Rheinland-Pfalz arg betroffen

Katastrophen-Region Ahrweiler: Allein in einem Kreis über 90 Tote

Im Kreis Ahrweiler wird die Opferzahl erneut nach oben korrigiert. Die Region in Rheinland-Pfalz wurde mit am schwersten von der Jahrhundertflut getroffen. Der News-Ticker.

  • Unwetter* in Rheinland-Pfalz: Nach den Fluten* spricht der Kreis Ahrweiler von 1300 Vermissten (siehe Erstmeldung).
  • SPD*-Ministerpräsidentin Malu Dreyer besuchte am Freitag Trier, wo es auch zu einer ungewöhnlichen Rettung gekommen war (Update vom 16. Juli, 11.21 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zum Hochwasser in Rheinland-Pfalz wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 17. Juli, 07.03 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe im Großraum Ahrweiler ist die Zahl der Todesopfer bis Samstagmorgen nach Polizeiangaben auf über 90 gestiegen. Es sei zu befürchten, dass noch weitere Todesopfer hinzukommen, teilte die Polizei am Samstagmorgen mit. Insgesamt liege dem Polizeipräsidium die Meldung über insgesamt 618 Verletzte vor. Auch diese Zahl könne sich noch weiter erhöhen. Auch mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden noch Menschen vermisst.

In Rheinland-Pfalz ist der Kreis Ahrweiler Schwerpunkt der Katastrophe. Am Freitag hatte Innenminister Roger Lewentz (SPD) noch von 63 Todesopfern gesprochen. Die Zahl der Verletzten lag am Freitag noch bei 362.

Update vom 16. Juli, 18.50 Uhr: Mit 63 Todesfällen ist Rheinland-Pfalz das am stärksten von den Unwettern betroffene Bundesland, besonders im Kreis Ahrweiler löste das Unwetter heftige Verwüstungen aus. Den Menschen im Landkreis droht nach der Katastrophe ein langer Ausfall der Gasversorgung.

Wie die Netzgesellschaft der Energieversorgung Mittelrhein mitteile, müssen angesichts des Schadens „mehrere Kilometer Gasleitungen komplett neu gelegt werden“. Das wird nun mehrere Wochen oder Monate dauern, wie am Freitag mitgeteilt wurde. Die betroffenen Haushalte beziehen infolgedessen kein warmes Wasser mehr. Auch für Unternehmen, die vom Erdgas abhängig sind, bedeutet die Nachricht einen Produktionsausfall.

Im Zuge des Hachwassers riss eine Leitung im Bereich der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, wie der Versorger angab. Somit können das gesamte Stadtgebiet sowie die umliegenden Orte nicht mehr auf die Erdgas-Versorgung zurückgreifen.

Rheinland-Pfalz: Kreis Ahrweiler heftig betroffen - über 360 Verletzte und 1300 Vermisste

Update vom 16. Juli, 16.00 Uhr: Der Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz bleibt stark von der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands betroffen. Das Innenministerium bestätigte 63 Todesfälle im gesamten Bundesland im Zuge des Hochwassers, mindestens 1300 Personen werden vermisst.

Wie die Polizei Koblenz am Freitag mitteilte, sind 362 Personen verletzt worden, die Zahl könne sich noch weiter erhöhen. Des Weiteren wurde die Bevölkerung dazu aufgerufen, die betroffenen Ortschaften nicht aufzusuchen. „Das große Maß an Solidarität und die vielen Hilfsangebote aus der Bevölkerung beeindrucken uns sehr und zeigen die bundesweite Betroffenheit“, schrieb die Polizei weiter in der Mitteilung.

Rheinland-Pfalz: Ministerpräsidentin Dreyer spricht von „nationaler Katastrophe“

Update vom 16. Juli, 12.16 Uhr: Die Zahl der Unwettertoten in Rheinland-Pfalz hat sich auf mindestens 60 erhöht. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte am Freitag in Mainz, es könne noch keine Entwarnung gegeben werden. „Das Leid nimmt heute so dramatisch zu“, es sei „eine nationale Katastrophe“.

Update vom 16. Juli, 11.21 Uhr: Es ist kein Trost für die Angehörigen der Todesopfer, aber doch ein Lichtblick inmitten der Hochwasserkatastrophe: Im rheinland-pfälzischen Trier hat die Feuerwehr 60 Haustiere in Sicherheit gebracht.

