+
Der 31-Jährige Angeklagte hatte sich im Internet als plastischer Chirurg ausgegeben und Dutzende Schönheitsoperationen vorgenommen. Foto: Armin Weigel/Archiv

Fünf Jahre Haft für falschen Schönheitschirurgen gefordert

Es war ein ertragreiches Geschäft: Dutzende Männer und Frauen ließen sich von einem falschen Mediziner Silikon und Botox ins Gesicht spritzen. Dabei war der Regensburger gar kein Arzt.

Regensburg (dpa) - Ein falscher Schönheitschirurg soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für fünf Jahre in Haft. Die Anklage forderte dieses Strafmaß vor dem Landgericht Regensburg wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrugs und Missbrauchs von Titeln in 96 Fällen.

"Der Angeklagte hat sich äußerst empfindliche Opfer ausgesucht, die große Probleme mit ihrem Körper hatten", sagte Staatsanwältin Anja Liebhäuser.

In dem Verfahren hatte der 31-Jährige aus Regensburg zugegeben, Dutzende Schönheitsoperationen vorgenommen zu haben, ohne Arzt gewesen zu sein.

Er hatte sich mit gefälschten Dokumenten und Urkunden einen angeblichen medizinischen Werdegang zugelegt und sich im Internet als plastischer Chirurg ausgegeben. Gegen Barzahlung behandelte er von 2012 bis 2014 vor allem die Gesichter seiner männlichen und weiblichen Patienten in Hannover und Regensburg mit Silikon und Botox. Zuvor hatte er die Behandlungen an seinem eigenen Gesicht vorgenommen und sich Wissen und Methoden aus dem Internet angeeinet. Für die Eingriffe an mehr als 50 Patienten kassierte er mehr als 63 000 Euro. Das Urteil soll am 27. Juli gesprochen werden.

"Wir haben es mit einem extrem manipulativen Angeklagten zu tun, der sein gesamtes Umfeld getäuscht hat", betonte die Staatsanwältin. Nur so sei es zu erklären, dass so viele Menschen auf ihn hereingefallen seien. Zunächst hatte der Mann die Patienten in einer Wohnung behandelt. "Die Patienten saßen auf dem Sofa im Wohnzimmer Schlange", sagte Liebhäuser. Später baute der falsche Arzt in Regensburg eine Wohnung nahezu professionell als Praxis um.

Der Angeklagte habe auch gewusst, dass das von ihm verwendete Silikon nur für das Auge zugelassen sei, betonte die Anklagevertreterin. Die Spätfolgen für die Patienten seien derzeit nicht absehbar.

Die Verteidigung forderte eine Haftstrafe von vier Jahren. In seinem letzten Wort bezeichnete es der Angeklagte als "großes Glück, dass ich aufgeflogen bin". Unter Tränen appellierte er an das Gericht, ihm eine umfängliche Therapie wegen seiner Zwangsstörungen einzuräumen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

So haben wir sie noch nie gesehen! Fitness-Girl Tami Tilgner postet megaheißes Bild 
Tami Tilgner gehört zu den erfolgreichsten deutschen Fitness-Models auf Instagram. Gerade entspannt sie sich auf Ibiza - und postet einen sehr heißen Schnappschuss. 
So haben wir sie noch nie gesehen! Fitness-Girl Tami Tilgner postet megaheißes Bild 
Autofahrer rettet kleinen verwaisten Bär - und benennt ihn nach einem Fußball-Star
Wie süß ist das denn bitte?! Ein Autofahrer hat das Leben eines wenige Monate alten verwaisten Braunbären gerettet und ihm einen witzigen Namen verpasst.
Autofahrer rettet kleinen verwaisten Bär - und benennt ihn nach einem Fußball-Star
Mann schleicht sich in Geisterstadt Fukushima - und macht erschreckende Entdeckung
Der Fotograf Keow Wee Loong liebt das Abenteuer, keine Grenze ist ihm zu weit. Genau aus dem Grund wagte er sich in die verseuchtesten Zonen Fukushimas - und was er dort …
Mann schleicht sich in Geisterstadt Fukushima - und macht erschreckende Entdeckung
Immer mehr Senioren hinter Gittern
Hinter Gittern wächst die Zahl der Senioren. Die JVA Bielefeld-Senne ist europaweit die größte Anstalt im offenen Vollzug und hat sich mit speziellen Abteilungen auf die …
Immer mehr Senioren hinter Gittern

Kommentare