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Bei einem Unwetter in Indien und Nepal sind mehr als 200 Menschen gestorben.

Unwetter in Indien und Nepal: Mehr als 200 Tote

Neu Delhi - Augenzeugen berichten von Schreckensbildern: Hunde, die an Leichen fressen, Verwandte, die von den Wassermassen fortgespült werden. Indien und Nepal kämpfen seit Tagen mit Überschwemmungen.

Die Zahl der Flutopfer in Indien und Nepal ist auf über 200 gestiegen. Doch noch immer werden deutlich höhere Opferzahlen befürchtet. „Die Anzahl der Toten könnte 10 oder 20 mal höher sein, als von der Regierung angegeben“, sagte ein Überlebender dem Sender NDTV am Donnerstag. „Das schlimmste ist aber, dass die Regierung sich nicht darum bemüht, Leichen zu bergen. Ich habe gesehen, wie Hunde Leichen fraßen“, fügte er hinzu. Schon am Mittwoch hatte Indiens Premierminister Manmohan Singh gewarnt: „Es wird befürchtet, dass die Opferzahl viel höher ausfallen könnte.“

Währenddessen liefen die Rettungsarbeiten am Donnerstag auf Hochtouren. Heftige Regenfälle hatten starke Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Über Stunden erschwerte der andauernde Regen am Morgen die Hilfe. Mit Hubschraubern konnten die Retter am Nachmittag aber wieder Menschen aus den Wassermassen befreien und Nahrung an abgeschotteten Orten verteilen. Rund 10 000 Helfer waren im Einsatz. Entwarnung gibt es nicht. Von Montag an soll es wieder heftig regnen, was erneut die Rettungsarbeiten erschweren könnten.

In Uttarakhand im Norden Indiens saßen noch immer mehr als 50 000 Menschen fest, unter ihnen viele Pilger, die auf dem Weg zu den zahlreichen Tempeln in dem Bundesstaat gewesen waren. Der früher als üblich einsetzende Monsunregen hatte sie überrascht. Seit Sonntag starben allein dort mindestens 167 Menschen, wie der Sender NDTV berichtete. Auch in den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Himachal Pradesh fielen dutzende Menschen den Fluten zum Opfer. Hunderte sitzen in der Region fest, darunter auch ausländische Touristen.

„Ein See oberhalb der Stadt Kedarnath ist übergelaufen. Innerhalb von 15 Minuten wurde unser Hotel von einer Mischung aus Steinen und Schlamm mit voller Wucht getroffen“, berichtete ein Überlebender dem Sender. Er, seine Frau und sein Sohn hätten sich retten können. „Aber meine Tochter und meine Mutter sind fortgespült worden.“

Von einem „Himalaya-Tsunami“ hatte jüngst der Regierungschef von Uttarakhand, Vijay Bahuguna, gesprochen. Es seien die heftigsten Regenfälle seit 60 Jahren, berichteten Behörden dem Blatt „Indian Express“. Rund 500 Straßen und 170 Brücken wurden lokalen Medien zufolge zerstört, hunderte Häuser seien fortgespült worden. Auf den wenigen befahrbaren Straßen bildeten sich lange Staus, als Menschen versuchten, den Bundesstaat zu verlassen. Premier Singh kündigte ein Hilfspaket in Höhe von umgerechnet 127 Millionen Euro an.

Im benachbarten Nepal sprach die Regierung von 19 Flutopfern. 25 Menschen galten als vermisst.

dpa

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