Erregung öffentlichen Ärgernisses?

Urteil im Prozess um marokkanisches Kuss-Foto

Rabat - Einem marokkanischen Schüler-Pärchen drohte zwei Jahre Haft, weil es bei Facebook ein Foto postete, wie es sich küsste. Heute verkündete ein Jugendgericht das Urteil. 

Den Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren hatten wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses bis zu zwei Jahren Haft gedroht. Ein Junge und ein Mädchen hatten sich in Nador im Norden Marokkos von einem Freund beim Küssen fotografieren lassen und die Aufnahme bei Facebook gepostet.

Ein Jugendgericht in der Küstenstadt sah am Freitag von einer Verurteilung ab und ließ die beteiligten drei Schüler mit einer Verwarnung davonkommen. Es folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die für eine Verwarnung plädiert hatte. Das Verfahren gegen die Jugendlichen hatte in Marokko und anderen Ländern eine Welle von Protesten ausgelöst. Das Gericht verwies bei seiner Entscheidung auf das jugendliche Alter der Angeklagten und darauf, dass die Vorwürfe minder schwer seien.

Die drei Schüler waren Anfang Oktober festgenommen und nach fünf Tagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Eine konservative Organisation war auf das Bild aufmerksam geworden und hatte Anzeige erstattet. Die Festnahme der Schüler löste in Marokko und anderen Ländern eine Welle der Empörung aus. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die marokkanischen Behörden auf, die „absurden Anschuldigungen“ gegen die Schüler bedingungslos zurückzunehmen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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