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Jimmy Savile starb im vergangenen Jahr im Alter von 84 Jahren.

40 Frauen beschuldigen BBC-Legende

London - Der britische Rundfunksender BBC untersucht Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen den früheren Kinderprogramm-Moderator Jimmy Savile.

Man werde „Kultur und Methoden bei der BBC während der Jahre, die Jimmy Savile hier gearbeitet hat“, unter die Lupe nehmen, erklärte BBC-Chef George Entwistle am Freitagabend. Zuvor hatten sich Dutzende Frauen gemeldet, die angaben, als Kind oder Teenager von dem im vergangenen Jahr gestorbenen Savile sexuell missbraucht worden zu sein. Die Polizei in London teilte mit, 40 potenziell Betroffene identifiziert zu haben.

Entwistle sprach allen Opfern eine „tief empfundene Entschuldigung“ im Namen der BBC aus. Er will auch untersuchen lassen, warum im Dezember ein BBC-Bericht über Savile in letzter Minute fallen gelassen wurde. Dem Sender wird vorgeworfen, Savile nicht gestoppt zu haben, obwohl der Missbrauch auf dem Höhepunkt seiner Karriere im Showgeschäft offenbar ein offenes Geheimnis war. Einige der Übergriffe sollen auf dem Gelände der BBC stattgefunden haben, andere in Krankenhäusern und Schulen, die Savile bei Spendenaktionen besuchte. Die Vorwürfe gegen den Moderator wurden schließlich in einer Dokumentation des Fernsehsenders ITV öffentlich gemacht.

Die britischen Behörden kündigten eigene Ermittlungen an. So soll festgestellt werden, warum Savile zum Vorsitzenden einer Arbeitsgruppe ernannt wurde, die in den 80er-Jahren die Umstrukturierung einer psychiatrischen Klinik beaufsichtigte. Ehemalige Patienten erklärten, Savile habe sie dort missbraucht.

Familie zerstört Grabstein

Savile starb im Oktober 2011 im Alter von 84 Jahren. Er war bekannt für sein platinblondes Haar und die Zigarren, die er ständig rauchte. Der Moderator trat von den 60ern bis in die 90er-Jahre regelmäßig im Fernsehen auf. Er moderierte die Musiksendung „Top of the Pops“ und das Kinderprogramm „Jim'll Fix It“. Die Queen schlug ihn zum Ritter und auch der Vatikan ehrte ihn für seine wohltätige Arbeit.

In der vergangenen Woche entfernte seine Familie den Grabstein von seinem Grab in Scarborough im Nordosten von England und zerstörte ihn. Die Entscheidung sei „aus Respekt vor der öffentlichen Meinung“ getroffen worden, erklärte sie. Die Inschrift auf dem Stein lautete „Es war gut, solange es dauerte“.

dapd

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