“Gloria“ brachte Monsterwelle auf Mallorca

Spanien-Unwetter: Neue Überschwemmungen und Schneemassen - Opferzahl könnte weiter steigen

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Die drastischen Folgen von Wintersturm „Gloria“ nehmen neue Ausmaße an. Die Zahl der Toten steigt. Eine düstere Wetter-Prognose kommt noch dazu.  

  • Der Osten Spaniens und Südfrankreich wurden in den vergangenen Tagen von heftigen Unwettern getroffen. 
  • Es gibt zahlreiche Todesopfer und Vermisste, darunter auch Touristen.
  • Extreme Wellen trafen die Urlaubsinsel Mallorca. Ein Mensch starb auf der Urlaubsinsel, auf Ibiza sogar zwei.

Update 24. Januar 2020, 21.07 Uhr: Die Ruhe nach dem Sturm ist noch nicht ganz eingekehrt in Spanien. Auch am Donnerstag hielt der Wintersturm Gloria“ noch Teile der Iberischen Halbinsel in Atmen. Vor allem in Girona im Norden Spaniens wurden am Nachmittag unzählige Straßen unter Wasser gesetzt, als der Fluß Ter über seine Ufer trat, wie wetter.de berichtet. 

Auch die Pyrenäen an der spanisch-französischen Grenze waren dem Wintersturm ausgesetzt. Die Schneefallgrenze sank dort auf bis zu 500 Meter und es fiel bis zu einem Meter Neuschnee. Eine Sprecherin der Strandbehörde in Barcelona sprach davon, dass Gloria der schwerste Sturm seit über 15 Jahren in dem Gebiet gewesen sei. 

Die Anzahl der Todesopfer liegt nach Informationen der Behörden mittlerweile bei 13, könnte jedoch in den kommenden Tagen noch steigen, denn acht weitere Menschen werden derzeit noch vermisst.

Nach klaren Tagen steht beim Wetter in Deutschland nun eine Kehrtwende an.

Spanien-Unwetter: Zahl der Toten steigt - Ibiza-Tourist wird vermisst - düstere Wetter-Prognose

Update 24. Januar 2020: Nach dem Wintersturm "Gloria" in Spanien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens elf gestiegen. In Katalonien im Nordosten Spaniens wurden am Donnerstag zwei weitere Todesopfer geborgen, wie der Zivilschutz mitteilte. Vier weitere Menschen wurden zudem noch vermisst. Zu ihnen zählte ein 25-jähriger Brite, der einen Strand im Norden der Ferieninsel Ibiza besucht hatte.

In Katalonien starb am Donnerstag ein 50-jähriger Mann, der an der Felsküste von Ametlla de Mar geangelt hatte, wie der Zivilschutz im Onlinedienst Twitter mitteilte. In der Ortschaft Cabacés wurde in einem Auto die Leiche eines weiteren Mannes entdeckt.

Laut einer im Oktober veröffentlichten Studie der Forschungsgruppe Mediterranean Experts on Climate and Environmental Change (MedECC), der mehr als 600 Wissenschaftler angehören, könnten im Südosten Spaniens die Wetter-Vorkommnisse mit heftigen Regenfällen wegen des Klimawandels um zehn bis 20 Prozent zunehmen.

Auch in Deutschland kippt das Wetter: Es wird extrem ungemütlich.

Spanien-Unwetter: “Absolute Katastrophe“: Schaulustige tot - extremer Schaum in den Straßen

Update 19.46 Uhr: Mindestens 13 Menschen starben in Folge des Sturmtiefs „Gloria“, das in Spanien große Schäden hinterließ. Schon seit dem Wochenende fegten wegen der Kaltfront heftige Winde, dazu gab es gigantische Wellen, sowie viel Regen und auch Schnee. Vor allem der Osten und der Nordosten von Spanien waren von den Unwettern betroffen.

Zahlreiche Flüsse und Bäche - speziell in der Region Katalonien - führten am Donnerstag weiterhin Hochwasser, teilweise kam es zu starken Überschwemmungen. Mehrere Menschen wurden von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet. Die Zeitung „ABC“ sprach von einer „absoluten Katastrophe“.

Obwohl sich das Wetter in den meisten Landesteilen inzwischen beruhigte, war die Lage am Donnerstagnachmittag vor allem in Girona knapp hundert Kilometer nordöstlich der katalanischen Hauptstadt Barcelona noch angespannt. Dort wurden unzählige Straßen unter Wasser gesetzt, weil der Fluss Ter über die Ufer trat. Zudem gab es große Probleme mit dem Trinkwasser. Aufgrund eines vom Unwetter verursachten Defekts seien mehrere Stadtgebiete ohne jede Versorgung, sagte Bürgermeisterin Marta Madrenas. 

Die Wassermassen zerstörten mehrere Brücken, Straßen waren zeitweise gesperrt. Für viele Schüler fiel der Unterricht aus. Wie groß die Schäden insgesamt sind, ist noch unklar. Doch auf Mallorca zeigen sich die Ausmaße des Unwetters.

