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Vor dem Landgericht in Hannover musste sich ein Schüler verantworten, der seinem Lehrer mit einem Schnürsenkel an die Kehle ging. 

Weil er ihm das Handy abgenommen hatte

Schüler würgt Lehrer mit Schnürsenkel - Urteil

Hannover - Nachdem er seinem Lehrer mit einem Schnürsenkel an die Kehle ging, ist ein 16-Jähriger in Hannover verurteilt worden. Der Junge kam dabei noch einmal glimpflich davon.

Update vom 20. Februar 2017: Das Urteil gegen einen Schüler nach einem Würgeangriff auf seinen Lehrer ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof habe die Revision des Jugendlichen verworfen, die Staatsanwaltschaft habe ihre Rechtsmittel zurückgenommen, teilte das Landgericht Hannover am Montag mit.

Weil er seinen Lehrer attackierte und mit einem Schnürsenkel würgen wollte, muss ein 16-Jähriger einen sozialen Trainingskurs absolvieren. Das Landgericht Hannover verurteilte den Jugendlichen zwar wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, sah aber zunächst von einer Jugendstrafe ab. Die Entscheidung hierüber sei für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden, weil es begründete Zweifel an dem Vorliegen schädlicher Neigungen gebe, teilte das Gericht mit.

Der Angriff ereignete sich im Herbst 2014 während einer Klassenfahrt des Gymnasiums Bad Pyrmont. Vorausgegangen war ein Streit zwischen Schüler und Lehrer um Filmaufnahmen, in dessen Verlauf der Lehrer dem Jungen das Handy abgenommen hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Jungen wegen versuchten Totschlags angeklagt und in ihrem Plädoyer eine Jugendstrafe von zwei Jahren beantragt. Die Verteidigung plädierte auf Verfahrenseinstellung gegen geeignete ins Ermessen des Gerichts gestellte Auflagen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (AZ: 34 KLs 12/14)

Die Kammer unter Vorsitz des Präsidenten des Landgerichts, Ralph Guise-Rübe, ist davon überzeugt, dass der damals 14-Jährige seinen Lehrer erst durch einen Schlag an der Hand verletzte und danach versuchte, einen Schnürsenkel als Würgemittel einzusetzen. Schließlich habe er den Klassenlehrer in den Schwitzkasten genommen. Einen versuchten Totschlag sah die Kammer nicht, weil es begründete Zweifel am Tötungsvorsatz gebe. 

Nach der Attacke war der Schüler zunächst von seinem Gymnasium geflogen. Nachdem ihm die Anklage zugestellt worden war, flüchtete der junge Deutsch-Russe nach Russland. Dort wurde er aufgegriffen und verbrachte einige Monate in Auslieferungshaft, bevor er Anfang des Jahres in die Jugendanstalt Hameln überstellt wurde. Seit einem Monat ist er wieder auf freiem Fuß, weil das Gericht nicht mehr von einem versuchten Tötungsdelikt ausging.

Die Verhandlung begann mit mehreren Stunden Verspätung, weil der Angeklagte am Morgen nicht erschienen war und von der Polizei vorgeführt werden musste. In den vergangenen Jahren sind mehrfach Angriffe von Schülern auf Lehrer bekanntgeworden. Statistische Daten dazu gibt es aber nicht. 

dpa

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