige setzte sich in einem Auswahlverfahren gegen viele andere Bewerber durch. Nun wohnt sie für ein Jahr in einer Wohnung in der Innenstadt, die laut "Tertianum" normalerweise 2800 Euro kosten würde - inklusive Kulturprogramm, Pförtner und Drei-Gänge-Menü.

Ihre neuen Mitbewohner - darunter beispielsweise Barbara Closs, Heinz Zingler und Erika Doser, alle mehr als 80 Jahre alt - schätzen die Begegnungen mit der jungen Frau nach eigenen Angaben etwa beim Mittagessen oder bei gemeinsamen Veranstaltungen. Es gehe darum, den Austausch zwischen den Generationen zu fördern, sagt die Initiatorin des Projektes im "Tertianum", Anna Schingen. Zugleich sei es auch eine Möglichkeit, mit der Aktion Aufmerksamkeit zu schaffen.

Aber führt das wirklich zu mehr Austausch zwischen den Generationen? Das Projekt könne durchaus funktionieren, sagt die Gerontologin Sonja Ehret von der Universität Heidelberg. In der heutigen Zeit fühlten sich viele Menschen im Alter nicht mehr gebraucht und einsam, wenn etwa der Rest der Familie nicht am selben Ort wohne oder die Gesellschaft ihre Fähigkeiten nicht abrufe, sagt die Altersforscherin.

Ein Austausch zwischen den Generationen könne da helfen. "Menschliche Begegnungen bringen uns und unseren Geist weiter. Und sie bieten auch einen gewissen Schutz vor Depression und Demenz", sagte Ehret.

Infos zum Projekt

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