Überwachungskameras und Strafen: Urlaubsregion in Südtirol greift nach Müllbergen durch

Die beliebte Urlaubsregion Bozen hat ein Müllproblem. Mit saftigen Strafen und Überwachungskameras kämpft die Stadt nun gegen Müllsünder.
Bozen – Die Landeshauptstadt Bozen in der beliebten Urlaubsregion Südtirol in Italien geht mit saftigen Strafen und Überwachungskameras gegen illegale oder unsachgemäße Müllentsorgung vor, wie das lokale Medium Tageszeitung am Mittwoch (21. Juni) berichtete. Die Videoaufnahmen überführten bereits 200 Verstöße innerhalb nur eines Monats.
| Stadt | Bozen |
| Bevölkerung | 106.951 |
| Fläche | 52,3 km² |
| Provinz | Südtirol |
Südtirol: Überwachungskameras erwischen 250 Müllsünder in einem Monat
Die Stadt Bozen kämpft seit langem gegen ein Müllproblem. Immer wieder waren Abfälle und Wertstoffe in der Vergangenheit nicht korrekt entsorgt oder illegal abgelegt worden. Insgesamt 400 Wertstoffinseln bietet die Stadt, zwölf davon waren von den wilden Müllablagerungen besonders betroffen, weshalb die Gemeinde an diesen Standorten Kameras installierte.
Die Überwachung zeigte bereits Erfolg: Im Mai konnten dank der Videokameras bereits insgesamt 250 Müllsünder dingfest gemacht werden, wobei hundert von ihnen ihren Wohnsitz nicht in Bozen hatten. Unter anderem zeichneten die Kameras auch Betriebe – etwa Reinigungsfirmen – auf, die ihren Müll achtlos ablegten. Drei Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind für die Sichtung und Auswertung der Aufnahmen zuständig – und das fast rund um die Uhr.
Strafen verdoppelt: Hohe Bußgelder sollen in Südtirol abschrecken
Der Bürgermeister von Bozen, Renzo Caramaschi, und die Umweltstadträtin Chiara Rabini hatten sich laut Tageszeitung am Dienstag (20. Juni) an die Bürger der umliegenden Gemeinden gewandt und sie gebeten, ihren Müll am eigenen Wohnort zu entsorgen. Viele Menschen kommen zur Arbeit nach Bozen, wohnen jedoch nicht in der Stadt. Der Sommer und die damit verbundenen Hitzewellen dürften die Dringlichkeit des Müllproblems in der italienischen Stadt noch verschärfen.
Die Situation schade der Stadt ökologisch und wirtschaftlich, machte Bürgermeister Caramaschi deutlich. Um dem Nachdruck zu verleihen, hatte die Stadt die Strafen für Müllsünder verdoppelt. Wer illegal Abfall oder Wertstoffe ablagert oder diese nicht korrekt entsorgt, muss als Privatperson künftig 200 Euro zahlen, für Betriebe sind es 400 Euro.
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Auch andere Städte haben mit Müllproblemen zu kämpfen, darunter etwa Berlin, Wien oder Neapel. Gründe dafür können etwa eine steigende Bevölkerungszahl, Übertourismus, eine Überlastung der Systeme sowie unsachgemäße Entsorgung sein. Wer seinen Müll indes richtig trennt, hilft Kosten einzusparen und die Umwelt zu schützen.