Sturm zieht über Spanien: Vier weitere Tote geborgen

Die Zahl der Todesopfer stieg am Donnerstag von neun auf 13. Die vier hinzugekommenen Toten wurden alle in Katalonien geborgen. Ein Angler sei in der Küstengemeinde Calafat von einer Riesenwelle überrascht und in den Tod gerissen worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei. In den Gemeinden Cabacés und Jorba wurden die Leichen von zwei Männern entdeckt, deren Autos vermutlich von den Wassermassen mitgerissen worden waren. Am Strand von El Prat de Llobregat bei Barcelona wurde eine mutmaßlich ertrunkene Frau tot aufgefunden.

Nach Sturm-Unwetter „Gloria“: Katastrophale Zustände im Seebad Tossa de Mar

Update 12.55 Uhr: Aus Málaga meldete der spanische Wetterdienst einen massiven Hagelsturm. In Alcañiz in der Provinz Teruel mussten Dutzende Menschen wegen eines Erdrutsches ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Auch in Tordera bei Barcelona wurden zahlreiche Wohnhäuser wegen Überflutungsgefahr vorsichtshalber evakuiert. Ministerpräsident Pedro Sánchez wollte sich am Donnerstag in Katalonien und auf den Balearen selbst ein Bild vom Ausmaß der Zerstörungen machen.

Ein ungewohntes Bild bot sich wegen „Gloria“ im Seebad Tossa de Mar und anderen Gemeinden an der Costa Brava: Dort stand Meeresschaum meterhoch in den Straßen, weil der Ozean vom Sturm so heftig aufgewirbelt worden war. Die Zeitung „ABC“ sprach von einer „absoluten Katastrophe“. In den meisten Landesteilen hat sich das Wetter aber mittlerweile beruhigt.

Teilweise hüfthoher Schaum in den Straßen des Seebades Tossa de Mar.

Unwetter in Spanien: Gloria wütet auch am Donnerstag weiter - Tote auf Ibiza und Mallorca

Update vom 23. Januar 2020: Noch immer gibt es keine Entwarnung in Spanien. Das Sturmtief „Gloria“ wütet bereits seit dem Wochenende, auch am Donnerstag führten zahlreiche Flüsse Hochwasser. In der Region Katalonien kam es sogar teilweise zu Überschwemmungen. Durch die Wassermassen wurden auch zahlreiche Brücken zerstört, Straßen mussten abgesperrt werden. 

Wie spanische Medien übereinstimmend berichten, sollen insgesamt neun Personen durch das Unwetter ums Leben gekommen sein. Sechs weitere Menschen werden noch vermisst. Drei in Katalonien, zwei auf Ibiza und eine Person auf Mallorca. In der Nähe von Barcelona wurden auch am Donnerstag zahlreiche Wohnhäuser wegen Überflutungsgefahr evakuiert. 

„Das Meer war noch nie so wild“: Unwetter fordert Tote in Spanien - Monster-Wellen auf Mallorca

Ursprungsmeldung vom 22. Januar 2020: Mallorca/Valencia - Extremwetter in Spanien: Besonders in vielen Mittelmeer-Küstenorten zwischen Valencia und Alicante kam es durch das Sturmtief Gloria zu chaotischen Zuständen. „So etwas habe ich noch nie gesehen! Das Meer war noch nie so wild“, sagte ein Wirt in Jávea im Fernsehen. Sein Strandlokal wurde von der Flut völlig verwüstet. 

Spanien-Unwetter: Sturm auf Mallorca - Schaulustige werden von Wellen erfasst

Die Altstadt des katalanischen Seebades Tossa de Mar versank nach dem Sturm in Massen von Meeresschaum, weil der Ozean so stark aufgewirbelt wurde. Der Schaum steht haushoch in den Straßen. Eine Ladenbesitzerin verzweifelte im Fernsehen: „Das ist eine Katastrophe, ein anderes Wort fällt mir dazu nicht ein.“ Die aufwändigen Aufräumarbeiten laufen. 

In Mallorca sorgte der Sturm für riesige Wellen. Eine gigantische Welle soll sogar eine Höhe von unglaublichen 14 Metern erreicht haben. Amateurvideos zeigen, mit welcher Wucht die Wassermassen auf Land trafen. Bereits im September 2019 und Oktober 2018 gab es heftige Unwetter auf Mallorca. Dabei traten sogar zwei Tornados auf, Lkw auf einer Fähre kippten um. Beim Unwetter 2018 starb ein achtjähriger Junge. Bei einem anderen Sturm-Drama auf Mallorca wurde eine Frau von einer Palme erschlagen. 

Sturm-Schaulustige in Spanien werden von Wellen erfasst - zwei sterben dabei

Ein Mann auf einem Hausdach, der das Spektakel filmen wollte, wurde von einer Welle erfasst. Tödlich endete eine solche Aktion auch für einen Schaulustigen nördlich von Barcelona. Er wollte laut Medienberichten auf einem Deich Fotos schießen, als er von einer Monsterwelle mitgerissen wurde. Sturm-Schaulustige in anderen Orten wurden ebenfalls verletzt, darunter auch Touristen.

