Von Hochwasser überschwemmt: der Markusplatz in Venedig.
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Von Hochwasser überschwemmt: der Markusplatz in Venedig.

125 Zentimeter über Normalwert

Italienischer Touristen-Hotspot überflutet: Video zeigt Ausmaß - Bürgermeister erklärt Gründe für das Desaster

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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Coronavirus, Alpen-Unwetter, Finanzkrise: Italien leidet 2020. Jetzt wird auch noch ein Touristen-Hotspot von Hochwasser überflutet. Die Lage bleibt angespannt.

  • Italien*: Das Mittelmeerland hat schwer mit der Coronavirus-Pandemie* und in Südtirol mit den Schneemassen in den Alpen zu kämpfen.
  • Jetzt wird auch noch der Touristen-Hotspot Venedig von einem Hochwasser überschwemmt.
  • Lokale Medien aus Venedig: „Die Situation ist dramatisch.“ Große Sorgen um die Basilika auf dem Markusplatz.

Update vom 9. Dezember, 12 Uhr: Warum so spät - bei dem widrigen Wetter im Winter*? Venedig hat an diesem Mittwochmorgen das Hochwasser-Schutzsystem „Mose“ in Gang gesetzt - nachdem tags zuvor weite Teile der Altstadt durch starke Regenfälle und steigende Pegel überflutet worden waren.

Die Pegel seien, angetrieben von kräftigen Winden aus Kroatien, stärker angestiegen als zuvor angenommen, hatte Bürgermeister Luigi Brugnaro die späte Schutzmaßnahme begründet. „Für die Aktivierung von „Mose“ braucht man mehr Zeit und auch eine Vorhersage mit mehr Zeit“, erklärte das Stadtoberhaupt weiter.

Laut der Kommune Venedig wird am Mittwoch ein Meeresspiegel bis zu 125 Zentimeter über Normalwert erwartet. „Mose“ ist ein System aus 20 Meter breiten Schutztoren.

Diese sollen die Hauptstadt der italienischen Region Venetien vor Flutwellen schützen - eigentlich. Am Dienstag stand wegen der schweren Überschwemmungen unter anderem der weltberühmte Markusplatz unter Wasser, zwischenzeitlich bestand die Gefahr, dass die nicht minder bekannte Basilika geflutet wird. Für Donnerstag und Freitag werden weitere Hochwasser erwartet.

Umstritten: die Hochwasserschutzanlage Mose vor Venedig.

Überschwemmungen in Venedig: Bis zu 135 Zentimeter Hochwasser in Venetien - Video zeigt Ausmaß

Erstmeldung vom 8. Dezember: München/Venedig - Italien kommt aus dem Krisenmodus einfach nicht heraus.

Laut Ministero della Salute, dem Ministerium für Gesundheit, waren Stand Dienstag, 8. Dezember, 737.525 Menschen in dem Mittelmeerland aktiv mit Corona* infiziert. Binnen 24 Stunden kamen 634 Covid-19-Todesfälle hinzu. Die Lockdowns kosten die Wirtschaft Milliarden. Geld, das der EU-Staat - ohne weitere Schulden - nicht hat.

Hochwasser in Venedig: Flutwelle trifft Touristen-Hotspot - Dammsystem nicht aktiviert

Heftige Unwetter mit Schneemassen, starken Regenfällen, Erdrutschen und Überschwemmungen toben zudem seit dem Wochenende in Norditalien, insbesondere in Südtirol mit den Dolomiten und dem Brennerpass.

Und jetzt auch noch das: Ein unberechenbares Hochwasser sorgt für Überschwemmungen im Touristen-Hotspot Venedig. Ein Video auf Twitter (vom 8. Dezember) zeigt das ganze Ausmaß.

Darauf ist der völlig überschwemmte Markusplatz zu sehen, der der Hauptstadt der Region Venetiens in der Adria vorgelagert ist.

Hochwasser in Venedig: Überschwemmungen erreichen den berühmten Markusplatz

„Die Situation ist dramatisch. Wenn das Wasser weiterhin steigt, werden auch die Kapellen im Inneren der Basilika überschwemmt“, zitiert das Online-Portal wetter.at die Behörden und verweist in seinem Bericht auf lokale Medien. Das umstrittene Dammsystem MOSE, das die Großstadt (rund 260.000 Einwohner) eigentlich vor Hochwasser schützen soll, kam demnach nicht zum Einsatz.

Dem Bericht zufolge wurde die Flutwelle zuvor von den Behörden unterschätzt und auf 130 Zentimeter eingeschätzt. Wie Luigi Brugnaro, der Bürgermeister Venedigs, bei Twitter schrieb, könnte der Wasserpegel aber auf bis zu 145 Zentimeter ansteigen.

Überschwemmungen in Venedig: Weiter hohe Wasserstände erwartet

Zur Einordnung: Das Dammsystem MOSE besteht laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) aus insgesamt 78 beweglichen Elementen, die je 20 Meter breit sind und bei Flut mithilfe von Pressluft entleert und im Meer aufgestellt werden können.

Umstritten: die Hochwasserschutz-Barrieren „Mose“ vor Venedig.

Überschwemmungen in Venedig: Liste der schlimmsten Hochwasser - höchste Pegelstände

4. November 1966194 Zentimeter
14. November 2019187 Zentimeter
22. Dezember 1979166 Zentimeter
1. Februar 1986158 Zentimeter
29. Oktober 2018156 Zentimeter
1. Dezember 2008156 Zentimeter

Einer Vorhersage zufolge erwarten die Behörden für Donnerstag und Freitag erneut Höchststände von bis zu 135 Zentimetern über dem Normalwert. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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