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Der wegen Mordes angeklagte Jens M. (l) sitzt am 06.04.2016 im Landgericht in Aschaffenburg.

Fall sorgte bundesweit für Aufsehen

Mord an schwangerer Rebecca: Täter muss lebenslang in Haft

Aschaffenburg - Kurz vor ihrer Entbindung erdrosselte Jens M. die schwangere Rebecca W. in einem Waldstück. Die Grausamkeit der Tat schockierte ganz Deutschland. Jetzt fiel das Urteil.

Er tötete seine Ex-Geliebte, um seine Ehe zu retten: Für den Mord an der hochschwangeren Rebecca in Bayern hat der Angeklagte die Höchststrafe bekommen. Das Landgericht Aschaffenburg verurteilte ihn am Donnerstag zu lebenslanger Haft und stellte die besondere Schwere seiner Schuld fest. Das bedeutet, dass der 32-Jährige nach 15 Jahren keinen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stellen kann. Mit dem Mord an der 24-jährigen Rebecca hatte er auch sein ungeborenes Kind getötet.

Urteil im Fall Rebecca: Die Tat war akribisch geplant

Der Angeklagte habe die Wehrlosigkeit seines im neunten Monat schwangeren Opfers ausgenutzt, erklärte der Vorsitzende Richter. Er habe die Tat akribisch geplant, und seine Motive stünden „auf niedrigster Stufe“. Mit dem Mord an Rebecca habe er seine Ehe retten wollen, auch weil er fürchtete, sonst den Kontakt zu seinem ehelichen Sohn zu verlieren. Seine Ehefrau hat sich inzwischen von ihm scheiden lassen.

Dem Urteil zufolge klingelte der Mann am 13. Mai 2015 als Postbote verkleidet an Rebeccas Tür und überredete sie, in seinen Wagen zu steigen. Er fuhr mit ihr zu einem Wald in Aschaffenburg und begann mit ihr einen Spaziergang. Auf einem Schotterweg neben der Autobahn würgte er sie dann erst, bis sie bewusstlos war, und erdrosselte sie anschließend mit einem Kabelbinder. Die Leiche wickelte er in ein Betttuch und brachte sie zu einer Garage in einem Gewerbegebiet. Dort fand sie die Polizei mehrere Tage später.

Urteil im Fall Rebecca: Fünfeinhalb Jahre Haft für Freund des Angeklagten

Mitangeklagt war ein 26 Jahre alter Freund des Haupttäters. Wegen Beihilfe verurteilten ihn die Richter zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis. Er hatte Rebeccas Mörder ein Alibi verschafft und ihm für die Tat sein Auto geliehen.

Der Verteidiger des 32-Jährigen aus dem Raum Aschaffenburg bezeichnete das Urteil als „nicht unerwartet“. Er hatte zuvor dafür plädiert, den Angeklagten nur wegen Totschlags und damit zu einer niedrigeren Haftstrafe zu verurteilen.

Als das Urteil verkündet wurde, gab es im Zuschauerraum gedämpften Jubel. Rebeccas Schwester, die den Prozess von dort verfolgte, sagte anschließend: „Wir wissen, er hat jetzt seine Strafe. Aber unsere Wunden wird das nur teilweise schließen.“

dpa

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