Tierbesitzer, die wegen der Flut schnell ihre Häuser verlassen mussten, hätten um ihre zurückgelassenen Haustiere gebangt, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die am Freitag in Trier war. „Ich kann das total gut nachvollziehen, weil es ein Tier ist, das man einfach gerne hat und das zum Leben gehört.“

Die Hunde, Katzen & Co seien nun im Tierheim Trier-Zewen vorübergehend untergebracht. „Es ist schon wichtig für die Menschen, dass sie einfach auch sehen, dass auch auf ihre ganz persönlichen Belange geschaut wird“, so die SPD-Politikerin.

Rheinland-Pfalz: Dreyer sieht Bewältigung des Unwetters als „langen, teuren Weg“

Update vom 16. Juli, 10.01 Uhr: Wie viele Menschen werden aktuell in Rheinland-Pfalz vermisst? Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte nun in Trier, es gebe „ganz unterschiedliche Zahlen dazu, wir können sie im Moment auch nicht verifizieren“. Sie hoffe und bete, dass viele Vermisste wegen der Störung des Mobilfunks und der Telefonleitungen (siehe Erstmeldung) lediglich nicht erreichbar seien.

Dreyer sagte, in einigen Gemeinden seien allerdings mit zurückgehendem Wasser Vermisste nur noch tot gefunden worden. „Das ist ein Horror“, so die SPD-Politikerin. „Da könnte man eigentlich nur noch weinen.“

Unwetter in Rheinland-Pfalz: Kreis Ahrweiler meldet 1300 vermisste Menschen

Unsere Erstmeldung vom 16. Juli: Mainz - 1300 Menschen. So viele Personen werden laut dem Kreis Ahrweiler nach der Flutkatastrophe noch vermisst. Das liege auch am teilweise lahmgelegten Mobilfunknetz. Daher gebe es keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar, erklärte eine Behördensprecherin der dpa.

Die Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz ist unterdessen auf 50 gestiegen. „Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Die Bergungsarbeiten liefen weiter.

Hochwasser in Rheinland-Pfalz: Bundeswehr hilft wegen Schäden im Kreis Ahrweiler

Wie viele Menschen insbesondere in der Region um Bad Neuenahr-Ahrweiler noch vermisst werden, konnte der Sprecher nicht genau sagen. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte am Abend zuvor davon gesprochen, dass das Schicksal von 40 bis 60 Menschen weiterhin ungeklärt sei.

Die Aufräum- und Bergungsarbeiten wurden am Freitagmorgen fortgesetzt. Auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind zur Unterstützung in die Hochwasserregionen gekommen.

Unwetter in Rheinland-Pfalz: 200 Einsatzkräfte auf dem Weg nach Ahrweiler

200 Einsatzkräfte haben sich in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) mit 100 Krankenwagen auf den Weg in die Region rund um Ahrweiler in Rheinland-Pfalz gemacht. Die Einsatzkräfte werden dort bei der Verlegung von Patienten aus Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen helfen, teilte die Stadt am Donnerstag mit.

Die Wagen fuhren in Konvois mit je 25 Fahrzeugen. Der Einsatz erfolgt laut Angaben auf Anforderung des Innenministeriums Rheinland-Pfalz. Die Lage ist auch in Nordrhein-Westfalen dramatisch. Dort hat der Rhein-Erft-Kreis nun den Katastrophenfall ausgerufen, wie 24ruhr.de* berichtet.

Unwetterfolgen in Rheinland-Pfalz: Dreyer (SPD) fürchtet „langen, teuren Weg“

„Das Leid ist groß in unserem Bundesland. Unser Bundesland hat so etwas noch nie gesehen“, sagte rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Freitag im „Morgenmagazin“. Es sei klar, dass diese Katastrophe nicht alleine durch das Bundesland zu stemmen sei, erst Recht nicht durch die Kommunen. „Es ist ein langer Weg. Auch ein teurer Weg“, so die SPD*-Politikerin.

Dreyer nannte es „beruhigend“, dass die Bundesregierung aber bereits Hilfe zugesagt habe. Sie verlangte auch mehr Anstrengungen für den Klimaschutz. Diese „Wahnsinnswelle“ habe alle Dimensionen gesprengt, dagegen gebe es keinen Schutz. Deshalb müsse nun vor allem die Ursache solch einer Lage beseitigt werden. „Wer jetzt noch nicht begriffen hat, dass der Klimawandel seine Folgen hat, dem ist nicht zu helfen.“ (AFP/frs) *Merkur.de und 24rhein.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christof Stache/AFP

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