Neue Quarantäne-Regeln verunsichern

Steigende Corona-Zahlen: Herbst-Urlaub von vielen Deutschen in Gefahr - München stark betroffen

  • Anna-Lena Schüchtle
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Wegen des Coronavirus sollen die Regeln für Reiserückkehrer verschärft werden. Der Herbst-Urlaub von vielen Deutschen ist bedroht - besonders für Münchner.

  • Wegen des Coronavirus* ist für viele Deutsche der Herbst-Urlaub in Gefahr.
  • Die Bundesregierung hat vor, neue Quarantäne-Maßnahmen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten einzuführen.
  • Besonders Reisende aus München* sind von harten Einschränkungen betroffen.

München - Die Zahl der an dem Coronavirus Erkrankten steigt in einigen Teilen Deutschlands derzeit stark an. Ein entscheidender Wert für die Beurteilung ist die sogenannte Reproduktionszahl oder auch R-Wert*. Dieser gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Um die Ausbreitung sowie Gefahr der Ansteckung mit Covid-19* in bestimmten Regionen besser klassifizieren zu können, gibt es ein Warnsystem*, das derzeit vielerorts Alarm schlägt.

Aufgrund hoher Infektionsraten im europäischen Ausland wurden beispielsweise auf Empfehlung vom Robert-Koch-Institut* weitere EU-Länder zum Risikogebiet erklärt - dazu gehören auch Teile beliebter Reiseziele wie Frankreich, Österreich oder der Niederlande. Die Bundesregierung hat zudem neue Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer angekündigt. Die Befürchtung ist groß, dass wir uns derzeit am Anfang einer zweiten Coronavirus-Welle* befinden.

Coronavirus: Steigende Zahlen und Reisebeschränkungen bedrohen den Herbst-Urlaub

Der Herbst-Urlaub von vielen Deutschen ist in Gefahr. Besonders Münchner sind betroffen. (Symbolbild)

Die neuen Quarantäne-Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus sollen ab dem 15. Oktober in Kraft treten. Die Testpflicht wird dann von einer fünftägigen Quarantänezeit abgelöst - das Datum fällt in einigen Bundesländern - etwa in Berlin, Brandenburg oder Bremen - direkt in die Herbstferien. Viele Deutsche, die einen Urlaub in dieser Zeit geplant haben, sind jetzt verunsichert. Denn: Die Einführung der neuen Maßnahmen ist eigentlich abhängig von der Umsetzung eines Plans zur Digitalisierung der Aussteigekarten.

Mit diesen informieren Reisende das Gesundheitsamt darüber, in welchem Urlaubsland beziehungsweise Risikogebiet sie sich aufgehalten haben. Das Problem: Laut Informationen der BILD wird diese Digitalisierung mindestens bis zum 1. November andauern. Bund und Länder sind sich aus diesem Grund über den Zeitpunkt der Einführung der neuen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus uneinig - was für Urlauber eine große Planungs-Unsicherheit bedeutet, denn sie wissen im Vorfeld nicht, ob sie sich nach ihrer Reise in die fünftägige Quarantäne begeben müssen oder nicht.

Herbst-Urlaub von vielen Deutschen in Gefahr: Infektionszahlen mit dem Coronavirus steigen

Für Reisende aus bestimmten Gebieten in Bayern* könnte zudem selbst ein Urlaub im Inland ein Problem darstellen - beziehungsweise unter Umständen sogar nicht einmal möglich sein. Jedes Bundesland legt seine eigenen Regelungen in Bezug auf das Coronavirus fest. In vielen Ländern herrschen bereits Reisebeschränkungen für Bürger eines Herkunftsorts mit einer 7-Tage-Inzidenz von 50. Das betrifft zum aktuellen Zeitpunkt etwa Würzburg und auch München.

Aufgrund rasant steigender Coronavirus-Zahlen* hat die Landeshauptstadt von Bayern ab Donnerstag einschneidende Maßnahmen verordnet. Beispielsweise herrscht eine verschärfte Maskenpflicht an bestimmten Hotspots sowie Kontaktbeschränkungen - nur noch fünf Personen oder zwei Haushalte dürfen sich öffentlich treffen. Sollten sich die Zahlen nicht ändern, könnte eine Reise selbst innerhalb Deutschlands bedroht sein.

Einwohner von München besonders von Reisebeschränkungen wegen Coronavirus betroffen

In Baden-Württemberg gilt laut Corona-Verordnung des Landes beispielsweise ein Beherbergungsverbot für Gäste, „die sich in einem Land-, Stadtkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten oder darin ihren Wohnsitz haben, in dem der Schwellenwert von 50 neu gemeldeten Sars-CoV-2-Fällen pro 100.000 Einwohner in den vorangehenden sieben Tagen überschritten wurde.“ Eine Ausnahme gibt es bei Reisenden, die einen negativen Coronavirus-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Derartige Reisebeschränkungen gelten jedoch nicht nur im westlichen Nachbar-Bundesland von Bayern, sondern beispielsweise auch in Brandenburg, Hamburg und Hessen sowie im Saarland, in Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Urlauber aus München derzeit nicht einmal einreisen. Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein bestehen auf eine Quarantäne von 14 Tagen. Uneingeschränkt reisen können Einwohner Münchens aktuell nur noch in Bremen, Niedersachsen und Thüringen sowie im eigenen Bundesland Bayern.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

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