Unwetter in Deutschland

Starkregen und Sturmböen sorgen für heftige Schäden - DWD warnt erneut vor „extremen Unwettern“

  • Patrick Huljina
    VonPatrick Huljina
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Erneut haben heftige Unwetter in Deutschland für Schäden gesorgt. Der Deutsche Wetterdienst warnt auch am Mittwoch vor schweren und teils extremen Unwettern.

Update vom 30. Juni, 11.50 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat auf seinem Youtube-Kanal ein Video mit einer Unwetterinformation für den heutigen Tag hochgeladen. Darin warnt Meteorologe Robert Hausen vor heftigen Unwettern mit Starkregen und Hagel im Laufe des Tages, insbesondere im Nordosten Deutschlands. „Entgegen der sonstigen Gepflogenheiten, dass Gewitter nur lokale Ereignisse sind, hierbei handelt es sich wirklich um ein großflächiges Ereignis“, erklärte Hausen weiter.

In einer großen Region vom Norden Brandenburgs, über Süd-Mecklenburg, ausgreifend bis zur Altmark, ins Wendland und in den Osten Schleswig-Holsteins gibt es laut dem DWD-Meteorologen eine hohe Wahrscheinlichkeit für „12-stündige Regenereignisse von mehr als 40 Millimetern“ ab 12 Uhr mittags. In der Spitze müsse man davon ausgehen, dass heftige Starkregenfälle von 70 bis 80 Millimetern zusammenkommen. „Man muss also mit Überflutungen und Überschwemmungen rechnen. Seien Sie entsprechend vorbereitet in den Gebieten“, so Hausens Appell an die Bevölkerung.

Unwetter in Deutschland: Überflutete Keller und Straßen in Frankfurt und Landshut

Erstmeldung vom 30. Juni: Frankfurt/Main - Erneut haben heftige Unwetter und starke Regenfälle in Teilen Deutschlands für Wetter-Chaos gesorgt. Nachdem bereits am Montag (28. Juni) Starkregen und Sturmböen die Einsatzkräfte auf Trab hielten, hatten am Dienstag (29. Juni) vor allem die Menschen im Süden und Westen der Bundesrepublik mit vollgelaufenen Kellern und überfluteten Straßen zu kämpfen.

Mehr als 600 Einsätze binnen zwei Stunden, so lautete die Bilanz der Frankfurter Feuerwehr am Dienstagabend. Starke Regenfälle mit Niederschlägen von bis zu 45 Liter/qm in kürzester Zeit führten zu vollgelaufenen Kellern und Garagen. Unterführungen und Durchfahrten wurden teilweise überflutet. Vielerorts wurden Kanaldeckel nach oben gedrückt. Der Verkehr mit Bahnen und Bussen kam in manchen Stadtteilen zeitweise zum Erliegen.

Das niederbayerische Landshut wurde ebenfalls heftig von den Unwettern getroffen. Videos in den sozialen Medien zeigen, wie sich auf den Straßen der Altstadt Sturzbäche bildeten und Autos weggeschwemmt wurden. Die Kanalisation konnte die starken Regenfälle nicht mehr aufnehmen, aus den Gullydeckeln sprudelte das Wasser. Zahlreiche Bäume stürzten aufgrund des Windes um und Keller liefen voll. Bei der Landshuter Feuerwehr gingen mehr als 600 Notrufe ein, teilte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle am Dienstagabend mit.

Unwetter in Deutschland: Einsatzkräfte in NRW gefordert

Auch in Nordrhein-Westfalen hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. In Bochum regnete es nach den Angaben der Feuerwehr ab Dienstagabend so stark, dass in einigen Kellern das Wasser bis zur Decke stand. In Krefeld führte der Starkregen ebenfalls dazu, dass Keller, Straßen und Tiefgaragen geflutet wurden, wie die Feuerwehr am Mittwochmorgen mitteilte.

Bis um 2.00 Uhr nachts seien bereits mehr als 2000 Anrufe in der Leitstelle der Feuerwehr Krefeld eingegangen, davon mehr als 800 Notrufe. Mehrere Personen meldeten, dass sie mit ihren Fahrzeugen in überfluteten Unterführungen, aber auch auf der offenen Straße in den Wassermassen stecken geblieben waren und sich nicht mehr aus eigener Kraft aus den Fahrzeugen befreien konnten.

Unwetter mit Starkregen und Sturmböen sorgten in einigen Teilen des Landes für Schäden.

Wetter in Deutschland: DWD warnt am Mittwoch erneut vor „extremen Unwettern“

Am frühen Mittwochmorgen hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) zunächst alle Warnungen vor schweren Gewittern auf. „Die Gewitterlage hat sich vorerst beruhigt“, hieß es in einer Mitteilung. Inzwischen gibt es für den Süden Brandenburgs eine amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen.

Im Laufe des Tages kann es vor allem in Osten und Nordosten Deutschlands zu einem „Aufleben der Starkregen- und Gewittertätigkeit“ kommen. Das Unwetterpotenzial ist in diesen Regionen laut DWD bis in die Nacht hoch. „Vor allem am Mittag und Nachmittag ist lokal eng begrenzt auch mit extremen Unwettern zu rechnen (mehr als 40 l/qm in kurzer Zeit)“, schreibt der Wetterdienst in seinem Warnlagebericht. (ph/dpa)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow

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