„Vereinigung zu größerem Komplex“?

Wetter-Chaos in Deutschland: DWD warnt vor nächsten „extremen Unwettern“

  • Patrick Huljina
    VonPatrick Huljina
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Schwere Unwetter in Deutschland sorgten in der Nacht von Montag auf Dienstag für große Schäden. Nun warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) erneut vor einer „extremen“ Wetterlage.

Update vom 1. Juli, 6.45 Uhr: Tief „Xero“ zieht sehr langsam ab. Das Gewittertief liegt am Donnerstag mit seinem Zentrum weiterhin in Norddeutschland. Das bedeutet nichts Gutes: Für Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) erneut eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben. Gewitter mit extremen Starkregen werden erwartet. An der Küste Vorpommerns ist dazu noch mit vereinzelten Sturmböen um 75 km/h (Bft 9) zu rechnen.

Vor „extrem ergiebigen Dauerregen“ - bis zu 100 Liter pro Quadratmeter warnt der DWD von der Ueckermünder Heide bis zur östlichen Seenplatte. Wo soll das ganze Wasser hin?

Unwetter in Deutschland: Gewitter mit extremen Starkregen sorgen für Überflutungen

In den Kreisen Segeberg und Steinburg in Schleswig-Holstein hatte der starke Regen hunderte von Kellern geflutet. Zwischen Mittwochmittag bis Donnerstagmorgen (1.00 Uhr) habe die zuständige Regionalleitstelle regenbedingte 243 Einsätze gezählt, sagte ein Sprecher am Morgen laut der Nachrichtenagentur dpa. Im Kreis Pinneberg sei zudem ein Baum aufgrund des Unwetters auf ein Auto gestürzt. Die im Auto sitzende Frau sei dabei schwer verletzt worden, befinde sich aber nicht in Lebensgefahr.

In Brandenburg an der Uckermark sind nach Angaben des DWD-Sprechers zudem teilweise 20 Liter Niederschlag pro Stunde auf die Straßen geprasselt. Schon am Mittwoch entwurzelten Gewitter mit Starkregen in Teilen Brandenburgs Bäume und ließen Keller volllaufen.

Update vom 30. Juni, 21.59 Uhr: Die Nacht auf Donnerstag wird stürmisch und ungemütlich. Von Nordbrandenburg über bis Niedersachsen warnt der Deutsche Wetterdienst vor heftigen Schauern und Gewittern mit Starkregen. Teils sogar vor extremem Unwetter. Über mehrere Stunden fallen regional bis zu 60 Liter Wasser auf den Quadratmeter. Vor allem an der Küste Vorpommerns frischt derweil der Wind auf. Die Böen werden steif bis stürmisch.

Tagsüber werden am Donnerstag im Norden und Nordosten weitere Regenfälle und vereinzelt Gewitter erwartet. Im Laufe des Nachmittags soll das aber nachlassen.

Wetter-Chaos in Deutschland: Überflutete Keller und Straßen - DWD warnt vor nächsten „extremen Unwettern“

Erstmeldung vom 30. Juni, 11.30 Uhr: Offenbach - In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es in einigen Teilen Deutschlands zu schweren Unwettern. Heftige Gewitter, Starkregen und Sturmböen hielten die Einsatzkräfte bis in die Morgenstunden auf Trab. Ein Ende der Unwetterlage ist allerdings noch nicht in Sicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt erneut vor „extremem Unwetter“ im Laufe des Nachmittags und Abends.

Unwetter in Deutschland: Starkregen und Sturmböen sorgen für teils heftige Schäden

Insbesondere der Südwesten der Bundesrepublik bekam am Montagabend die volle Kraft des Wetters* zu spüren. Überflutete Straßen, überlaufende Gullys und Erdrutsche sorgten für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr und Polizei im Kreis Calw in Baden-Württemberg. In Stuttgart führten Starkregen und Sturmböen dazu, dass diverse Tunnel mit Wasser vollliefen und Bäume umstürzten. An der Staatsoper in Stuttgart wurden Teile der Dachverkleidung abgedeckt* und Statuen fielen von ihrem Sockel.

In Stuttgart sorgte Starkregen für überflutete Unterführungen und Tunnel.

Auch in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern sorgten die Unwetter teilweise für Straßensperrungen und überflutete Keller. In Unterfranken stand nach Starkregen sogar ein ganzer Ort unter Wasser*. Eine Sprecherin des DWD erklärte am Dienstagmorgen, dass noch keine Entspannung der Lage in Sicht sei. Zwar sei das aktuelle Unwetter, das sich über Baden-Württemberg und Bayern formiert habe, nun teilweise nach Tschechien gezogen, doch die Wetterlage bleibe komplex. Vor allem der Starkregen und die Sturmböen seien weiterhin ein Problem.

Wetter in Deutschland: DWD warnt erneut vor „extremen Unwettern“

Genau davor warnt der DWD auch in seinem aktuellen Warnlagebericht: „Extreme Unwetter und Gewitter mit Starkregen.“ Nach einer kurzen Wetterberuhigung kann es bereits am Nachmittag zu neuen Unwettern* in einigen Teilen des Landes kommen. Betroffen sind insbesondere das Saarland, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. „Aus Südwesten ziehen lokal schwere Gewitter mit heftigem Starkregen zwischen 25 und 40 l/qm in kurzer Zeit, Sturmböen* um 85 km/h (Bft. 9) und Hagel um 2 cm auf“, heißt es dazu in einer Vorabinformation.

Der DWD hält gegen Abend auch eine „Vereinigung zu einem größeren Komplex“ für wahrscheinlich. „Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass sich eine nordostwärts ziehende Gewitterlinie formiert“, heißt es weiter. Laut Deutschem Wetterdienst ist dann auch mit lokal extrem heftigem Starkregen bis zu 60 l/qm in kurzer Zeit, sowie mit orkanartigen Böen* um 115 km/h (Bft. 11) und größeren Hagelansammlungen zu rechnen. Am späten Abend sollen sich die Gewitter* schließlich leicht abschwächen, so die Prognose.  (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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