Schuld an der Ahr im Landkreis Ahrweiler ist eine der am schlimmsten getroffenen Ortschaften.
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Schuld an der Ahr im Landkreis Ahrweiler ist eine der am schlimmsten getroffenen Ortschaften.

Über 1000 noch vermisst

Unwetter und Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW: Zahl der Todesopfer steigt auf 103

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Die Zahl der Todesopfer steigt nach der Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz am Freitagmorgen weiter an. Über tausend Menschen gelten weiter als vermisst.

Tausende Retter suchen in den Flutregionen von NRW und Rheinland-Pfalz nach Überlebenden in den Trümmern, die die Fluten zurückgelassen haben. Inzwischen ist auch die Bundeswehr im Einsatz. Am Freitag wird die Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz auf 60 nach oben korrigiert. „Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz.

Ebenfalls am Freitag ist die Zahl der Unwettertoten in Nordrhein-Westfalen auf mindestens 43 gestiegen. Bislang war die Zahl auf mindestens 30 beziffert worden. Nach Angaben der Kölner Polizei stieg die Zahl der Toten allein im Kreis Euskirchen auf 24 und im Rhein-Sieg-Kreis auf 6.

Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: Zahl der Todesopfer steigt weiter

Wie viele Menschen insbesondere in der Region um Bad Neuenahr-Ahrweiler noch vermisst werden, konnte der Sprecher nicht genau sagen. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte am Donnerstagabend davon gesprochen, dass das Schicksal von 40 bis 60 Menschen weiterhin ungeklärt sei.

Euskirchen: Drei Personen machen Fotos und beobachten die Wassermassen, die sich über eine Straße und ein Restaurant ausbreiten.

Hochwasser-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: Über tausend Vermisste? So erklärt sich die Zahl

Der Kreis Ahrweiler hatte sogar von 1300 noch vermissten Menschen im Kreisgebiet gesprochen. Eine Sprecherin erklärte das auch mit einem teilweise lahmgelegten Mobilfunknetz. Nachdem weder Strom noch Handynetz funktioniert, kann in den Katastrophen-Regionen auch niemand erreicht werden. So kommt man wohl auf die über tausend Vermissten.

Stundenlanger Starkregen hatte zu einem verheerenden Hochwasser geführt. Schwerpunkt der Katastrophe ist der Kreis Ahrweiler. Allein im 700 Einwohner-Dorf Schuld an der Ahr wurden mehrere Häuser von den Wassermassen mitgerissen, zahlreiche weitere Gebäude teils schwer beschädigt. Aber auch weitere Regionen wurden hart getroffen.

Schreckensmeldung nahe Köln: Häuser stürzen ein - Bewohner noch darin

Auch in NRW ist die Lage immer noch angespannt. Am Freitagmorgen spielen sich dramatische Szenen nahe Köln ab. In Erftstadt-Blessem stürzt ein Haus nach dem anderen ein. Hilferufe sind aus den Häusern zu hören. Doch aktuell ist eine Evakuierung nur mit Boten möglich.

Auch dieser Freitagmorgen nach der Jahrhundertstrophe wird von einzelnen Schreckensmeldungen bestimmt. Einen wirklichen Überblick über die Lage zu schaffen, ist zu diesem Zeitpunkt kaum möglich. Klar ist nur, dass mit der Arbeit der Retter auch die Zahl der bestätigten Toten im Tagesverlauf weiter steigen wird. (kmm/dpa)

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