+
Als "Pacman" und "Peso" drehten zwei US-Amerikaner ein Rapvideo in Nordkorea.

Duo "Pacman and Peso"

US-Rapper drehen Musikvideo in Nordkorea

Pjöngjang - Die bislang unbekannten US-Rapper Pacman und Peso haben sich einen speziellen PR-Stunt einfallen lassen: Sie drehten ein Musikvideo in Nordkorea - angeblich heimlich.

Ein cleverer PR-Gag braucht zwei Dinge: Ein möglichst skurriles, kontroverses oder scheinbar unmögliches Vorhaben und ein Thema, das möglichst viele Leute interessiert. Anthony Bobb und Dontray Ennis gelang beides. Als Rapper unter den Künstlernamen "Pacman" und "Peso" kündigten die beiden Afroamerikaner aus der US-Hauptstadt Washington an, ein Musikvideo in Nordkorea zu drehen - und legten einen erstaunlich professionell gefilmten Zweiminüter vor.

Wie die Washington Post berichtet, begann das scheinbar unmögliche Vorhaben der beiden US-Amerikaner mit einem Spendenaufruf auf dem Sponsoring-Portal "Kickstarter". Die Aktion brachte ihnen 10.000 US-Dollar Reisekapital ein - genug, um den scheinbar gefährlichen Plan in die Tat umzusetzen.

Das Duo reiste in das repressivste System der Welt ein und rappte zu koreanisch anmutenden Klängen solche Zeilen wie: "Ich bin auf dem Gipfel der Welt und fühl' mich stark". Hinsichtlich seiner Bilder wirkt das Video wie eine Aufnahme aus der alten UdSSR: Von Nordkoreas berüchtigten Straflagern, der brach liegenden Industrie und der hoffnungslosen Armut der Bürger zeigt das Video - nichts. Statt dessen sind im Clip sozialistische Prachtbauten, modern wirkende öffentliche Verkehrsmittel und Panoramen der winterlichen Stadt Pjöngjang zu sehen.

Hier geht's zum Video!

Angeblich ist das Video "heimlich" gedreht worden. Im Internet wurden jedoch Zweifel daran laut: Schließlich dürfen US-Bürger nicht ohne gültiges China-Visum in den totalitären Staat einreisen und müssen schon wegen unberechtiger Fotoaufnahmen mit einer Inhaftierung rechnen. Da die USA mit Nordkorea keine diplomatischen Beziehungen unterhält, gibt das US-Außenministerium eine Reisewarnung für das Land aus. Auch die mitgeführte Filmausrüstung dürfte bei dem "heimlichen" Drehvorhaben schon bei der Einreise konfisziert worden sein. Außerdem zeigt das größtenteils in hochauflösender Qualität gedrehte Video regelmäßig Soldaten und Polizeibeamte, die direkt in die Kamera blicken.

Der "Spionage"-Status ist somit ebenso diskussionswürdig wie das Talent der beiden Rapper, die bis dato allenfalls lokale Berühmtheit in und um Washington erlangt haben. "Wie größenwahnsinnig sind die zwei denn?", ätzt etwa Blogger warrenjasonstreet. Ob ihnen mit dem Titel "Escape to North Korea" (zu deutsch "Flucht nach Nordkorea") der Sprung in die Berühmtheit gelingt, bleibt abzuwarten. Wer jedoch einmal einen neugierigen Blick in das hermetisch abgeschottete Land werfen möchte, dem sei das Filmchen wegen seiner exklusiven Bilder empfohlen.

est

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Drohnen: Mit zunehmender Verbreitung wächst Markt für Abwehr
Nürnberg (dpa) - Der Drohnen-Boom beflügelt auch die Nachfrage nach Schutzmaßnahmen gegen potenziell gefährliche Flugobjekte.
Drohnen: Mit zunehmender Verbreitung wächst Markt für Abwehr
Eisglatte Straßen in Deutschland: Laster stürzt von Autobahnbrücke
Eisige Temperaturen und Schneefälle wechseln sich mit Tauwetter und Wärme ab: Das wechselnde Winterwetter sorgt in Deutschland für glatte Straßen und drohendes …
Eisglatte Straßen in Deutschland: Laster stürzt von Autobahnbrücke
Ausnahmezustand mancherorts in den Alpen
In den Alpen wächst die Schneedecke fast unaufhörlich. Die Lawinengefahr ist in Teilen der Schweiz inzwischen extrem hoch. Zermatt ist eingeschneit. Auch in St. Anton …
Ausnahmezustand mancherorts in den Alpen
Entsetzlicher Unfall: Mutter findet Mädchen (4) leblos in eisigem Teich
Schrecklicher Unfall in Thüringen: Ein vierjähriges Mädchen ist in Kanichfeld in einen eiskalten Teich gefallen. Die Mutter fand ihr Kind kurze Zeit später leblos im …
Entsetzlicher Unfall: Mutter findet Mädchen (4) leblos in eisigem Teich

Kommentare