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„Höchste Unwettergefahr“ in Italien: Sturm sammelt sich vor der Küste - „Tsunami“-Wellen erwartet

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Heftige Unwetter in Italien sorgen im Süden des Landes für Chaos. Nun steht der nächste heftige Sturm bevor. Der Ticker.

Update vom 28. Oktober, 18.36 Uhr: Nach nur einer Nacht Ruhepause droht dem Süden Italiens der nächste Sturm-Schock. Der Mittelmeer-Zyklon verstärkt sich und wird in den kommenden Stunden offenbar noch stärker werden, wie die italienische La Stampa berichtet. Der Sturm setzt sich aktuell zwischen Malta und Sizilien fest und wird demnach in den nächsten Stunden die Merkmale eines Mittelmeer-Hurrikans, genannt „Medicane“ aufweisen. Zudem besteht in der Folge auch eine „Tsunami“-Gefahr in Sizilien, heißt es in dem Bericht weiter. Es würden Wellen mit einer Höhe von bis zu sechs Metern erwartet.

Update vom 28. Oktober, 14.50 Uhr: Nachdem sich die starken Unwetter auf Sizilien am Donnerstag zunächst etwas beruhigt hatten, entdeckten Rettungskräfte die Leiche einer vermissten Frau. Damit fielen den extremen Niederschlägen in den vergangenen Tagen drei Menschen zum Opfer.

Die Frau war nach Einschätzung der Rettungskräfte am Sonntag - so wie auch ihr Mann - aus dem Auto ausgestiegen und von den Wassermassen erfasst worden. Ihr Körper wurde etwa fünf Kilometer vom Wagen entfernt entdeckt, wie die Polizei in Catania am Fuße des Vulkans Ätna am Donnerstag mitteilte. Zuvor war ihr Mann in etwa zwei Kilometern Entfernung tot aufgefunden worden. Am Dienstag war ein anderer Mann in Catania gestorben, weil er den Erkenntnissen zufolge ebenfalls aus dem Auto ausstieg und dann vom Wasser unter den Wagen gedrückt wurde. Am Mittwoch hatten offizielle Berichte bereits von drei Todesopfern und einer Vermissten berichtet (siehe Ursprungsmeldung).

Die heftigen Unwetter führen seit Tagen zu Überschwemmungen und Schäden im Osten Siziliens. Die Regionalregierung rief am Mittwoch den Notstand aus. Die nächsten schweren Unwetter werden ab Donnerstagabend erwartet.

„Höchste Unwettergefahr“ in Italien: Meterhohe Wellen erwartet - erneute „Zuspitzung der Situation“ droht

Update vom 28. Oktober, 13.20 Uhr: Nach einer Serie von heftigen Unwettern in Süditalien spitzt sich die Situation weiter zu, am Donnerstag und Freitag soll sich möglicherweise sogar ein Wirbelsturm über dem Mittelmeer zusammenbrauen. Wie Meteorologe Björn Alexander gegenüber RTL erklärt, sollen die Unwetter rund um Sizilien nach einer kurzen Pause am Donnerstag und Freitag wieder aufleben. Dann soll die Unwetterfront für eine erneute „Zuspitzung der Situation“ sorgen.

Wie der RTL-Meteorologe weiter erklärt, gehe die größte Gefahr dabei vom sintflutartigen Regen aus. So könnten gebietsweise 300 Liter pro Quadratmeter nicht ausgeschlossen werden. „Es sind also nochmals bange Stunden und Tage, die die Menschen dort vor sich haben. Eine extrem gefährliche Lage mit höchster Unwettergefahr“, so der Experte weiter. Sollte sich über dem Mittelmeer tatsächlich ein Medicane entwickeln, gehe weitere Gefahr von meterhohen Wellen aus.

Extrem-Unwetter tobt in Italien und die Prognosen verheißen nichts Gutes

Update vom 27. Oktober, 14.22 Uhr: „Es ist noch nicht vorbei“, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes Fabrizio Curcio vor Journalisten am Ende eines Krisentreffens in Catania, wie die italienische Nachrichtenagentur ansa.it berichtet.

