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„Kirchensteuer-Rebell“ Hartmut Zapp

Wegweisendes Urteil

Katholiken müssen Kirchensteuer zahlen

Leipzig - Jetzt steht es endgültig fest: Ein reiner Austritt aus der Kirchensteuer, aber nicht aus der katholischen Kirche als Glaubensgemeinschaft ist in Deutschland nicht möglich. 

Zapp zeigte sich nach dem Urteil dennoch zufrieden. Nun solle die Amtskirche versuchen, ihn zu exkommunizieren, sagte er. Die Deutsche Bischofskonferenz nannte er eine „Dissidentenkirche“. „Ich bin Mitglied der römisch-katholischen Rituskirche“, fügte er hinzu.

Erzdiözese mahnt Solidarität an

Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts sichert nach Auffassung der Erzdiözese Freiburg die Rechtsklarheit und Steuergerechtigkeit. „Es geht hier um Solidarität. Wer zur katholischen Kirche gehört und durch ein Einkommen dazu in der Lage ist, leistet auch einen finanziellen Beitrag“, erklärte die Diözese, ohne auf die erklärte Zahlungsbereitschaft Zapps einzugehen. „Wer unsolidarisch ist, verabschiedet sich aus der Gemeinschaft der Glaubenden - nicht nur aus einer Körperschaft öffentlichen Rechts.“

Erzbischof Zollitsch begrüßt Urteil

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zum Kirchenaustritt begrüßt. „Die Kirche ist eine Gemeinschaft des Glaubens, die in Deutschland als Körperschaft öffentlichen Rechts existiert. Beides kann man nicht trennen“, sagte Zollitsch am Mittwoch am Rande der Herbstversammlung der Bischöfe in Fulda. „Das Urteil bestätigt unsere Linie. Damit ist Rechtssicherheit geschaffen“, fügte der Freiburger Erzbischof hinzu.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sieht sich von dem Urteil nicht betroffen. Der Austritt aus der evangelischen Kirche sei schon vorher im Kirchenrecht eindeutig geregelt gewesen, sagte Oberkirchenrat Christoph Thiele, Leiter der Rechtsabteilung im EKD-Kirchenamt, auf dapd-Anfrage.

dapd/dpa

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