Autos stecken nach Unwettern im Juli 2021 auf einem überschwemmten Stück der A42 bei Herne in NRW fest.
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Das Abpumpen und Warten auf bessere Witterung dauerte bis in die Morgenstunden: die A42 bei Herne.

Keller und Straßen unter Wasser

Überschwemmungen in Deutschland: Fluten überrumpeln Autofahrer – „Wir sind im A****!“

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Für viele Autofahrer hieß es vergangene Nacht: Nichts geht mehr. Starkregen hatte Abschnitte der Autobahn 42, die quer durch NRW verläuft, überschwemmt.

Offenbach - Dass man eine Waschmaschine abpumpen muss, kennt man. Aber eine Autobahn? Im Ruhrgebiet war es aufgrund des Wetters mal wieder so weit: Mit mehr als 130 Einsatzkräften rückte die Feuerwehr an. Die Unwetter hatten die Autobahn 42 bei Herne überschwemmt – Menschen steckten mit ihren Autos fest.

Auch in Herne selbst wurden Straßen geflutet. Menschen vor Ort ließen der Agentur News5 Smartphone-Aufnahmen aus ihrem Auto zukommen. Die spontanen Kommentare bilden ihre Bestürzung ab: „Woah, es steht alles unter Wasser!“ oder „Wir sind im A****! Wir sind einfach im A****!“

Zwischen dem Kreuz Herne und der Abfahrt Gelsenkirchen-Bismarck musste der Streckenabschnitt gesperrt werden. Die Feuerwehr-Leitstelle Herne sprach am Abend von mehr als 50 Einsätzen. Inzwischen ist die A42 wieder in beide Richtungen befahrbar.

Gut zu tun hatten auch die Helfer in der Nachbarstadt Bochum. Zweimal war dort ein Blitz in Bäume eingeschlagen, die umzustürzen drohten. Zahlreiche Keller in NRW seien vollgelaufen und mehrere große Ausfahrtsstraßen überflutet worden.

Wetter-Chaos auf deutschen Straßen: DWD-Warnung gilt am Freitag

Nicht nur NRW war von den Unwettern betroffen. Auch Bayern und Baden-Württemberg hatten besonders mit den schweren Niederschlägen zu kämpfen. Am Abend galten hier noch Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Hagel. Das Wetter-Chaos setzte sich in Bayern am Freitagmorgen fort.

Neben der Überflutung von Kellern und Straßen sei mit Schäden durch Hagelschlag und örtlich auch mit Blitzschäden zu rechnen, teilte der DWD in Offenbach mit.

Unwetter in Nachbarland Deutschlands – zwei Tote und zwei verletzte Kinder

Im angrenzenden Tschechien starben bei den Unwettern sogar zwei Menschen, als ein Baum auf ihr Auto stürzte. Der Fahrer habe keine Chance gehabt, rechtzeitig zu reagieren, teilte die Polizei am Donnerstagabend (8. Juli) mit. Zwei Kinder, die auf der Rückbank saßen, wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Zu dem Unfall kam es in der Nähe der Stadt Pisek, knapp 90 Kilometer südlich von Prag. Bei den Toten handelte es sich nach Polizeiangaben um Fremde, die angeboten hatten, die Kinder in dem Sturm nach Hause zu fahren. Die Eltern, die zu Fuß weitergingen, blieben unverletzt.

Erst vor zwei Wochen hatte ein Tornado im Südosten Tschechiens sechs Menschen getötet, Hunderte Menschen verletzt und rund 1200 Häuser beschädigt. (dpa/frs)

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