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Prozess nach Mord an Joggerin in Endingen

Erschütternde Details

„Unverzeihbar, was ich getan habe“: Geständnis in Freiburger Prozess um Mord an Joggerin

Nichtsahnend joggt eine Frau in der Nähe von Freiburg durch Weinberge. Ein Mann greift sie an, vergewaltigt und tötet sie. Im Prozess kann er sich die Tat nicht erklären.

Freiburg - Mit einem Geständnis hat rund ein Jahr nach dem Sexualmord an einer Joggerin in Endingen bei Freiburg der Prozess gegen den Angeklagten begonnen. „Ich weiß, dass das, was ich getan habe, nicht zu verzeihen ist. In mir war Aggression, aber kein sexuelles Verlangen“, sagte der 40 Jahre alte Familienvater und Berufskraftfahrer am Mittwoch vor dem Landgericht Freiburg. „Ich bin fassungslos über das, was geschehen ist.“

Dem Rumänen werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung zur Last gelegt, wie Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt sagte. Der Mann soll Anfang November vergangenen Jahres die junge Frau in einem Waldstück in den Weinbergen von Endingen angegriffen, vergewaltigt und getötet haben. Die 27-Jährige war alleine joggen, als sie attackiert wurde. Der Angeklagte sagte, er habe aus einer ihm unerklärlichen Aggression heraus gehandelt und die Joggerin mit einer Schnapsflasche geschlagen. An die Tat selbst könne er sich nicht erinnern.

Dem Mann wird auch der Mord an einer 20 Jahre alten französischen Austausch-Studentin aus Lyon im Januar 2014 im rund 400 Kilometer von Endingen entfernten Kufstein in Österreich vorgeworfen. An beiden Tatorten waren identische Spuren gefunden worden. Zudem zeigten Handy-Daten des Angeklagten, dass er in Endingen zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts war. Die Leiche der Joggerin war nach einer tagelangen Suchaktion gefunden worden.

Angeklagter tötete Opfer um Identifizierung unmöglich zu machen

Der 40-Jährige habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt, sagte Orschitt. Das Opfer habe keine Chance gehabt, sich zu wehren. „Der Angriff kam für sie völlig überraschend. Nur durch Zufall hat sie den Angriff überlebt.“ Der Mann habe die Frau vom Weg rund 70 Meter in ein abseits und nicht einsehbares Waldstück geschleift und sie dort vergewaltigt. Getötet habe er, um seine spätere Identifizierung durch das Opfer zu verhindern.

Mit mehreren, wuchtigen Schlägen auf den Kopf sei die junge Frau umgebracht worden. Verwendet worden sei dabei ein schwerer Gegenstand aus Metall, vermutlich eine Eisenstange. Eine solche Eisenstange diente auch beim Mord in Kufstein als Tatwaffe. Zudem habe er einen Schuh der jungen Frau in Endingen versteckt und ihr Handy zerstört.

Dem psychiatrischen Sachverständigen Peter Winkler aus Tübingen sagte der Angeklagte, er habe nach dem ersten Schlag keine Erinnerung mehr an die Tat. Das sagte Winkler zum Prozessauftakt. Davor sei der 40-Jährige weinend durch den Wald gelaufen. Das Aussehen der Frau hat der Verdächtige nach Angaben des Gutachters gar nicht wahrgenommen, weil er „zu sehr mit sich selbst beschäftigt war“. Im Gespräch mit dem Gutachter habe er ungewöhnlich wenige Emotionen gezeigt. „Nur wenn er über seine Familie sprach, hatte er Tränen in den Augen“, sagte Winkler. Bei Aussagen über den Fall habe er wie durch eine Glasscheibe kommuniziert.

Der Verdächtige war im Juni dieses Jahres in Endingen festgenommen worden, er sitzt seither in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind zunächst acht Verhandlungstage geplant. Ein Urteil soll es demnach Ende Dezember geben. Die Eltern der in Endingen Ermordeten sowie der Ehemann treten in dem Prozess als Nebenkläger auf.

afp

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