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Die Vorschläge konzentrierten sich in diesem Jahr auf den Konflikt rund um das umstrittene Bahnprojekt “Stuttgart 21“

Unwort des Jahres: Es gibt schon Favoriten

Frankfurt/Main - Für das Unwort des Jahres 2010 sind gut eine Woche vor Ende der Abgabefrist erst knapp 1.000 Einsendungen eingegangen. Viele Vorschläge drehen sich um "Stuttgart 21",  Favoriten gibt es auch schon.

 “Es tröpfelt etwas“, sagte der Sprecher der Jury, Horst Dieter Schlosser, am Mittwoch in Frankfurt. Im Vorjahr waren es etwa doppelt so viele. Er schätzt, dass bislang etwa 500 Wörter für den Negativtitel vorschlagen wurden.

Die Vorschläge konzentrierten sich in diesem Jahr auf den Konflikt rund um das umstrittene Bahnprojekt “Stuttgart 21“, berichtete der Sprachwissenschaftler. Der eindeutige Favorit sei in diesem Kontext bislang “alternativlos“. Chancen auf den Titel habe jedoch auch der Begriff “Wutbürger“, der unlängst zum Wort des Jahres gekürt wurde. Die Menschen beschwerten sich, dass damit berechtigter Protest diffamiert werde, sagte Schlosser.

Die Unwörter der letzten Jahre

Die Unwörter der vergangenen Jahre

Bis 7. Januar können noch Vorschläge für einen besonderen sprachlichen Missgriff im Jahr 2010 eingereicht werden. Die Entscheidung wird am 18. Januar in Frankfurt bekannt gegeben. Im Vorjahr setzte sich “betriebsratsverseucht“ durch. Das Wort wurde aus 982 verschiedenen Vorschlägen ausgewählt, insgesamt waren 2.018 Einsendungen eingegangen. 2008 schaffte es der Begriff “notleidende Banken“ auf den Spitzenplatz.

Der sechsköpfigen Jury um Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser wird bei der kommenden Entscheidung auch der Literaturkritiker Hellmuth Karasek angehören.

dpa

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