US-Armee stürmt iranisches Konsulat im Nordirak

- Erbil/Bagdad/Teheran - Wenige Stunden nach der Irak-Rede von US-Präsident George W. Bush haben amerikanische Soldaten am Donnerstag das iranische Konsulat in der nordirakischen Stadt Erbil gestürmt. Wie ein Sprecher der kurdischen Sicherheitskräfte weiter sagte, wurden dabei fünf Iraner von den Amerikanern abgeführt.

Der Iran bestellte daraufhin die Botschafter Iraks und der Schweiz ins Außenministerium ein und verlangte eine Erklärung für das Vorgehen. Die Schweiz vertritt die diplomatischen Interessen der USA im Iran. Die Soldaten, die bei ihrer Razzia im Morgengrauen auch Hubschrauber eingesetzt hätten, beschlagnahmten nach Angaben des kurdischen Sprechers zudem Dokumente und Computer.

Rund um das Konsulat seien inzwischen Angehörige der kurdischen Sicherheitskräfte postiert, hieß es. Die kurdische Autonomieregierung nahm zu dem Vorfall zunächst nicht Stellung. Die iranische Führung wird von den politischen und religiösen Vertretern der irakischen Sunniten verdächtigt, die Schiiten-Milizen im Irak zu unterstützen und sich mit eigenen Kämpfern an Todesschwadronen zu beteiligen.

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