Nach einer kurzen Abschwächung soll es am Donnerstag und Freitag wieder zu einer deutlichen Verschlechterung der Wetterbedingungen kommen. Meteorologen befürchten, dass ein Wirbelsturm im Mittelmeer - ein sogenannter Medicane (Wortschöpfung aus Mediterranean Hurricane) - entsteht, der sich dann auf dem Weg Richtung Sizilien macht (siehe auch Erstmeldung).

In der Provinz auf Sizilien herrscht weiter der Ausnahmezustand. Die Schulen in Catania bleiben am Donnerstag und Freitag geschlossen. Auch Einzelhandel und Behörden sollen schließen, teilt Catanias Bürgermeister Salvo Pogliese auf Facebook mit. Nur Apotheken und Lebensmittelgeschäfte dürfen geöffnet bleiben.

In der Provinz Catania am Fuß des Vulkans Ätna hat die Feuerwehr nach eigenen Angaben 620 Einsätze in den vergangenen 24 Stunden durchgeführt.

Extrem-Unwetter in Italien: „Tragödie“ im Süden - und Wirbelsturm kehrt bald als Mittelmeer-Hurrikan zurück

Erstmeldung vom 27. Oktober 2021

Catania - Glücklicherweise regnet es im Augenblick nicht. Einen Moment können die Menschen in Sizilien (Italien) durchatmen. Wassermassen fluteten am Montag die Stadt Catania am Fuße des Ätnas. Die Altstadt stand zeitweise komplett unter Wasser. Die Fluten rissen Autos mit. In Catania spielten sich dramatische Szenen ab.

In der ganzen Provinz fielen nach Angaben der Behörden bis zu 350 Milliliter Regen in nur 72 Stunden. Es sind gewaltige Niederschlagsmengen, zumal dort in einem Jahr etwa 600 Milliliter Regen fallen.

Extremes Unwetter in Italien: Mittelmeer-Hurrikan droht - Süditalien weiter in Alarmbereitschaft

Die Pause ist allerdings nur von kurzer Dauer. Meteorologen erwarten in den nächsten Stunden weitere extreme Unwetter. Der Tiefdruckwirbel über dem Mittelmeer ist aktiv und gewinnt wieder an Kraft. Der starke Wirbelsturm soll als Mittelmeer-Hurrikan oder auch Medicane genannt nach Italien zurückkehren. Auf Satellitenaufnahmen ist der Wirbelsturm, der sich dann zum Medicane entwickelt, schon zu sehen. Wetterexperten verfolgen die explosive Situation sehr genau. Es sei jedoch schwierig, den genauen Verlauf des Wirbels und die Folgen vorherzusagen, ist auf dem Wetterportal meteo.it zu lesen. Es gäbe große Unsicherheiten, trotz der manchmal heftigen Auswirkungen.

Seine maximale Gewalt wird dieser Medicane den Vorhersagen zufolge am Donnerstag und Freitag (28. und 29. Oktober) entfalten. Der starke Wirbelsturm steuert dann wieder Richtung Sizilien und Kalabrien.

Sintflutartige Regenfälle, lokale Gewitter und Überschwemmungen drohen. An den Küsten erwarten die Meteorologen stürmischen Wind mit Böen über 90 km/h mit bis zu 5 Meter hohen Wellen. Zudem herrscht die Gefahr von Sturmfluten an den am stärksten exponierten Küsten.

Unwetter in Italien: „Apokalyptische Szenen, Menschen weggeschleppt“

Das schwere Hochwasser in Catania hat Todesopfer gefordert. Ein 53-jähriger Mann ertrank, er wurde unter seinem Auto gefunden. Eine Frau soll nach bisherigen Erkenntnissen beim Aussteigen aus ihrem Auto überfahren worden sein. Die heftigen Unwetter der vergangenen Tage haben ihren Tribut gefordert. Die Zahl der Toten steigt damit auf drei Tote und eine Vermisste.

In Catania bleibt die Schule am Mittwoch geschlossen. „Es ist allen klar, dass die Stadt mit einer Tragödie und einem fast nie dagewesenen atmosphärischen Phänomen konfrontiert ist“, schreibt Bürgermeister Salvo Pogliese auf Facebook. Er ordnete an, bis Mitternacht aus Sicherheitsgründen alle Geschäfte zu schließen - mit Ausnahme von Apotheken und Lebensmittelläden. Pogliese appellierte an die gesamte Bevölkerung: „Bitte verlassen Sie das Haus nicht“. (ml)

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