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Silvester 2015 war die elfjährige Janina erschossen worden. Foto: Oliver Berg

Schuss auf Elfjährige

Fall Janina: Schütze wegen Mordes zu langer Haft verurteilt

Bamberg - Heimtückisch - aus dem Dunkeln heraus - schießt ein 54-Jähriger in die Nacht. Er trifft ein elfjähriges Mädchen und tötet es. Das habe er nicht gewollt, sagt er. Das Gericht sieht in ihm trotzdem einen Mörder.

Der Schütze, der in der Silvesternacht vor fast einem Jahr die elfjährige Janina tötete, ist wegen Mordes zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Der 54-Jährige habe den Eltern den unwiederbringlichen Verlust ihres Kindes zugefügt, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Schmidt in seiner Urteilsbegründung am Landgericht Bamberg (Aktenzeichen 25 Ks 2110 Js 396/16).

Eine lebenslange Gefängnisstrafe bekam der Mann nicht, weil das Gericht nicht ausschließen konnte, dass der körperlich kranke und depressive Mann vermindert schuldfähig ist. Die Kammer folgte damit dem Gutachten eines Psychiaters. "Wir gehen nicht davon aus, dass er keine Reue hat", sagte Schmidt. "Wir halten ihn auch nicht für einen eiskalten Menschen."

In der Neujahrsnacht hatte der Verurteilte im Dorf Unterschleichach in Unterfranken mit einem Revolver in die Nacht geschossen und dabei die elfjährige Janina tödlich getroffen. Sie hatte in einer Gruppe auf der Straße gefeiert. Der gelernte Maurer war alleine zuhause - früher hatte er Silvester in dem Ort mit seinem inzwischen 15-jährigen Sohn gefeiert, der nun bei der Mutter lebte.

Weil der Verurteilte aus dem Dunkeln heraus schoss, habe er heimtückisch gehandelt, außerdem aus Frust über seine persönliche Lebenssituation und aus Verärgerung über den Lärm des Feuerwerks vor seinem Haus, so Richter Schmidt.

Damit folgte er dem Plädoyer von Oberstaatsanwalt Otto Heyder, der für den 54-Jährigen allerdings lebenslange Haft wegen Mordes gefordert hatte. Der Verurteilte hatte jede Tötungsabsicht bestritten. Sein Anwalt plädierte deshalb auf eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung.

Am vorletzten Tag des Prozesses, nach den Plädoyers, äußerte sich der inzwischen Verurteilte in seinem letzten Wort vor Gericht noch einmal. "Ich bitte die Eltern um Verzeihung", sagte er, ohne dabei Janinas Mutter oder Vater anzusehen.

"Ich hoffe, dass er es bis zum Ende seines Lebens bereut und ihm bewusst ist, was er uns angetan hat", hatte Janinas Mutter wenige Stunden zuvor gesagt. "Die Lücke wird sich nie schließen." Nach dem Urteil sagte sie über das Strafmaß für den Täter: "Egal wie viele Jahre - ich habe lebenslänglich."

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