Das seit Tagen tobende Sturmtief Gloria mit starken Winden und eisigen Temperaturen hat in Spanien mindestens neun Menschen das Leben gekostet. Vier Personen werden aktuell vermisst. 

Spanien: Schneesturm fordert weitere Tote - mindestens ein Mann erfriert

Unklar ist unter anderem das Schicksal eines 27-Jährigen, der auf Mallorca durch eine Schlucht kletterte, als das Unwetter kam. Möglicherweise wurde er von einem Sturzbach mitgerissen. Auf Ibiza wurden den Berichten zufolge unterdessen ein 25-jähriger Brite und ein 41-Jähriger als vermisst gemeldet. Außerdem wird ein Seemann im katalanischen Girona vermisst. In Orihuela, südlich von Alicante, wurde ein 63-Jähriger durch eine herabfallende Dachpfanne erschlagen. 

Auch im Hinterland gab es Todesopfer. In Moixent starb ein Mensch in einem Schneesturm. Der plötzliche Schneefall wurde auch einem Mann in Nordspanien zum tödlichen Verhängnis. Er wollte gerade Schneeketten montieren, als er von einem Klein-Lkw überfahren wurde. In Carcaixent bei Valencia wurde die Leiche eines offenbar in der Nacht erfrorenen Obdachlosen (49) gefunden. Ein weiterer Obdachloser (67) starb in der Gemeinde Callosa d'En Sarrià und in Almería. Eine Frau sei am Mittwoch in Alcoi gestorben, als ihr Haus wegen des Unwetters einstürzte. Ebenfalls ein Landwirt im andalusischen Almería.

Schule fällt aus, Flughafen schließt, Fährverbindung unterbrochen: Sturm-Behinderungen in Spanien

Auch auf den Verkehr hatte der Sturm starke Auswirkungen. Der Touiri-Flughafen in Alicante musste zwischenzeitlich für 40 Stunden schließen. Auch die Fährverbindungen auf die Inseln Mallorca und Ibiza wurden unterbrochen. Der Unterrichtin hunderten Schulen aus. Insgesamt sei für 200.000 Schüler in verschiedenen Landesteilen der Unterricht ausgefallen. Bei Touristen beliebte Campingplätze mussten evakuiert werden. 

Südfrankreich ebenfalls von Sturm betroffen - Massive Überschwemmungen

Auch die Region Languedoc Südfrankreich ist von den Sturmböen und Überflutungen stark betroffen. Auch Erdrutsche und Schneeglätte (oberhalb von 500 Metern) sorgten für Behinderungen. Am Mittwoch wurde erneut vor massiven Überschwemmungen gewarnt. Der Fluss Agly bei Perpignan habe einen kritischen Wasserstand erreicht, teilte die zuständige Präfektur am Mittwoch mit. 

Wetter: Nach Sturm bessert sich die Lage - aber noch immer Wetterwarnungen

In zahlreichen Gemeinden wurden Evakuierungen in Flussnähe angeordnet, Straßen wurden gesperrt. Für die Agly und den wenige Kilometer entfernten Fluss Aude galt die Hochwasser-Warnstufe Rot. Der französische Wetterdienst rief für die Départements Pyrénées-Orientales und Aude die höchste Warnstufe aus. Bereits seit Montagabend regnete und schneite es heftig in der Region. 

In weiten Teilen Spaniens wurde das Wetter am Mittwoch zwar wieder besser. Für einige Gemeinden der Regionen Aragonien und Katalonien im Norden und Nordosten des Landes galten am Nachmittag aber noch die zweit- und dritthöchsten Alarmstufen Orange beziehungsweise Gelb.

Im Süden Europas tobten auch kurz vor Weihnachten 2019 starke Unwetter. Es gab neun Todesopfer. Das Wetterphänomen „Gota fría“ wütete 2019 so stark wie lange nicht in Spanien. Auch hier gab es mehrere Todesopfer.  Aufgrund starker Regenfälle kann es zum Wochenstart in Bayern gebietsweise zu Hochwasser kommen. Nun kommt noch Sturm hinzu. KATWARN löste bereits aus. (Merkur.de*)

In Deutschland droht aktuell eine Eisregenfront heranzuziehen.

Sturmtief "Lolita" forderte ein erstes Todesopfer.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © AFP / JOSEP LAGO

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Kommentare

aufrecht bayerischAntwort
(0)(0)

... und wieder einer, der die topaktuellen Klima- u. CO2-Weisheiten mit Löffeln in sich hineingefressen hat ... wohl bekomms, Bernd ... ich steh auf Brot :-))

BerndAntwort
(0)(2)

Klar, dass Extremwetterereignisse wie diese die Klimaleugner in Erklärungsnöte bringen. Hier scheint selbst ihnen das Leugnen der Fakten als zu peinlich. In ihrer argumentativen Not versuchen sie dann vom Thema abzulenken oder zu relativieren. Überzeugend wirkt das aber ganz und gar nicht.

Arielfoure
(0)(1)

Unwetter gab es seit Olimszeiten in Catalunya. Wer spinnt spinnt sofort das Klimanetz.