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Unwetter auf Ischia: Zahl der Toten steigt auf sieben

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Von: Stefanie Fischhaber

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Nach dem heftigen Unwetter auf der italienischen Insel Ischia dauern die Rettungsarbeiten an. Die Zahl der Toten steigt weiter. Die italienische Regierung rief den Notstand aus.

Casamicciola - Im Schlamm versunkene Autos, bis ins Meer gerissene Busse, Schutt und Verwüstung in den Straßen: Heftige Unwetter haben am Samstag im Norden der italienischen Mittelmeerinsel Ischia Überschwemmungen und Chaos angerichtet. Die Zahl der Toten stieg mittlerweile auf fünf. Rettungskräfte suchen noch immer nach Vermissten. Die Regierung erklärte für ein Jahr den Notstand auf Ischia.

Heftiges Unwetter in Italien: Fünf Tote auf Ischia

Sieben Menschen, darunter zwei Frauen und ein kleines Mädchen, verloren in den Schlammmassen ihr Leben. Das bestätigte die Feuerwehr am Sonntagabend per Twitter. Unter den Toten sei auch ein erst 22 Tage altes Baby und eine Familie. Einige erlitten Verletzungen. Am Sonntagabend suchten die Retter noch nach weiteren vermissten Menschen. Feuerwehrtaucher prüften, ob sich in den ins Meer gespülten Autos möglicherweise Opfer befinden.

Die Behörden waren zeitweise mit ungefähr 370 Feuerwehrleuten und Polizisten im Einsatz. Vom Festland legten Spezialisten, Fahrzeuge und weitere Verstärkung zu der Insel im Golf von Neapel ab. Das Militär entsandte Hubschrauber und rettete drei Erwachsene und zwei Kinder, die in einer Ferienanlage festsaßen. Andernorts retteten Einsatzkräfte einen Mann, der in einem Gebäude bis zur Brust im Dunkeln im Wasser steckte, wie Videos zeigten. Einsam mühte sich ein kleiner Bagger durch die mit Schlamm bedeckten Straßen und versuchte die teils völlig zerstörten Autos aus dem Dreck zu ziehen.

Erdrutsch auf italienischer Urlaubsinsel: Regierung ruft Notstand auf Ischia aus

Nach letztem Stand holten die Rettungskräfte 230 Menschen aus ihren Häusern und brachten sie etwa in einem Hotel unter. Viele hatten über Stunden im betroffenen Teil der Insel ihre Wohnungen nicht verlassen können. Die Verwaltung hatte die Menschen dazu angewiesen. Viele hatten keinen Strom mehr. Schulen, Friedhöfe und Parks waren am Samstag geschlossen geblieben.

Luftaufnahme von beschädigten Häusern in Casamicciola auf der süditalienischen Insel Ischia.
Ein heftiges Unwetter auf der italienischen Insel Ischia hinterließ Chaos und Verwüstung. © Salvatore Laporta/ dpa

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni rief am Sonntagvormittag ihre Minister in Rom zu einer Sitzung zusammen. Die Regierung erklärte für ein Jahr den Notstand auf Ischia, um schneller Hilfsgelder freimachen zu können. Zwei Millionen Euro sind für den Wiederaufbau vorgesehen, den außerdem eine außerordentliche Kommissarin koordinieren soll.

Das Unwetter brach in den frühen Morgenstunden über das Eiland mit etwas mehr als 60.000 Einwohnern herein. Besonders betroffen war der Küstenort Casamicciola im Norden. Zwischen Häusern fraß ein Erdrutsch eine Schneise der Zerstörung in einen Hang, wie Fotos zeigten. Die Gegend galt als Risikogebiet. (sf/dpa)

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