US-Fahnder schnappen mutmaßliche Kinderschänder

Albstadt/Leipzig (dpa) - Zwei deutsche Männer sind der US-Polizei ins Netz gegangen, als sie über das Internet Kinder für sexuellen Missbrauch buchen wollten. Den Deutschen drohen hohe Strafen.

Beide sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cleveland unabhängig voneinander auf eine fingierte Internetseite der US-Polizei hereingefallen. Als sie im Frühjahr in die USA flogen, um die Kinder zu treffen, klickten die Handschellen. Sowohl ein 49-Jähriger aus Albstadt in Baden-Württemberg als auch ein 63-Jähriger aus Leipzig hätten vor Gericht inzwischen alle Vorwürfe eingeräumt. Der “Schwarzwälder Bote“ hatte am Donnerstag zuerst über den Fall berichtet.

Fingertes Angebot im Internet

US-Ermittler hatten seit September 2009 versucht, mit dem fingierten Internet-Angebot Pädophile zu überführen. Dort habe der 49-Jährige für 1150 US-Dollar (rund 820 Euro) einen achtstündigen Aufenthalt mit einem elfjährigen Mädchen gebucht. Die Polizisten empfahlen dem 49-Jährigen, alles einzupacken, was er für das Treffen brauche, und in die USA zu kommen. Bei seiner Festnahme fanden die Ermittler dann in seinem Gepäck unter anderem Beruhigungsmittel, Fesseln und Sexspielzeug.

Der 63-Jährige soll 1600 US-Dollar (rund 1140 Euro) geboten haben, um sich mit einem Mädchen und einem Jungen zu treffen. Der Mann habe schon vorab 100 Euro geschickt, um sich die Kinder zu “reservieren“.

Die Urteile vor dem Bezirksgericht in Cleveland sollen nach Angaben eines Sprechers am 25. Oktober gesprochen werden. Der “Schwarzwälder Bote“ berichtete, dass die Richter in Ohio in einem vergleichbaren Fall zuletzt 20 Jahre Haft verhängt hätten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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