US-Aktivistin für Frauenrechte und Homo-Ehe mit 87 Jahren gestorben

San Francisco - Die amerikanische Frauenrechtlerin Del Martin, die im Juni nach Legalisierung der Homo-Ehe in Kalifornien als erste Lesbe in San Francisco getraut wurde, ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

"Es ist ein kleiner Trost, dass wir uns an dem größten Zeichen der Liebe und Bindung vor ihrem Tod noch erfreuen konnten", sagte ihre Partnerin Phyllis Lyon (83) dem "San Francisco Chronicle". Die Frauen waren 55 Jahre miteinander liiert.

Zusammen hatten sie 1955 den Verein Daughters of Bilitis (DOB) gegründet, der sich für die Rechte von Lesben einsetzte. In den 60er Jahren engagierten sie sich in der Nationalen Organisation für Frauen (NOW). Martin wurde als erste bekennende Lesbe in den Vorstand gewählt. Im Februar 2004 hatten sie als erstes lesbisches Paar in den Vereinigten Staaten schon einmal geheiratet, als der Bürgermeister von San Francisco grünes Licht für die Homo-Ehe gab. Tausende Ehen wurden aber später durch ein Gericht annulliert, weil die gleichgeschlechtlichen Trauungen gegen bestehende Gesetze verstießen. Zusammen mit anderen Paaren zogen Martin und Lyon vor Gericht und hatten damit Erfolg. Im Mai erklärten die Obersten Richter des Westküstenstaates das bestehende Verbot der Homo-Ehe für verfassungswidrig.

Seit dem 16. Juni haben sich tausende gleichgeschlechtige Paare in Kalifornien das Ja-Wort gegeben. Martin, die wegen Altersschwäche im Rollstuhl saß, und Lyon machten im Rathaus von San Francisco als erstes Brautpaar den Auftakt.

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